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Namibia

Straßenschild in der Namib-Wüste

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Überblick

Partnerland mit historischer Beziehung

Erst 1990 und nur nach starkem internationalem Druck erlangte Namibia (früher: Südwestafrika) seine Unabhängigkeit von Südafrika. Der Landesname leitet sich von der Wüste Namib ab. Diese bedeckt den gesamten Küstenstreifen des extrem dünn besiedelten Landes. Namibia ist fast zweieinhalbmal so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa 2,5 Millionen Einwohner.

Namibia verfügt über ein stabiles demokratisches System. Von der Weltbank wird Namibia in die Gruppe der Länder mit höherem mittlerem Einkommen eingestuft. Seit der Unabhängigkeit hat das Land große Fortschritte bei der Armutsbekämpfung erzielt: der Anteil der Bevölkerung, der mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss, ist zwischen 2003 und 2015 von 31 auf 13 Prozent gesunken. Allerdings ist in kaum einem anderen Land der Welt das Vermögen so ungleich verteilt: Eine vorwiegend weiße Elite und eine neue schwarze Mittelschicht können einen annähernd europäischen Lebensstandard pflegen – weite Teile der überwiegend schwarzen Bevölkerung leben hingegen in deutlich bescheideneren Verhältnissen.

Auf dem aktuellen Index menschlicher Entwicklung (HDI) belegt das Land Platz 129 von 189 Staaten .

Gemeinsame Geschichte

Namibia und Deutschland verbindet aus historischen Gründen eine besonders enge Partnerschaft. Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie.

In dieser Zeit kam es zu einem Aufstand der Herero, Nama und Damara gegen die Kolonialherrschaft. Er wurde von deutschen Truppen gewaltsam niedergeschlagen. Wie viele Tote es gab, ist historisch umstritten: Je nach Quelle variieren die Angaben zwischen 30 und 80 Prozent des Herero-Volkes. Viele der Überlebenden mussten Zwangsarbeit verrichten oder waren in Lagern interniert. Auch die Angehörigen vieler anderer Volksgruppen wurden vertrieben oder zur Arbeit auf deutschen Farmen gezwungen. 2014 vereinbarten die deutsche und die namibische Regierung einen Dialog zur Bewältigung der gemeinsamen Vergangenheit.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung bekennt sich zu der besonderen historischen und moralischen Verantwortung Deutschlands für Namibia und strebt an, die Partnerschaft zwischen beiden Ländern weiter zu stärken. Dies kommt auch im Umfang der deutschen Entwicklungsleistungen für Namibia zum Ausdruck: Deutschland ist einer der größten Geber des Landes.

Die Schwerpunkte der deutsch-namibischen Entwicklungszusammenarbeit liegen in den Bereichen nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Management natürlicher Ressourcen und Transport.

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten aus Namibia

Video: Reise von Minister Müller nach Namibia im August 2019
  • Ansicht von der namibischen Hauptstadt Windhuk
    Politische Situation

    Partei mit Vormachtstellung

    Namibia ist eine stabile Demokratie; seit der Unabhängigkeit werden freie demokratische Wahlen abgehalten. Regiert wird das Land seit 1990 von der SWAPO, die als Partei aus der Unabhängigkeitsbewegung "South West Africa People's Organisation" hervorgegangen ist.

  • Junge Frau aus Namibia mit traditionellem Kopfschmuck
    Soziale Situation

    Armut und Ungleichheit

    Zu den großen Herausforderungen Namibias zählen die weit verbreitete Armut und die extrem ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Landbesitz. Etwa 13 Prozent der Bevölkerung gelten als extrem arm, sie müssen mit umgerechnet weniger als 1,90 US-Dollar am Tag auskommen.

  • Fußgänger mit Mobiltelefon in Windhuk, Namibia
    Wirtschaftliche Situation

    In der Krise

    Seit 2016 befindet sich Namibia in einer anhaltenden Rezession, seit Herbst 2018 sprechen Experten von einer Depression. Zu den Gründen zählen eine anhaltende Dürre sowie die schlechte ökonomische Entwicklung in Südafrika.

Ansicht von der namibischen Hauptstadt Windhuk
Politische Situation

Partei mit Vormachtstellung

Namibia ist eine stabile Demokratie; seit der Unabhängigkeit werden freie demokratische Wahlen abgehalten. Regiert wird das Land seit 1990 von der SWAPO, die als Partei aus der Unabhängigkeitsbewegung "South West Africa People's Organisation" hervorgegangen ist. Bei den Parlamentswahlen 2014 gewann die SWAPO 80 Prozent der Stimmen, seit den Regional- und Kommunalwahlen 2015 verfügt sie auch in allen 14 Regionen des Landes und in fast allen Kommunen über eine absolute Mehrheit.

Der Opposition ist es in den drei Jahrzehnten seit der Unabhängigkeit nicht gelungen, sich als anerkannte Alternative zur SWAPO zu etablieren. Die politische Kontrolle der Regierungsarbeit erfolgt daher zum großen Teil außerparlamentarisch durch eine aktive Zivilgesellschaft und eine kritische und vielfältige Medienberichterstattung.

