Vater und Sohn in Taschkent, Usbekistan

Soziale Situation Fehlende Perspektiven für junge Menschen

Bislang ist es der usbekischen Regierung nicht gelungen, alle Teile der Bevölkerung an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen. Nur eine kleine Bevölkerungsgruppe zählt zur Ober- und Mittelschicht.

Der Unterschied zwischen der ländlichen und städtischen Bevölkerung ist sehr groß. Laut der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) leben noch rund elf Prozent der Usbekinnen und Usbeken unterhalb der nationalen Armutsgrenze, drei Viertel von ihnen in ländlichen Regionen.

Eine große Herausforderung ist das starke Bevölkerungswachstum (2017: 1,68 Prozent). Die wirtschaftliche Entwicklung kann mit diesem Wachstum nicht Schritt halten – was Bildungs-, Beschäftigungs- und damit Armutsprobleme mit sich bringt. Jährlich streben 500.000 Menschen neu auf den Arbeitsmarkt und die unzureichende medizinische und soziale Absicherung führt zu Spannungen innerhalb der Bevölkerung und zur Arbeitsmigration. Die Höhe der Rücküberweisungen von Migranten aus dem Ausland ist zwar in den vergangenen Jahren deutlich gefallen, 2018 waren es aber noch immer 5,1 Milliarden US-Dollar.

Es wurden Reformen eingeleitet, um das noch aus Sowjetzeiten stammende Bildungssystem zu modernisieren. Doch es fehlt an qualifizierten Lehrkräften und zeitgemäßen Unterrichtsmaterialien. Die Sprachumstellung vom Russischen auf das Usbekische erschwert den Reformprozess, da unter anderem Fachliteratur in usbekischer Sprache fehlt.

Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) belegt Usbekistan Rang 108 von 189 Ländern.