Son­der­initia­ti­ve "EI­NEWELT oh­ne Hun­ger" Grü­nes In­no­va­ti­ons­zen­trum To­go

Togo: Frauen schälen und sortieren Cashew-Nüsse.

Togo: Frauen schälen und sortieren Cashew-Nüsse.

Togo: Frauen schälen und sortieren Cashew-Nüsse.

To­go ist ein klei­nes Land, der dor­ti­ge Markt für land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­te ist be­grenzt. Die Hälf­te der Be­völ­ke­rung lebt in ex­tre­mer Ar­mut, vor al­lem die Men­schen in den länd­li­chen Ge­bie­ten. Je­der zehn­te Ein­woh­ner To­gos ist un­ter­ernährt. Zwar ist die na­tio­na­le, re­gio­na­le und glo­ba­le Nach­fra­ge nach Cas­hew, Erd­nüs­sen und So­ja­pro­duk­ten groß. Die Ern­te der Bäue­rin­nen und Bau­ern reicht je­doch nicht aus, um ein aus­rei­chen­des Ein­kom­men zu er­zie­len.

Es feh­len ih­nen Mög­lich­kei­ten und Fä­hig­kei­ten, ih­re Roh­pro­duk­te wei­ter­zu­ver­ar­bei­ten und auf den Markt zu brin­gen. Um die Chan­cen auf hö­he­re Ein­kom­men zu ver­bes­sern, wer­den Land­wir­te und Ver­ar­bei­ter in To­go durch das Grü­ne In­no­va­ti­ons­zen­trum un­ter­stützt.

Was ist in­no­va­tiv?

Qua­li­tät von An­fang an: Bereits 2.000 Kleinbauern haben sich in einer Cashew-Organisation zusammengeschlossen. Sie erhalten hochwertige Cashew-Setzlinge über das ghanaische Landwirtschaftsministerium. 132 Baumschulen erhalten wiederum zertifiziertes Saatgut, um selbst hochwertige Setzlinge ziehen zu können. Unterstützung in Form von Schulungen erhält außerdem das togoische Forschungsinstitut ITRA. Es soll künftig selbstständig verbessertes Pflanzmaterial vermehren können – zum Nutzen der Bauern.

Ver­ar­bei­tung di­rekt auf dem Feld: Mit einer mobilen Soja-Dreschmaschine dreschen die Bäuerinnen und Bauern die Ernte direkt auf dem Feld. Das erspart den Frauen den mühsamen Transport ins Dorf, wo sie bislang von Hand gedroschen haben. Zudem erhöht sich die Qualität der Ernte.

Frucht­ba­re Ver­hand­lun­gen: Hersteller von Erdnuss- und Sojasaatgut haben sich mit zwei togoischen Bauernverbänden auf feste Abnahmemengen geeinigt. Die Kleinbäuerinnen und -bauern nehmen die vereinbarten Saatgutmengen ab, dafür bieten ihnen die Hersteller attraktivere Preise.

Un­se­re Zie­le

  • 33 Pro­zent Ein­kom­mens­stei­ge­rung bei 40.000 Klein­bäue­rin­nen und Klein­bau­ern
  • 1.500 neue Ar­beits­plät­ze
  • Aus- und Fort­bil­dun­gen für 80.000 Klein­bäue­rin­nen und Klein­bau­ern

We­ge zum Er­folg: Wett­be­werb für in­no­va­ti­ve Pro­duk­te

Bou­ba­re Le­mou und ihr Team ha­ben mit ei­ner Ge­würz­mi­schung den ers­ten Preis bei ei­nem In­no­va­ti­ons­wett­be­werb des Grü­nen In­no­va­ti­ons­zen­trums ge­won­nen. Die Frau­en­grup­pe hat ei­ne Ge­würz­mi­schung auf So­ja­ba­sis ent­wi­ckelt, die selbst das ein­fachs­te Ge­richt in ei­ne nähr­stoff­rei­che Mahl­zeit ver­wan­delt. In ihr sind Sa­men der Né­ré-Frucht ent­hal­ten, die aus­ge­spro­chen reich an Pro­te­inen und Vit­amin C sind. Das Ge­würz ist ein lo­ka­les Pro­dukt, pro­fes­sio­nell und hy­gie­nisch ver­packt und nicht zu teu­er in der Her­stel­lung. Da­durch kann es sich die lo­ka­le Be­völ­ke­rung leis­ten. Dar­über hin­aus ist die Mi­schung be­reits von der Le­bens­mit­tel­be­hör­de zer­ti­fi­ziert.

Um beim Wett­be­werb zu ge­win­nen, müs­se ein Pro­dukt ei­ni­ge Kri­te­ri­en er­fül­len, er­klärt Ju­ry­mit­glied Mat­thi­as Schnier vom Grü­nen In­no­va­ti­ons­zen­trum: "Es muss­te et­was sein, bei dem man sagt: Wow, das ist wirk­lich et­was Neu­es, das hat es so in To­go noch nicht ge­ge­ben!" Ne­ben dem in­no­va­ti­ven Cha­rak­ter zähl­te auch die Wirt­schaft­lich­keit des Pro­dukts: Wird es von den Käu­fern gut an­ge­nom­men? Kann es auf dem Markt be­stehen? Au­ßer­dem wur­de je­der ein­ge­reich­te Bei­trag auf sei­ne Nach­hal­tig­keit ge­prüft, bei­spiels­wei­se ob das Pro­dukt aus lo­ka­len Er­zeug­nis­sen be­steht oder sich sei­ne Her­stel­lung ne­ga­tiv auf die Um­welt aus­wirkt.

Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Flagge von Togo