Armut und Ungleichheit überwinden

Mit dem "Harambee Prosperity Plan" verfolgt die Regierung Geingob das Ziel, Armut bis 2025 auszulöschen, Wohlstand für alle zu schaffen und Frieden und Sicherheit im Land zu garantieren. Oberstes Ziel ist die Überwindung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ungleichheit. Zu den innenpolitischen Zielen zählen die Verringerung der Armut und der Arbeitslosigkeit, wirtschaftliches Wachstum, die Bekämpfung der Korruption und der Aufbau eines leistungsstarken Bildungs- und Gesundheitssystems.

Aufstieg zum Industrieland angestrebt

In ihrer langfristigen Entwicklungsstrategie Vision 2030 und ihren nationalen Entwicklungsplänen (aktuell: National Development Plan 5 2017–2021) hat sich die namibische Regierung das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Lebensstandard eines Industrielandes zu erreichen. Der NDP 5 konzentriert sich auf Strukturwandel und Modernisierung und beruht auf vier Säulen: wirtschaftliche Entwicklung, soziale Transformation, ökologische Nachhaltigkeit und Good Governance.

Junge Frau aus Namibia mit traditionellem Kopfschmuck
Soziale Situation

Ungleichheit und Armut

Namibia vereint rund ein Dutzend Volksgruppen, denen die namibische Verfassung kulturelle Eigenständigkeit garantiert. So gehört in Namibia die Sprachenvielfalt zum Alltag – mit ständigem Wechsel zwischen der jeweiligen Muttersprache, der Verkehrssprache Afrikaans und der offiziellen Amtssprache Englisch. Der nationale Rundfunksender NBC (Namibian Broadcasting Corporation) sendet Radioprogramme in zehn Sprachen.

Zu den großen Herausforderungen des Landes zählen die extrem ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Landbesitz sowie die Armut, vor allem in ländlichen Gebieten und informellen Siedlungen. In ländlichen Gebieten leben noch immer 35 Prozent der Bevölkerung in Armut, in Städten 15 Prozent. Zwei Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu Toiletten, die Hälfte keinen Zugang zu Elektrizität, in ländlichen Gebieten ist der Zugang deutlich schlechter. Wachsende Besorgnis verursachen die unwürdigen Lebensbedingungen in informellen Siedlungen. Hier leben Schätzungen zufolge rund 900.000 Menschen, das sind fast 40 Prozent der Gesamtbevölkerung. Präsident Geingob hat die Situation als nationale humanitäre Krise bezeichnet, die dringend gelöst werden muss.

Defizite im Bildungsbereich

Bisher ist das Bildungs- und Ausbildungssystem Namibias noch nicht effizient genug. Das liegt unter anderem an der geringen Attraktivität des Lehrerberufs und seiner schlechten Bezahlung sowie daran, dass große Teile der Bevölkerung die offizielle Unterrichtssprache Englisch nicht gut genug beherrschen. Die Einschulungsrate konnte zwar mittlerweile auf 97 Prozent gesteigert werden. Doch fast ein Viertel aller Kinder schließt die Grundschule nicht ab.

HIV und Aids

Namibia gehört mit einer HIV-Infektionsrate von etwa 12 Prozent (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren, Stand 2017) zu den Ländern, die am schwersten von HIV und Aids betroffen sind. Die Infektionsrate innerhalb der jungen Bevölkerung ist aber sinkend und Namibia hat die Trendwende geschafft: Die Lebenserwartung hat sich nach einem Tief von 52 Jahren im Jahr 2005 dank der Fortschritte im Kampf gegen die Aids-Epidemie inzwischen wieder auf 65 Jahre erholt.

Fußgänger mit Mobiltelefon in Windhuk, Namibia
Wirtschaftliche Situation

In der Krise

Der Rohstoffreichtum des Landes und die im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern gut entwickelte Infrastruktur, etwa im Bereich der Telekommunikation, machen Namibia für Investoren interessant und bieten Unternehmen gute Voraussetzungen.

Nach Jahren des Wachstums befindet sich die namibische Wirtschaft seit 2016 in einer anhaltenden Rezession. Sie verursacht den Verlust tausender Arbeitsplätze und eine ansteigende Staatsverschuldung. Eine spürbare wirtschaftliche Erholung Namibias ist kurzfristig nicht absehbar. Zu den Gründen zählen sinkende Nachfrage und niedrige Rohstoffpreise, eine anhaltende Dürre sowie die schlechte ökonomische Entwicklung in Südafrika. Namibia ist mit der früheren Besatzungsmacht wirtschaftlich immer noch eng verflochten. Unter anderem ist der namibische Dollar direkt an den südafrikanischen Rand gekoppelt.

Erst mittelfristig erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Erholung der namibischen Wirtschaft mit Wachstumswerten zwischen einem und drei Prozent.

Hohe Arbeitslosigkeit

Auf dem namibischen Arbeitsmarkt fehlen gut ausgebildete Fachkräfte, gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit hoch: Offiziell liegt die Quote bei 33 Prozent, bei den 15- bis 24-Jährigen sogar bei mehr als 46 Prozent. Ein großer Teil der Einkommen wird im informellen Sektor erwirtschaftet.

Um die Wirtschaft zu beleben und neue Arbeitsplätze zu schaffen, wirbt die namibische Regierung aktiv um Investitionen der Privatwirtschaft. Auf einem Wirtschaftsgipfel im Sommer 2019 kündigte sie Investitionszusagen und wirtschaftspolitische Reformen an. Vor den nächsten Wahlen ist allerdings nicht mit Fortschritten zu rechnen.

