Kernthema “Klima und Energie, Just Transition Wasser, Wind und Sonne statt Erdöl

Pakistan zählt zu den zehn am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Extreme Klimaereignisse führen zu einem durchschnittlichen wirtschaftlichen Schaden von fast vier Milliarden US-Dollar pro Jahr; würde Pakistan keine Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ergreifen, könnten bis zum Jahr 2050 laut Weltbank bis zu 21 Millionen Menschen zusätzlich von Armut betroffen sein.

Mit Unterstützung der GIZ werden in Sindh, Pakistan, Solaranlagen installiert.

Mit Unterstützung der GIZ werden in Sindh, Pakistan, Solaranlagen installiert.

Mit Unterstützung der GIZ werden in Sindh, Pakistan, Solaranlagen installiert.

Von Hitzewellen in den schnell und wenig nachhaltig wachsenden Städten, von Extremwetterereignissen und Naturkatastrophen sind arme wie reiche Pakistanerinnen und Pakistaner betroffen – die arme Bevölkerung leidet unter dem Klimawandel jedoch besonders stark. Tauen beispielsweise die Gletscher im Himalaya, drohen erst Überschwemmungen, dann große Trockenheit – Millionen Menschen werden kaum Trinkwasser haben und ihre Felder nicht mehr bewässern können.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit trägt deshalb zu einer verbesserten Anpassungsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels bei und stärkt die Kapazitäten zum Management von klimabedingten Risiken. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Themen wie Aufforstung und Katastrophenrisikomanagement, Erschließung internationaler Klimafinanzierung sowie auf die Fortführung des NDC-Partnerschafts-Fazilitierungsprozesses.

So unterstützt Deutschland etwa das pakistanische „Ten Billion Tree Tsunami“-Programm, über das bis 2023 zehn Milliarden Bäume gepflanzt werden, die zur Verminderung von CO2-Emissionen beitragen.

Der Energieverbrauch in Pakistan wird in den kommenden Jahren nicht zuletzt aufgrund der rasanten Bevölkerungsentwicklung zunehmen. Nachhaltige Energieversorgung zur Minderung von Treibhausgasemissionen und ressourcenschonendes Wachstum sind zentral für die Entwicklung Pakistans. Eine ausreichende und nachhaltige Stromversorgung der Bevölkerung bleibt für die pakistanische Regierung nach wie vor eine ihrer größten Herausforderungen.

Pakistan hat ein hohes Potenzial an erneuerbaren Energien. Für eine nachhaltige Energieversorgung und zur Minderung von Treibhausgasemissionen setzt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit deshalb auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Relevante Ansätze sind hier: Solaranlagen und Kleinstwasserkraftwerke als Off-Grid-Lösungen, Beratung bei Konzepten für nachhaltige Energieversorgung sowie die Anbindung von Erzeugungskapazitäten erneuerbarer Energien (Wind, Solar, Wasserkraft).

Durch die Finanzierung von fünf Kleinwasserkraftwerken und Solaranlagen in entlegenen Gemeinden der Provinz Khyber Pakhtunkhwa können beispielsweise 13.000 Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden. Ihre Energieausgaben wurden um 48 Prozent gesenkt. Pro Jahr werden Emissionen von 1.600 Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden.

Im Mai 2016 wurde in Lahore das Pakistanisch-Deutsche Forum für erneuerbare Energien (Pakistan-German Renewable Energy Forum) eröffnet. Es fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und der privaten Wirtschaft, bietet Aus- und Fortbildungen an und dient der deutschen Energiewirtschaft, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als Anlaufstelle.


Pakistanisch-Deutsche Klima- und Energie­initiative

Die Pakistanisch-Deutsche Klima- und Energie-Initiative wurde im September 2021 durch eine gemeinsame Absichtserklärung vereinbart und bei der Klimakonferenz COP26 öffentlich vorgestellt.

Ziel der Initiative ist es, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Pakistan in den Bereichen Klimawandel-Anpassung und Energiewende zu stärken. Dazu gehören der politische Dialog, die Stärkung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit und die Einbindung des Privatsektors, akademischer und wissenschaftlicher Einrichtungen sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen mit einem Schwerpunkt auf der Mobilisierung der Jugend.

Das derzeitige bilaterale Portfolio von über 465 Millionen Euro wird unter der Initiative ausgeweitet. Deutschland unterstützt Pakistan dabei, seine Verpflichtungen unter der Klimakonvention zu erfüllen, sich an den Klimawandel anzupassen, besseren Zugang zu Klimafinanzierung zu erhalten und die Energiewende umzusetzen.