Reformkonzept “BMZ 2030” (Stand: Juni 2020) Unsere Partnerländer – eine neue Qualität der Zusammenarbeit

Entwicklungspolitik ist mehr denn je gefragt, neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu geben: das Wachstum der Weltbevölkerung, der zunehmende Ressourcenverbrauch, der Klimawandel. Und die Kehrseite der Globalisierung wie wachsende Ungleichheiten, Umweltzerstörungen und prekäre Arbeitsbedingungen.

Dazu müssen wir umdenken und umsteuern. Entwicklungspolitik kommt als Querschnittsaufgabe unserer gesamten Politik entsprechend der Agenda 2030 und dem Pariser Klimaabkommen dabei eine entscheidende Bedeutung bei.

Deshalb hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Juni 2020 mit „BMZ 2030“ ein umfassendes Reformkonzept erarbeitet. Ziel ist es, die Maßnahmen und Mittel der Entwicklungspolitik noch strategischer, wirksamer und effizient einzusetzen.

Eckpunkte der neuen Zusammenarbeit mit Partnerländern

Länderliste für die staatliche Entwicklungszusammenarbeit des BMZ

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2022 | Dateigröße 104 KB, Seiten 1 Seite
  • Kern von „BMZ 2030“ ist eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Wir fordern von unseren Partnerländern noch stärker Fortschritte bei guter Regierungsführung, der Einhaltung der Menschenrechte und im Kampf gegen Korruption. Eigeninitiative ist der Schlüssel für Entwicklung. Länder, die besonders reformorientiert sind, unterstützen wir verstärkt mit unseren Reformpartnerschaften.
  • Wir konzentrieren die Themen und setzen neue Schwerpunkte etwa beim Klimaschutz, der Gesundheits- und Familienpolitik, zu nachhaltigen Lieferketten, der Nutzung der Digitalisierung und des Technologietransfers sowie zur Stärkung von Privatinvestitionen. Wichtigstes Ziel bleibt aber die Überwindung von Hunger und Armut in der Welt.
  • Wir führen neue Partnerschaftskategorien ein, um zum Schutz globaler Güter wie des Klimas oder der Regenwälder strategischer mit Partnern zusammenarbeiten zu können. Oder um Menschen in Konflikt- und Flüchtlingsgebieten noch wirksamer unterstützen zu können.
  • Wir steuern die Art der Zusammenarbeit um. Einige Länder haben sich erfreulicherweise so entwickelt, dass sie unsere direkte Unterstützung nicht mehr benötigen. Andere zeigen keine Fortschritte bei der Umsetzung von Reformen. Deswegen passen wir die Zahl der Partnerländer an, mit denen wir direkt staatlich zusammenarbeiten und verringern sie von 85 auf jetzt 61.

Wichtig ist: Wir beenden mit keinem Land die Zusammenarbeit, sondern ändern die Form dieser Kooperation. In Ländern, mit denen wir nicht mehr direkt staatlich zusammenarbeiten, stärken wir die Arbeit der Kirchen und der Zivilgesellschaft sowie der EU und multilateraler Institutionen und fördern Investitionen der Privatwirtschaft.

Weiteres Vorgehen – Nachhaltigkeit sichern

  • Alle laufenden Maßnahmen werden verantwortungsvoll zu Ende geführt. Wir erarbeiten gemeinsam mit unseren Partnerländern maßgeschneiderte Pläne zum Abschluss der Vorhaben und für die Übergabe an andere Akteure wie die EU, die Weltbank, andere Geber oder die Zivilgesellschaft.
  • Das BMZ wird weiterhin alle Entwicklungsländer über die Förderung der Zivilgesellschaft, Kirchen, politischen Stiftungen sowie mit der Wirtschaft und über die EU und multilaterale Institutionen unterstützen.
  • Und Menschen, die von Hunger und Not bedroht sind, werden wir weiterhin in allen Ländern unterstützen.