Entwicklungspotenziale

Große Chancen für eine nachhaltige Entwicklung Namibias liegen in der Förderung von mineralischen Rohstoffen, in der Fischerei und im Tourismus. Der Bergbau bildet das Rückgrat der namibischen Volkswirtschaft: Diamanten, Gold, Kupfer, Uran und andere Bodenschätze machen einen Großteil des Exportvolumens aus. Allerdings schafft ihr Abbau bislang im Land nur wenige Arbeitsplätze. Weitaus mehr langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten könnten entstehen, wenn die Bodenschätze vor Ort aufbereitet und weiterverarbeitet würden.

Aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, der reichen Tier- und Pflanzenwelt und der kulturellen Vielfalt hat auch Namibias Tourismussektor große Wachstumschancen. Durch die Einrichtung und das nachhaltige Management von Nationalparks entstehen dauerhafte Arbeitsplätze und neue Einkommensmöglichkeiten (siehe auch: KAZA – Schutz für Wildtiere über Grenzen hinweg). Besonders große Entwicklungspotenziale bietet der Bereich des Ökotourismus.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Namibia

Die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia drückt sich auch im großen Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit aus. Deutschland ist seit der Unabhängigkeit 1990 einer der wichtigsten Geber des Landes.

Für den Zweijahreszeitraum 2016/2017 hat die Bundesrepublik 138 Millionen Euro zugesagt. Davon entfallen 100 Millionen Euro auf die finanzielle und 38 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit.

Die Kooperation konzentriert sich vorwiegend auf drei Schwerpunkte:

  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
  • Management natürlicher Ressourcen
  • Transport und Logistik

Gute Regierungsführung, berufliche Bildung, Anpassung an den Klimawandel und HIV-Prävention sind wichtige Querschnittsthemen der deutsch-namibischen Zusammenarbeit, die in allen Vorhaben berücksichtigt werden.

Hererofrauen in ihrer traditionellen Kleidung bei den Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Aufstands der Herero gegen die deutschen Kolonialisten, Okakarara, Namibia
Wasseraufbereitungsanlage Goreangab in Windhuk, Namibia
Schwerpunkt "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung"

Zugang zu Berufsbildung und Finanzdienstleistungen

Ziel des deutschen Engagements in diesem Schwerpunkt ist, zur Entwicklung einer wachstumsfähigen, sozialen Marktwirtschaft beizutragen und dadurch möglichst vielen Menschen die Teilnahme am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Aus- und Weiterbildung von Fachkräften

Die Wettbewerbsfähigkeit von namibischen Unternehmen leidet unter einer schwerfälligen Bürokratie und einem akuten Fachkräftemängel. Im Auftrag des BMZ unterstützt die GIZ die für berufliche Bildung zuständige Regulierungsbehörde dabei, in enger Abstimmung mit der Wirtschaft den Fachkräftebedarf zu analysieren.

In ausgewählten Wirtschaftssektoren wird die Aus- und Weiterbildung verbessert und ausgeweitet, etwa für Solarinstallation, Landwirtschaft und Straßenbau. Mit deutscher Unterstützung werden staatliche und private Ausbildungszentren gestärkt, Berufsbilder und Lehrinhalte weiterentwickelt, Lehrkräfte und Verwaltungsmitarbeiter in Berufsschulen aus- und fortgebildet und Modelle einer dualen Berufsbildung in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft gefördert.

Um neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, fördert Deutschland außerdem die Gründung und Entwicklung von Startups. Dafür wird in der namibischen Hauptstadt Windhuk ein Gründer- und Innovationszentrum aufgebaut, das als zentrale Anlaufstelle für Existenzgründerinnen und -gründer dienen soll.

Mikrokredite fördern

Besonders die Bevölkerung in dünn besiedelten ländlichen Regionen und die Kleinbetriebe im informellen Sektor haben bisher kaum Zugang zu Finanzdienstleistungen.

Die KfW Entwicklungsbank unterstützt daher den staatlichen Finanzdienstleister NamPost dabei, ein Netz von mehr als 160 Filialen aufzubauen. So erhalten bislang benachteiligte Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit, Ersparnisse aufzubauen. Kleinbetriebe erhalten Zugang zu Mikrokrediten, die sie benötigen, um Investitionen zu tätigen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Ein Wasserspeicher mit Solarpumpe, der von dem Programm für kommunale Landentwicklung (PCLD) installiert wurde.
Schwerpunkt "Management natürlicher Ressourcen"

Natur schützen, Arbeit schaffen

Namibia ist eines der trockensten Länder in Afrika südlich der Sahara. Das einzigartige Ökosystem der Wüste Namib ist durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Viele Böden in Namibia sind erosionsgefährdet; Wasser ist generell knapp und die Wassernutzung des Landes nicht nachhaltig. Große Gebiete sind von Wüstenbildung und Verbuschung betroffen.

Zugleich sind die natürlichen Ressourcen Namibias die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung durch Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus. Die gerechte und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen ist ein Hauptziel der namibischen Strategie zur Armutsminderung und eine Voraussetzung zum Erhalt des sozialen Friedens in Namibia.

Fairen Zugang zu knappen Ressourcen schaffen

Deutschland unterstützt die namibischen Bemühungen, einen fairen Zugang zu den natürlichen Ressourcen des Landes herzustellen und durch nachhaltiges Management langfristig zu erhalten.

