Tänzerinnen in traditioneller Kleidung auf Borneo

Soziale Situation Regionale Unter­schiede noch nicht über­wun­den

Indonesien besteht aus mehr als 17.000 Inseln, von denen gut 6.000 bewohnt sind. Trotz der insge­samt positiven Ent­wick­lung der vergangenen Jahre bestehen noch deut­liche regionale Unter­schiede: Die Haupt­insel Java ist das politische und wirt­schaftliche Zentrum des indo­nesischen Archipels.

In der Vergangenheit wurde auf den anderen Inseln nur wenig in die Infra­struktur, die Bildung und die soziale Grund­siche­rung investiert. Dies hat sich aller­dings in den letzten zehn Jahren geändert, dennoch sind bisher die Ent­wicklungs­unterschiede keines­wegs behoben.

Die aktuelle Regierung kann überall im Land deutliche Fort­schritte vorweisen, insbesondere bei der Armuts­bekämp­fung sowie im Gesund­heits- und Bildungs­wesen. Doch im Vergleich zu anderen Ländern in der Region sowie anderen G20-Mit­gliedern zeigen sich noch Ent­wick­lungs­de­fizite. So liegt zum Beispiel die Kinder­sterblich­keit bei 24 von 1.000 Geburten und damit fast dreimal so hoch wie im Nachbarland Malaysia (8,6 von 1.000 Geburten). Jedes dritte indonesische Kind unter fünf Jahren ist mangel­ernährt.

Nach Angaben der Weltbank lebten 2019 rund zehn Prozent der indone­sischen Bevöl­kerung in Armut, im Jahr 2000 lag der Wert noch bei 20 Prozent. Schät­zungen gehen allerdings davon aus, dass etwa ein Viertel der Einwohne­rinnen und Einwohner die nationale Armuts­grenze nur knapp über­schritten hat. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben laut Weltbank viele Menschen wieder zurück in die Armut gestürzt. 

Im aktuellen Index der mensch­lichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Indonesien auf Platz 107 von 189 Ländern.

Frauen lesen in der Istiqlal Moschee in Jakarta, Indonesien, im Koran

Frauen lesen in der Istiqlal Moschee in Jakarta, Indonesien, im Koran

Frauen lesen in der Istiqlal Moschee in Jakarta, Indonesien, im Koran

Rolle der Religionen

Annähernd 90 Prozent der Indonesierinnen und Indonesier gehören dem Islam an und bilden damit die größte isla­mische Gemein­schaft der Erde.

Die indonesische Verfassung garantiert die Religions­freiheit im Rahmen sechs offiziell an­erkan­nter Religionen (Islam, Buddhismus, protestan­tisches und katho­lisches Christen­tum, Konfuzia­nismus, Hinduismus). Defizite im Minder­heiten­schutz und in der Rechts­staat­lichkeit führen jedoch dazu, dass Anhänger religiöser Minder­heiten in einigen Regionen immer wieder benach­teiligt werden und sogar Bedro­hungen und Gewalt­taten durch islamistische Gruppie­rungen ausge­setzt sind.

Die Regierung bekennt sich ausdrücklich zum traditionell im Land veran­kerten gemäßigten Islam. Islamisti­scher Terroris­mus wird ent­schieden bekämpft. Auch große Teile der Zivil­gesell­schaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) engagieren sich gegen die Islami­sierung  des gesell­schaft­lichen Lebens und der sich aus­breitenden religiösen Intoleranz.