Politische Situation Wenig Bemühen um nachhaltige Entwicklung

Von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg war Kamerun eine deutsche Kolonie. Danach wurde das Land in zwei Mandatsgebiete aufgeteilt und fiel an Frankreich und Großbritannien. Die Wiedervereinigung fand erst 1961 statt, nachdem der französische Teil des Landes seine Unabhängigkeit erlangt hatte.

Stadtansicht von Jaunde, Hauptstadt von Kamerun

Stadtansicht von Jaunde, Hauptstadt von Kamerun

Stadtansicht von Jaunde, Hauptstadt von Kamerun

Heute gehört Kamerun sowohl der Internationalen Organisation der Frankophonie als auch dem Commonwealth an; Französisch und Englisch sind die offiziellen Amtssprachen des Landes. Die Bevölkerung der beiden anglophonen Regionen North-West und South-West beklagt jedoch eine jahrzehntelange Benachteiligung durch die Zentralregierung (siehe auch Kapitel "Land in der Krise").

Seit der Unabhängigkeit wird Kamerun von der "Demokratischen Sammlungsbewegung des kamerunischen Volkes" (Rassemblement Démocratique du Peuple Camerounais, RDPC) regiert, Präsident Paul Biya ist seit 1982 im Amt.

Ehrgeiziges Ziel, schwache Umsetzung

Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich das Land in Richtung Demokratie geöffnet, unter anderem wurden weitere politische Parteien zugelassen. Insgesamt zeigt sich die Regierung jedoch wenig entwicklungsorientiert. Ihre Strategie "Vision 2035" formuliert zwar das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahr 2035 den Status eines Schwellenlandes (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu erreichen. Und formal bekennt sich die Regierung auch zur Agenda 2030. Doch ein ganzheitlicher Politikansatz, der globale Entwicklungsziele wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Sicherheit aufgreift, ist nicht erkennbar.

Zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)s Engagement wird durch staatliche Repressionen, etwa Demonstrationsverbote, Internetsperren und Medienzensur, erschwert. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2019 (Externer Link) der Nichtregierungsorganisation Transparency International liegt Kamerun auf Rang 153 von 180 ausgewerteten Ländern.