Die Konkurrenz um die ohnehin knappen Ressourcen wird dadurch verschärft, dass der Landbesitz äußerst ungleich verteilt ist. Etwa 70 Prozent des kommerziellen Farmlandes sind noch immer im Besitz weißer Großfarmer. Sozial benachteiligte schwarze Einwohner besitzen nur 16 Prozent. Bis 2020 sollen insgesamt 43 Prozent oder 15 Millionen Hektar Land umverteilt werden. Ende 2015 waren es 27 Prozent.

Immer mehr Menschen in Namibia ziehen vom Land in die Stadt - und leben dort oft in großer Armut in informellen Siedlungen. Deutschland unterstützt das zuständige Ministerium und ausgewählte Pilotgemeinden dabei, Landrechte für landlose arme städtische Haushalte zu sichern.

Ausbau von Nationalparks fördern

Im Osten Namibias entsteht das größte Naturschutzgebiet der Welt: Der transnationale Park Kavango-Zambezi (KAZA) besteht aus Flächen der Nachbarstaaten Angola, Botsuana, Namibia, Sambia und Simbabwe. Das BMZ fördert das Projekt finanziell und berät die beteiligten Behörden unter anderem bei der Landnutzungsplanung, beim Parkmanagement sowie beim Abschluss von fairen Verträgen zwischen lokaler Bevölkerung und Tourismusbetrieben. Auch im Norden des Landes fördert das BMZ den Ausbau von Nationalparks. Durch den behutsamen Aufbau touristischer Infrastruktur profitiert auch die lokale Bevölkerung vom Schutz der Natur.

Büsche als nutzbare Biomasse

Die Verbuschung von Weideland verursacht in Namibia erhebliche wirtschaftliche und ökologische Schäden. Deutschland unterstützt Landwirte sowie kleine und mittlere Unternehmen dabei, aus der Beseitigung der Gehölze ein gewinnbringendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Denn aus der anfallenden Biomasse kann zum Beispiel Tierfutter und Holzkohle hergestellt werden. Auch eignen sich die zerkleinerten Büsche zur Energiegewinnung.

Deutschland fördert die Einführung klimafreundlicher Technologien zur Entbuschung und zur Verarbeitung von Biomasse und berät die zuständigen Behörden bei der Anpassung der Rechtsgrundlagen.

Kleinbauern unterstützen

Außerdem werden Kleinbauern im Norden des Landes dabei unterstützt, angepasste Anbaumethoden zu entwickeln und anzuwenden, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und Wasserverluste zu reduzieren. Auf diese Weise sollen sie in die Lage versetzt werden, die vorhersehbaren Ernteeinbußen durch den Klimawandel auszugleichen. Das Vorhaben verwendet den sogenannten Lead-Farmer-Ansatz, bei dem ein "leitender" Landwirt zunächst Demonstrationsfelder anlegt und sein Wissen dann an andere Bäuerinnen und Bauern seines Dorfes weitergibt.

Bauern nach der Ernte von Perlhirse in Okongo, Namibia
Der Hafen Walvis Bay in Namibia
Schwerpunkt "Transport und Logistik"

Entwicklung braucht Infrastruktur

Um allen Menschen Zugang zu lokalen Märkten, Bildungs-, Gesundheits- und Verwaltungseinrichtungen zu bieten und damit die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Namibias zu fördern, benötigt das Land eine leistungsfähige Transportinfrastruktur.

Konzepte für nachhaltige Mobilität

Deutsche Expertinnen und Experten unterstützen die zuständigen Ministerien auf nationaler Ebene sowie die Stadtverwaltung von Windhuk und die Regional- und Kommunalverwaltungen in den nördlichen Regionen dabei, die Transport- und Verkehrspolitik zu reformieren, Entwicklungspläne zu erstellen und den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr auszubauen.

Unter anderem ist ein Weißbuch Verkehrspolitik entstanden, das einen modernen Politikrahmen für den gesamten Transportsektor beschreibt. Für die Stadt Windhuk wurde unter Beteiligung der Öffentlichkeit ein Masterplan für einen nachhaltigen öffentlichen Transport erarbeitet. Auf einem neuen Streckennetz werden nun moderne Nahverkehrsbusse eingesetzt. Eine Strategie für die nicht-motorisierte Mobilität ist in Arbeit.

Da es nicht genügend Fachkräfte gibt, um den Bedarf an Ingenieuren im öffentlichen, privaten und akademischen Bereich zu decken, fördert Deutschland außerdem den Aufbau von Bachelor- und Masterstudiengänge für Bauingenieurwesen an den zwei Universitäten des Landes.

Straßenbau bietet Beschäftigung

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit fördert Deutschland den Ausbau des Straßennetzes, insbesondere im ärmeren und dichter besiedelten Norden. Dabei wird ungelernten lokalen Arbeiterinnen und Arbeitern eine vorübergehende Beschäftigung im Straßenbau angeboten. Da die Arbeitslosigkeit in vielen Orten der Region bei über 70 Prozent liegt, ist dies eine willkommene Möglichkeit, Einkommen zu erzielen.

Ein Ausbau des deutschen Engagements im Bereich Logistik wird derzeit geprüft.

"Das Nadelöhr über den Sambesi": Video der KfW Entwicklungsbank

Karte von Namibia

Diese Kartendarstellung gibt nicht in jedem Einzelfall die völkerrechtliche Position der Bundesregierung wieder.

