Kakaofrüchte

Son­der­initia­ti­ve "EI­NEWELT oh­ne Hun­ger" Grü­nes In­no­va­ti­ons­zen­trum Côte d'Ivo­i­re

In Côte d'Ivo­i­re ar­bei­tet je­der Drit­te – cir­ca sie­ben Mil­lio­nen Men­schen – im Ka­kao­an­bau. Ob­wohl das Land als welt­weit grö­ß­ter Ka­kao-Pro­du­zent ei­nen gro­ßen Ein­fluss auf den Ex­port­markt hat, lebt die Hälf­te der Klein­bäue­rin­nen und -bau­ern un­ter­halb der Ar­muts­gren­ze. Die Grün­de sind stark schwan­ken­de Ka­kao­prei­se und das Feh­len lo­ka­ler Märk­te.

Das Grü­ne In­no­va­ti­ons­zen­trum setzt sich da­für ein, den Ab­satz vor Ort zu ver­bes­sern und gleich­zei­tig die Wert­schöp­fung im Land zu er­hö­hen. Zu­dem muss ei­ne der wich­tigs­ten Le­bens­grund­la­gen der Men­schen in Côte d'Ivo­i­re er­hal­ten blei­ben: Von ur­sprüng­lich acht Mil­lio­nen Hekt­ar Re­gen­wald ist heu­te we­ni­ger als die Hälf­te üb­rig­ge­blie­ben. Denn Ka­kao wird häu­fig in Mo­no­kul­tur auf ab­ge­holz­tem Wald­bo­den pro­du­ziert. Statt die An­bau­flä­che ste­tig aus­zu­wei­ten, zeigt das Grü­ne In­no­va­ti­ons­zen­trum We­ge auf, um den An­bau auf be­stehen­den Flä­chen zu in­ten­si­ve­ren: et­wa durch Baum­schnitt und frucht­ba­re­re Bö­den dank ge­ziel­ter Auf­fors­tung.

Was ist in­no­va­tiv?

Nach­hal­ti­ger und ent­wal­dungs­frei­er An­bau: Mit Wie­der­auf­fors­tung und ent­wal­dungs­frei­en Lie­fer­ket­ten ge­hen Ka­kao­an­bau und Na­tur­schutz Hand in Hand. Ein na­tio­na­les Sys­tem zur Rück­ver­fol­gung der Pro­duk­te – von der Scho­ko­la­den­ta­fel zum Ka­kao­baum – sorgt für ein ver­läss­li­ches Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment.

Viel­falt statt Ein­sei­tig­keit: Ka­kao­bäue­rin­nen und -bau­ern pro­du­zie­ren neu­er­dings wei­te­re Nah­rungs­mit­tel wie Ma­ni­ok und Koch­ba­na­nen. So sind sie ge­gen Ern­te­aus­fäl­le und sin­ken­de Ka­kao­prei­se ge­wapp­net – und kön­nen auch ih­re ei­ge­ne Ver­sor­gung ver­bes­sern.

Mehr Wert­schöp­fung: Ein neu­es Ge­schäfts­ent­wick­lungs­zen­trum (Busi­ness In­cu­ba­tor) ent­wi­ckelt neue Ka­kao­pro­duk­te und er­schlie­ßt zu­sätz­li­che Ab­satz­märk­te. Ein Schu­lungs­zen­trum bie­tet Aus- und Fort­bil­dun­gen zu al­len Ver­ar­bei­tungs­stu­fen an. So bleibt mehr Wert­schöp­fung im Land.

Un­se­re Zie­le

  • Ein­kom­mens­stei­ge­rung in 100.000 Ka­kao pro­du­zie­ren­den Klein­be­trie­ben
  • Be­schäf­ti­gungs­wachs­tum vor al­lem für Ju­gend­li­che und Frau­en
  • Um­satz­stei­ge­rung bei Un­ter­neh­men ins­be­son­de­re in der Wei­ter­ver­ar­bei­tung von Ka­kao

We­ge zum Er­folg

Vom Klein­bau­ern zum Kon­su­men­ten: Ein Ge­winn für al­le

Fleur N'Dri: "Ich komme gerade von der Weltkakaokonferenz in Berlin. Dort haben wir uns unter anderem mit dem Aufbau einer nachhaltigen Wertschöpfungskette beschäftigt. Alle beteiligten Akteure müssen von der Kakaoproduktion profitieren – vom Kleinbauern auf seinem Feld in der Sonne bis zum Konsumenten.

Ich selbst bin seit einigen Jahren Mitglied einer Kooperative von Kakaobauern. Gemeinsam feilen wir an unseren Produktionsmethoden. Dazu gehören Baumschnitt, Fermentierung und Trocknung. So können wir heute viel mehr hochwertigen Kakao zum Verkauf anbieten als früher. Unser Ziel ist es, 5.000 Tonnen Kakao im Jahr zu produzieren.

Der nächste Schritt ist dann der Export ins Ausland. Als Kooperative möchten wir aber nicht nur Kakao anbauen, sondern diesen künftig auch selbst weiterverarbeiten. Im Training haben wir gelernt, wie so etwas geht. So kann ich neuerdings Kakaopulver herstellen. Und noch etwas: Lange Zeit habe ich geglaubt, dass Kakaoanbau Männersache ist. Aber nicht zuletzt auf der Konferenz habe ich gesehen, dass auch viele Frauen eine wichtige Rolle spielen."

Flagge von Côte d’Ivoire
Bauern in Nigeria dreschen Reis.