Son­der­initia­ti­ve "EI­NEWELT oh­ne Hun­ger" Grü­nes In­no­va­ti­ons­zen­trum Tu­ne­si­en

Tunesien: Mitglieder einer Kooperative besprechen die Futtermischung für ihre Schafe und Kühe.

Tunesien: Mitglieder einer Kooperative besprechen die Futtermischung für ihre Schafe und Kühe.

Tunesien: Mitglieder einer Kooperative besprechen die Futtermischung für ihre Schafe und Kühe.

Rund die Hälf­te der Ju­gend­li­chen in den länd­li­chen Ge­bie­ten Tu­ne­si­ens hat kei­nen Job. Vie­le ha­ben kein In­ter­es­se, in die el­ter­li­che Land­wirt­schaft ein­zu­stei­gen, denn die Ver­dienst­mög­lich­kei­ten sind ge­ring und die Ar­beit ist be­schwer­lich. An­ders als in Deutsch­land sind die Bau­ern nicht in Ge­nos­sen­schaf­ten or­ga­ni­siert – die meis­ten sind "Ein­zel­kämp­fer".

Per­spek­ti­ven im länd­li­chen Raum ver­spre­chen je­doch die Fleisch- und Milch­wirt­schaft und der An­bau von be­stimm­ten Obst- und Ge­mü­se­sor­ten, die für den na­tio­na­len Markt be­stimmt sind. An­sät­ze, die­se Po­ten­zia­le zu nut­zen, ver­wirk­licht das Grü­ne In­no­va­ti­ons­zen­trum in Tu­ne­si­en ge­mein­sam mit der staat­li­chen Agen­tur zur För­de­rung von Agrar­in­ves­ti­tio­nen (Agence de Pro­mo­tion des Inves­tis­se­ments Agri­coles, APIA).

Was ist in­no­va­tiv?

Fri­sche Kar­tof­feln im Herbst: Das Grüne Innovationszentrum sorgt dafür, dass sich Kleinbäuerinnen und -bauern auf den tunesischen Hochplateaus nahe der algerischen Grenze eine neue Pflanzperiode erschließen. Ihre Kartoffeln kommen im Herbst auf den Markt, wenn die Ernte aus dem Flachland längst verkauft ist. Indem sie diese Marktlücke füllen, können die Bauern deutlich höhere Preise erzielen. Das Innovationszentrum erleichtert ihnen den Zugang zu hochwertigem Saatgut und schult sie in verbesserten Anbaumethoden.

App als Pflanzendoktor: Die Smartphone-App "Plantix" hilft bei der Erkennung von Pflanzenkrankheiten in kleinbäuerlichen Betrieben und gibt Hilfestellung zum Pflanzenschutz. Die Anwendung wurde seit 2017 bereits über 8.000 heruntergeladen. 

Wissen aus der Industrie teilen: Eine Kooperationsvereinbarung mit der privaten tunesischen Großmolkerei Délice kommt kleinen Milchviehbetrieben zugute. Die Molkerei zeigt ihnen verschiedene Techniken, mit denen sie ihre Milchproduktion steigern und ihre unternehmerischen Fähigkeiten ausbauen können. Zur Qualitätssicherung helfen den Bäuerinnen und Bauern auch neue Milchtestgeräte. Sie profitieren zudem vom gesicherten Verkauf ihrer Produktion an den Großkunden der Molkerei. 

Un­se­re Zie­le

  • 22,5 Pro­zent Ein­kom­mens­stei­ge­rung bei 15.400 Klein­bäue­rin­nen und Klein­bau­ern
  • 250 neue Ar­beits­plät­ze
  • Aus- und Fort­bil­dun­gen für 22.000 Klein­bäue­rin­nen und Klein­bau­ern

We­ge zum Er­folg

Damit Kühe mehr Milch in guter Qualität geben, hat das Grüne Innovationszentrum eine breite Fortbildungsoffensive gestartet – im Schulterschluss mit der tunesischen Molkereigruppe Délice: Eine ausgewogene Ernährung der Tiere, genügend Wasser und ausreichend Freilauf sorgen unter anderem dafür, dass die Milcherträge in die Höhe gehen. Die Bauern erlernen zudem die Grundlagen einer modernen Geschäftsführung – und verkaufen ihre Milch in Topqualität direkt an die Molkerei. 

Viele Absolventen der Agrarhochschulen haben das Ziel, ein eigenes Unternehmen zu führen. Doch eine gute Idee allein führt noch nicht zum Erfolg. Ein Ideenwettbewerb zur Unternehmensgründung in den Agrarhochschulen gibt jungen Erwachsenen die Chance auf Unterstützung: Die Gewinner erhalten konkrete Starthilfe durch eine ausführliche Unternehmens- und Finanzierungsberatung – finanziert wird der Ideenwettbewerb durch das Grüne Innovationszentrum in Tunesien.

Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Flagge von Tunesien