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten

  Namibia Deutschland
Ländernamea16173184 Republik Namibia Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadta16173156 Windhuk, etwa 320.000 Einwohner Berlin, etwa 3,7 Millionen Einwohner
Flächea16173142 824.290 km² (2018) 357.580 km² (2018)
Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)a16173170 129 von 189 (2017) 5 von 189 (2017)
http://data.worldbank.org/indicator/AG.SRF.TOTL.K2

Fläche

Die Gesamtfläche eines Landes einschließlich der Gebiete, die von Binnengewässern oder bestimmten küstennahen Wasserstraßen bedeckt sind.

http://hdr.undp.org/en/statistics/

Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS

Anteil der Landbevölkerung

Die Einwohner, die in den von den nationalen Statistikbehörden als ländlich definierten Gebieten leben. Berechnungsgrundlage: Differenz zwischen Gesamtbevölkerung und Stadtbevölkerung.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Bevölkerungswachstum pro Jahr

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bezeichnet die Anzahl der Jahre, die ein neugeborenes Kind leben würde, wenn die Sterblichkeitsrate zum Zeitpunkt seiner Geburt sein ganzes Leben lang unverändert bliebe.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.65UP.TO.ZS

Anteil der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.0014.TO.ZS

Anteil der Menschen, die jünger als 15 Jahre sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SN.ITK.DEFC.ZS

Anteil der Menschen, die unterernährt sind

Der Prozent­satz der Bevölkerung, der nicht ausreichend Nahrung zu sich nimmt, um den täglichen Energie­bedarf kontinuierlich zu decken. Wenn dieser Wert 2,5 beträgt, bedeutet dies eine Prävalenz von Unter­ernährung von weniger als 2,5 Prozent.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.NAHC

Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben

Prozentsatz der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armuts­grenze lebt. Die nationalen Schätzwerte beruhen auf bevölkerungs­gewich­teten Unter­gruppen­schätzungen aufgrund von Haushalts­erhebungen.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY

Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben

Anteil der Bevölkerung, die mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss; umgerechnet auf die lokale Kaufkraft, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2011. Die Weltbank hat die Armutsgrenze zuletzt im Oktober 2015 angepasst. Davor lag dieser Wert bei 1,25 US-Dollar pro Tag, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2005. Diesen älteren Wert verwenden noch fünf Länder: Bangladesch, Cabo Verde, Jordanien, Kambodscha, Laos

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.CMPT.ZS

Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen (Primarschulabschlussrate)

Prozentsatz der Schüler, die die Primar­schule bis zum letzten Jahr durchlaufen haben. Berechnet wird die Primar­schul­abschluss­rate aus der Gesamt­zahl der Schüler in der letzten Primarschul­klasse minus die Anzahl der Wieder­holungs­schüler der Klasse, dividiert durch die Gesamt­zahl der Kinder im offiziellen Schul­abschluss­alter.

Dieser Berechnungs­schlüssel kann bei einigen Ländern zu einer Zahl größer als 100 Prozent führen, was nichts anderes heißt, als dass im be­treffen­den Schul­jahr mehr Kinder die Grund­schule ab­ge­schlossen haben als sich im offi­ziellen Schul­ab­schluss­alter befun­den haben.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.NENR

Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen

Anteil der Kinder, die gemäß der "International Standard Classification of Education" von 1997 im offiziell festgelegten Schul­besuchs­alter sind und eine Schule besuchen, an der Gesamt­bevölke­rung im entsprechen­den Schul­alter. Die Grundschul­bildung vermittelt den Kindern grund­legende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie ein grundlegendes Verständnis von Fächern wie Geschichte, Geografie, Naturkunde, Sozial­kunde, Bildende Kunst und Musik.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.ADT.LITR.ZS

Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können

Der Prozentsatz von Personen ab 15 Jahren, die eine kurze, einfache Aussage zu ihrem alltäglichen Leben mit Verständnis lesen und schreiben können.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS

Öffentliche Ausgaben für Bildung

Summe der öffentlichen laufenden und Kapital­ausgaben für Bildung. Hierzu zählen staatliche Aus­gaben für (öffentliche wie private) Bildungs­einrichtungen, die Bildungs­verwaltung sowie Subven­tionen für private Stellen (Schüler und Studenten/ Haushalte und andere private Stellen).

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS

Zahl der Grundschulkinder pro Lehrerin oder Lehrer

Wird errechnet durch Division der Anzahl aller Grundschüler durch die Anzahl der Grundschul­lehrkräfte (unabhängig vom jeweiligen Unterrichts­deputat).

http://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SAFE.ZS

Anteil der Bevölkerung mit angemessenem Anschluss an eine Trinkwasserversorgung

Der Prozentsatz der Bevöl­kerung, die angemessenen Zugang zu einer ausreichenden Wasser­menge aus einer verbesser­ten Quelle hat, wie beispiels­weise einem Haus­anschluss, einer öffent­lichen Zapf­stelle, einem Bohrloch, einem gesicherten Brunnen oder einer gesicherten Quelle oder einer Regen­wasser­sammel­anlage. Zu den nicht verbesserten Quellen gehören Wasser­verkäufer, Tank­fahrzeuge sowie nicht gesicherte Brunnen und Quellen. Angemessener Zugang bezeichnet die Verfüg­barkeit von mindestens 20 Litern pro Kopf und Tag aus einer Quelle, die höchstens einen Kilo­meter von der Wohn­stätte entfernt liegt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.IMM.IDPT

Anteil der einjährigen Kinder, die gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft sind

