Straßenverkehr in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso

Die Sahel-Allianz

Die Länder in der Sahel-Zone verfügen über Bodenschätze wie zum Beispiel Gold und Uran, Produktionsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte wie zum Beispiel Baumwolle und ein erhebliches Potenzial an Arbeitskraft durch die junge Bevölkerung.

Logo: Sahel-Allianz

Gleichzeitig steht der Sahel aber vor großen Herausforderungen: Das starke Bevölkerungswachstum, die weit verbreitete Armut, eine lückenhafte Grundversorgung mit Strom, Wasser und Nahrungsmitteln sowie Kriminalität und Terrorismus prägen die Region. Die Folgen des Klimawandels destabilisieren die ohnehin konfliktanfälligen Länder zusätzlich.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen und um sich in Fragen zur Sicherheit und zur Entwicklung enger miteinander abzustimmen, haben sich Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad im Jahr 2014 zum Regionalbündnis G5 Sahel (Externer Link) zusammengeschlossen.


Die Mitglieder der Sahel-Allianz

Deutschland, Frankreich und die Europäische Union riefen im Juli 2017 die Sahel-Allianz ins Leben, um die G5-Länder zu unterstützen. Weitere Staaten und Organisationen schlossen sich bald darauf an. Die Sahel-Allianz hat mittlerweile 17 Mitglieder und neun Beobachter, die ihr Engagement in der Region eng miteinander abstimmen:

  • Afrikanische Entwicklungsbank
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
  • Europäische Investitionsbank
  • Europäische Union
  • Frankreich
  • Großbritannien
  • Italien
  • Luxemburg
  • Kanada
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Schweden
  • Spanien
  • Vereinigten Staaten von Amerika
  • Weltbank
Standbild aus dem Video "The Sahel Alliance: Working Together to Tackle Shared Problems"
Video (englisch): The Sahel Alliance – Working Together to Tackle Shared Problems

Wirkungen der Sahel-Allianz

Das Engagement der Mitglieder der Sahel-Allianz umfasst mehr als 1.200 Projekte, Initiativen und Modellvorhaben mit einem finanziellen Volumen von über 26 Milliarden Euro. Die Sahel-Allianz erzielt damit nicht nur Wirkungen auf Projektebene, sondern ist auch ein relevantes Forum zur Abstimmung politischer Positionen der Gebergemeinschaft.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf fünf Kernbereiche:

  1. Bildung und Jugendbeschäftigung
  2. Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit
  3. Energie und Wasser
  4. gute Regierungsführung
  5. Dezentralisierung und Grundversorgung

Mit Unterstützung durch Projekte der Sahel-Allianz werden fast 1,5 Millionen Hektar Land im Sahel nachhaltig bewirtschaftet. Diese Fläche ist mehr als fünfmal so groß wie das Saarland. Fast drei Millionen Menschen erhielten seit Gründung der Sahel-Allianz Nahrungsmittelhilfen und über 500.000 Menschen haben Beratungen in Anbautechniken oder Unternehmensführung in Anspruch genommen.

Über die Projektarbeit hinaus hat die Sahel-Allianz einen integrativen Ansatz (Approche Territoriale Intégrée) entwickelt, um die Zusammenarbeit von Akteuren aus den Bereichen Sicherheit, humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Dieser Ansatz wird in den G5-Ländern in ausgewählten Regionen und in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen lokalen Autoritäten umgesetzt.

Ausbildung zum Klempner im Berufsbildungszentrum der nationalen Wasserbehörde in Burkina Faso

Ausbildung zum Klempner im Berufsbildungszentrum der nationalen Wasserbehörde in Burkina Faso

Ausbildung zum Klempner im Berufsbildungszentrum der nationalen Wasserbehörde in Burkina Faso

Der deutsche Beitrag

Über 120 bilaterale Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit einem finanziellen Volumen von 2,26 Milliarden Euro zählen zum Portfolio der Sahel-Allianz. Damit stellt Deutschland 8,5 Prozent des Gesamtengagements in der Sahel-Allianz und ist der viertgrößte Geber nach der Weltbank (49 Prozent), der EU (11,5 Prozent) und Frankreich (11,4 Prozent).

Bis Juni 2022 hatte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Vorsitz im Steuerungsgremium der Sahel-Allianz inne. In dieser Zeit konnten zahlreiche Impulse gesetzt werden. Zum Beispiel gründete das BMZ einen Multi-Geber-Fonds, um schneller in fragilen Zonen aktiv werden zu können. Eine der Besonderheiten des Fonds: Vertreterinnen und Vertreter der G5 sind in das Management des Fonds eingebunden.

Deutschland leitet zudem die Arbeitsgruppe „Dezentralisierung und Basisdienstleistungen“ und möchte dieses Thema weiterhin stärker in den Fokus rücken. In den großen Flächenstaaten des Sahel ist Dezentralisierung eine Voraussetzung dafür, dass Menschen in allen Regionen Zugang zu Basisdiensten wie eine Wasser- und Gesundheitsversorgung erhalten.

In der Sahel-Allianz sind über 300 Projekte verschiedener Geber zum Thema Dezentralisierung und Basisdienstleistungen gebündelt. Dadurch erhielten beispielsweise bis 2021 mehr als fünf Millionen Menschen einen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Wähler in einem Wahllokal in Gao bei den Präsidentschaftswahlen in Mali im August 2018

Beispiel Mali Dezentralisierung unterstützen Interner Link

Die Förderung der Dezentralisierung und die Schaffung von Basisdienstleistungen ist ein wichtiges Themenfeld der Sahel-Allianz und hat in Mali besondere Bedeutung für die Wiederherstellung des Friedens. Die GIZ kooperiert mit den lokalen Partnern der Regionen Kayes, Gao und Koulikorot.

Stand: 15.11.2022