Der Prozentsatz der Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten, die vor ihrem ersten Geburts­tag oder zu einem beliebigen Zeit­punkt vor der Erhe­bung geimpft wurden. Ein Kind gilt als aus­reichend vor Diphtherie, Keuch­husten und Tetanus geschützt, wenn es drei Impf­dosen erhalten hat.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ACSN

Anteil der Einwohner mit angemessenem Anschluss an eine Abwasserentsorgung

Der Prozent­satz der Bevölkerung, die zumindest aus­reichenden Zugang zu einer Fäkalien­entsor­gung hat, die verhindert, dass Menschen, Tiere oder Insekten mit den Fäkalien in Berüh­rung kommen. Verbesserte Sanitär­einrich­tungen reichen von einfachen, aber umbauten Gruben­latrinen bis hin zu Spül­toiletten mit Anschluss an eine Ab­wasser­leitung. Solche Vorrich­tungen müssen, um wirklich effektiv zu sein, fach­gerecht gebaut und korrekt gewartet werden.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.SMSS.ZS

Anteil der Einwohner mit Zugang zu einer fachgerechten Abwasserentsorgung (% der Gesamtbevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die verbesserte sanitäre Einrichtungen nutzen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und in denen Ausscheidungen sicher vor Ort entsorgt oder außerhalb des Hauses transportiert und behandelt werden. Zu den verbesserten Sanitäranlagen gehören Spülungen in Rohrleitungen, Kläranlagen oder Grubenlatrinen: belüftete, verbesserte Grubenlatrinen, Verbundtoiletten oder Grubenlatrinen mit Platten.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.BRTC.ZS

Anteil der Geburten, die unter Betreuung von ausgebildetem medizinischen Personal stattfinden

Der Prozentsatz von Geburten, bei denen Fach­personal anwesend ist, das darin ausgebildet wurde, Frauen während der Schwanger­schaft und der Wehen und nach der Geburt ange­messen zu über­wachen, zu versorgen und zu beraten, eigen­ständig eine Geburt zu leiten und Neuge­borene zu versorgen.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ANVC.ZS

Anteil der Schwangeren, die medizinisch betreut werden

Der Prozent­satz der Frauen, die mindestens einmal während der Schwanger­schaft aus schwanger­schafts­bedingten Gründen von medizi­ni­schem Fach­personal betreut worden sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT

Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten)

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gibt die Wahrschein­lich­keit (pro Tausend) an, dass ein neuge­borenes Kind vor Vollen­dung seines fünften Lebens­jahres stirbt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.MMRT

Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten)

Mütter­sterblich­keitsrate gibt die Anzahl der Frauen an, die – pro 100.000 Lebend­geburten – während der Schwanger­schaft und Geburt an schwan­ger­schafts­beding­ten Ursachen sterben. Die Werte werden mittels Regressions­modell unter Ein­beziehung von Informa­tionen zu Frucht­barkeit, Geburts­hilfe und HIV-Verbrei­tung geschätzt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.AIDS.ZS

HIV-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)

Der Prozent­satz der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV infiziert sind.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.XPD.GHED.GD.ZS

Öffentliche inländische Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Öffentliche Ausgaben für Gesundheit aus inländischen Quellen als Anteil der Wirtschaft, gemessen am BIP.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SMDW.ZS

Personen, die sicher betriebene Trinkwasserversorgungsanlagen nutzen (% der Bevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die Trinkwasser aus einer verbesserten Quelle verwenden, die in den Räumlichkeiten zugänglich ist, bei Bedarf verfügbar ist und frei von Fäkalien und vorrangiger chemischer Kontamination ist. Zu den verbesserten Wasserquellen gehören Rohrleitungswasser, Bohrlöcher oder Rohrbrunnen, geschützte gegrabene Brunnen, geschützte Quellen und verpacktes oder geliefertes Wasser.

http://www.bmz.de

Deutsche staatliche Mittel für Entwicklungs­zu­sam­men­arbeit

Durch die Bundesrepublik im Rahmen zwischenstaatlicher Verträge zugesagte Mittel für die Ent­wicklungs­zusammen­arbeit (Tech­nische und Finan­zielle Zu­sam­men­arbeit)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.CD

Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingun­gen (abzüglich etwaiger Tilgungs­leistungen) sowie Zu­schüssen, die von öffent­lichen Stellen der Mit­glieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Län­dern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der Förderung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­stan­dards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfänger aufge­führten Ländern und Gebieten dienen. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschuss­ele­ment von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Ab­zinsungs­satz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechsel­kurse)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.PC.ZS

Summe der pro Einwohner erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Pro Einwohner erhaltene Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingungen (abzüglich etwaiger Tilgungsleistungen) sowie Zuschüs­sen, die von öffentlichen Stellen der Mitglieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Ländern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der För­derung der wirtschaft­lichen Ent­wicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­standards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfän­ger aufgeführten Ländern und Gebieten dienen. Der Betrag wird errechnet, indem die Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit durch die geschätzte Bevöl­kerungs­zahl zur Jahresmitte dividiert wird. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschusselement von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Abzinsungssatz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse)

http://data.worldbank.org/indicator/IT.NET.USER.ZS

Internetnutzer (Anteil der Bevölkerung in %)

Internetnutzer sind Personen, die das Internet (von jedem beliebigen Standort aus) in den letzten 3 Monaten genutzt haben. Der Zugang zum Internet kann zum Beispiel über Computer, Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Spiele-PC, Smart-TV, usw. erfolgen.

http://data.worldbank.org/indicator/IT.CEL.SETS.P2

Mobilfunkanschlüsse (pro 100 Einwohner)

Mobilfunkanschlüsse sind Anschlüsse bei einem Betreiber eines öffent­lichen Mobilfunk­dienstes, die den Zugang ins öffentliche Telefon­netz ermöglichen. Hierunter fallen sowohl Mobil­funk­verträge als auch Prepaid-Kar­ten.

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.AGRI.ZS

Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der gesamten Landfläche

Der Anteil der Landfläche, die Ackerland, Dauer­kultur­land oder Dauerweide­fläche ist. Zum Acker­land zählt nach der FAO-Defi­nition mit verschie­denen Kulturen bewirtschaftetes Land (Flächen mit zwei Kulturen pro Jahr werden nur einmal gezählt), temporäres zum Mähen oder als Weide genutztes Grün­land, Nutz­gärten zur kommerziellen oder privaten Nutzung sowie temporär brachliegendes Land. Land, das im Rahmen des Wander­feldbaus aufgegeben wurde, zählt nicht mit. Dauer­kultur­land ist mit Kulturen bewirtschaftet, die dort langfristig stehen und nicht nach jeder Ernte neu angebaut werden müssen, beispiels­weise Kakao, Kaffee und Kautschuk. Hierzu zählt auch mit Blüten­gehölzen, Obst­bäumen, Nussbäumen oder Reb­stöcken bewirtschaf­tetes Land, nicht aber mit Bäumen zur Holz­nutzung bewirtschaftetes Land. Dauer­weide­fläche ist Land, das fünf Jahre lang oder länger als Grün­futter­quelle genutzt wird, sowohl mit natür­lichem als auch mit gepflanz­tem Bewuchs.

http://data.worldbank.org/indicator/ER.LND.PTLD.ZS

Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche

Gebiete, die von den natio­nalen Behörden offiziell als Schutz­gebiete ausge­wiesen sind

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.FRST.ZS

Anteil der Waldfläche an der gesamten Landfläche

Landfläche mit natürlichem oder angepflanztem Baum­bestand mit einer Mindest­höhe von 5 Metern (unabhängig davon, ob es sich um Nutz­wald handelt). Nicht mitgerechnet werden Baum­bestände in land­wirt­schaft­lichen Produktions­systemen (beispielsweise Obstplantagen und Agroforst­systeme) sowie Bäume in städti­schen Parks und Gärten.

http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

Kohlendioxid-Emission pro Kopf (in Tonnen)

Kohlendioxid-Emissionen sind die Emissionen, die bei der Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe und der Herstellung von Zement frei­gesetzt werden. Die Emissionen schließen Kohlen­dioxide ein, die beim Verbrauch von festen, flüssigen oder gas­förmigen Brenn­stoffen sowie durch das Ab­fackeln von Gas entstehen.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC

Stromverbrauch pro Person

Stromerzeugung aus Kraft­werken und Kraft-Wärme-Anlagen minus Über­tra­gungs-, Vertei­lungs- und Um­spann­verluste sowie minus Eigen­ver­brauch der Anlagen.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung)

Beschäftigte sind Personen, die für einen öffent­lichen oder privaten Arbeit­geber tätig sind und dafür Löhne, Gehälter, Provi­sionen, Trink­gelder, Akkord­löhne oder Sachbezüge erhalten. Die Landwirt­schaft entspricht Abteilung 1 (ISIC-Über­arbei­tung 2) oder den Ab­schnitten A und B (ISIC-Überar­beitung 3) und umfasst auch Jagd, Forst­wirt­schaft und Fischerei.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.IMP.CONS.ZS

Anteil der Energieimporte am gesamten Energieverbrauch

Geschätzte Differenz zwischen Energie­verbrauch und -erzeugung (beide Werte in Öl­einheiten). Ein negativer Wert bedeutet, dass das Land Netto-Expor­teur ist. Der Energie­verbrauch bezieht sich auf den Verbrauch an Primär­energie vor der Umwand­lung in andere Brenn­stoffe für den End­verbrauch, was der Summe aus einheimi­scher Erzeugung, Importen und Bestands­verände­rungen abzüglich der Exporte und der bereit­gestellten Brenn­stoff­menge für auf internationalen Routen verkeh­rende Schiffe und Flug­zeuge entspricht.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.0714.ZS

Anteil der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, die arbeiten

Kinder, die in der von der Erhe­bung erfassten Referenz­woche mindestens eine Stunde lang erwerbstätig waren.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS

Arbeitslosenquote

Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der keine Arbeit hat, aber für eine Erwerbs­tätig­keit verfügbar und erwerbs­suchend ist. Erwerbs­bevölke­rung und Arbeits­losig­keit werden je nach Land unter­schied­lich definiert.

http://data.worldbank.org/indicator/BX.KLT.DINV.CD.WD

Ausländische Direktinvestitionen pro Jahr in US-Dollar

Nettozuflüsse von Investitionen zum Erwerb einer dauer­haften Beteili­gung (mindestens 10 Prozent der Stimm­rechts­aktien) an einem Unternehmen, das in einer anderen Volks­wirt­schaft tätig ist als der Investor. Sie sind die Summe aus Beteiligungs­kapital­bewe­gungen, Reinvesti­tionen der Gewinne und anderen lang­fristigen Kapital­bewe­gungen und den kurz­fristigen Kapital­bewe­gungen, wie sie in der Zahlungs­bilanz ausge­wiesen sind. Dargestellt sind Netto­zuflüsse (Netto-Investitions­zuflüsse abzüglich Des­investi­tion) von auslän­dischen Investoren in die bericht­erstattende Volks­wirtschaft. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/DT.DOD.DECT.CD

Auslandsverschuldung gesamt

Schulden gegenüber nicht im Land ansässi­gen Parteien, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistun­gen zu begleichen sind. Die Gesamt-Auslands­verschul­dung entspricht der Summe aus öffentlichen, öffentlich garan­tierten und privaten nicht garan­tierten lang­fristigen Schulden, der Nutzung von IWF-Krediten und kurz­fristigen Schulden. Kurzfristige Schulden umfassen alle Schulden, deren ursprüngliche Lauf­zeit maximal ein Jahr betragen hat, sowie überfällige Zinsen auf langfristige Schulden. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.ATLS.CD

Bruttonationaleinkommen pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inlän­dischen und auslän­dischen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus auslän­dischen Quellen. Die Umrechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Welt­bank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswirkungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.PCAP.CD

Bruttonationaleinkommen pro Kopf pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf bezeichnet das BNE geteilt durch die Bevöl­kerungs­zahl zur Jahres­mitte. Das BNE misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inländi­schen und ausländi­schen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus ausländi­schen Quellen. Die Um­rechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Weltbank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswir­kungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.EXP.GNFS.ZS

Export von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der ins Ausland gelieferten Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistun­gen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staat­licher Dienst­leistungen. Nicht mitge­rechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Ein­kommen aus Geld­anlagen sowie Transfer­zah­lungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.IMP.GNFS.ZS

Import von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der aus dem Ausland erworbenen Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistungen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staatlicher Dienst­leistungen. Nicht mitgerechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Einkom­men aus Geld­anlagen sowie Transfer­zahlungen.

http://data.worldbank.org/indicator/FP.CPI.TOTL.ZG

Inflationsrate

Die anhand des Verbraucher­preis­indexes gemessene Inflation entspricht der jähr­lichen prozen­tualen Veränderung der Kosten, die dem Durch­schnitts­verbraucher für den Kauf eines Waren- und Dienst­leistungs­korbs entstehen, der dauerhaft definiert sein kann oder in festgelegten Abständen (beispiels­weise jährlich) aktualisiert werden kann. Im Allgemeinen wird die Laspeyres-For­mel verwendet.

http://data.worldbank.org/indicator/DT.TDS.DECT.EX.ZS

Schuldendienst gesamt (in Prozent der Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sowie des Nettoeinkommens aus dem Ausland)

Summe der Tilgungs- und Zins­zah­lungen für lang­fristige Schulden, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistungen tatsächlich geleistet werden, Zinszahlungen auf kurzfristige Schulden sowie Rück­zahlungen (Rückkäufe und Gebühren) an den IWF. Ausfuhren von Gütern und Dienst­leistungen um­fassen auch Ein­kom­men und Heimat­über­wei­sungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.IND.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Industrie in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der In­dustrie ent­spricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lun­gen 10-45 und umfasst die Sek­toren Berg­bau, verarbeitende Industrie, Bau­wesen sowie Strom-, Gas- und Wasser­versor­gung. Die Wert­schöpfung ist die Netto­pro­duktions­menge eines Wirt­schafts­bereichs, nach Summie­rung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.AGR.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Landwirtschaft in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der Land­wirtschaft entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Ab­tei­lungen 1-5 und schließt Jagd, Forst- und Fi­scherei­wirtschaft sowie die Pflan­zen- und Tier­produk­tion mit ein. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produk­tions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbeitung 3) bestimmt.

https://data.worldbank.org/indicator/NV.SRV.TOTL.ZS

Wertschöpfung des Dienstleistungssektors in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung des Dienstleistungs­sektors entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abteilungen 50-99. Hierzu zählt die Wertschöpfung aus dem Großhandels- und Einzel­handelsbereich (auch Hotels und Gaststätten), dem Transportwesen sowie aus staatlichen, finanziellen, fachlichen und persönlichen Dienst­leistungen wie Bildung, medizinische Versorgung und Immobiliendienstleistungen. Mitgezählt werden auch fiktive Gebühren für Bankdienst­leistungen, Importabgaben sowie alle statistischen Diskrepanzen, die den erfassenden Stellen auf nationaler Ebene auffallen, und durch Umskalierung entstehende Diskrepanzen. Die Wert­schöpfung ist die Nettoproduktionsmenge eines Wirtschaftsbereichs nach Summierung aller Produktionsmengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wertschöpfung wird nach der ISIC (Überarbeitung 3 oder 4) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG

Wirtschaftswachstum pro Jahr

Die jährliche Wachstumsrate des Brutto­inlands­produkts (BIP) wird aus dem BIP zu konstan­ten Preisen in Einheiten der Landes­währung errechnet. Die Gesamt­summen sind in US-Dollar zu konstan­ten Preisen von 2000 ausgedrückt. Das BIP ist die Brutto­wert­schöpfung zu Käufer­preisen aller in dem jeweiligen Land ansässigen Personen zuzüglich Steuern und abzüglich Subven­tionen, die nicht im Produkt­wert enthalten sind.

Internationale Initiative für Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit (IATI)

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