Weltklimakonferenz Deutschland unterstützt internationale Initiative zum verbesserten Einsatz von Düngemitteln

Logo der COP27 in Sharm el-Sheikh, Ägypten

Pressemitteilung 12. November 2022 | Deutschland beteiligt sich an der „Global Fertilizer Challenge“, die US-Präsident Joe Biden im Sommer ins Leben gerufen hatte, um der zunehmenden weltweiten Düngemittelknappheit zu begegnen. Entwicklungs-Staatssekretär Jochen Flasbarth verkündete die deutsche Unterstützung in Höhe von 13 Millionen Euro im Kreis weiterer Partner der Initiative heute auf der Weltklimakonferenz in Sharm El-Sheikh. Die Düngemittelknappheit, die vor allem durch teure Erdgaspreise ausgelöst wurde, bedroht aktuell die Nahrungsmittelversorgung von Millionen Menschen. Ziel der Initiative ist es, besonders die ärmsten Länder im Kampf um die Ernährungssicherheit zu unterstützen und bessere Erträge bei weniger Düngemitteleinsatz zu erzielen.

Staatssekretär Jochen Flasbarth kündigt deutsche Unterstützung für die „Global Fertilizer Challenge“ bei der COP27 in Ägypten an.

BMZ-Staatssekretär Jochen Flasbarth kündigt deutsche Unterstützung für die „Global Fertilizer Challenge“ bei der COP27 in Ägypten an.

BMZ-Staatssekretär Jochen Flasbarth kündigt deutsche Unterstützung für die „Global Fertilizer Challenge“ bei der COP27 in Ägypten an.

Flasbarth: „Man muss Klimaschutz und Ernährungssicherheit zusammendenken, um erfolgreich zu sein. Düngemittel sind in der jetzigen Situation gerade in Entwicklungsländern unverzichtbar für Ernährungssicherheit. Zugleich ist ihr effizienter Einsatz mitentscheidend für die Klimabilanz der Landwirtschaft. Wir brauchen eine Transformation der Landwirtschaft und des Ernährungssystems hin zu ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in einkommensschwachen Ländern haben eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der Ernährung. In Zeiten, in denen Düngemittel aufgrund des russischen Angriffskriegs so teuer wie nie zuvor sind, sind sie ganz besonders auf Unterstützung angewiesen. Wenn sie geringere Ernten einfahren, treibt das Millionen Menschen in den Hunger. Dem muss die Weltgemeinschaft konkrete Initiativen wie diese entgegensetzen. Wer Düngemittel effizient und sparsam einsetzt, sichert Ernten und schützt zugleich das Klima.“

Das International Fertilizer Development Center (IFDC) schätzt, dass die Düngemittelnachfrage in Subsahara-Afrika in diesem Jahr aufgrund der Preissteigerungen um 30 Prozent zurückgehen wird. Dies könnte dazu führen, dass 30 Millionen Tonnen weniger Nahrungsmittel produziert werden, was dem Bedarf von 100 Millionen Menschen entspricht.

Ziel der Global Fertilizer Challenge ist es, in Zeiten hoher Düngemittelpreise das bisherige Prinzip „Viel hilft viel“ zu korrigieren. Stattdessen soll ein Win-Win-Szenario umgesetzt werden: Weniger Dünger – mehr Ertrag. Dieser doppelte Fortschritt soll durch ein breites Spektrum von Maßnahmen wie verbesserte Bedarfsanalysen, mehr Planung, Schulungsangebote oder durch die Förderung alternativer Anbaumethoden, die Steigerung der Düngereffizienz und die Förderung von Alternativen zu Mineraldüngern ermöglicht werden.

Ein Bauer in Ägypten verteilt Dünger auf einem Acker.

Ein Bauer in Ägypten verteilt Dünger auf einem Acker.

Ein Bauer in Ägypten verteilt Dünger auf einem Acker.

Zur Weltklimakonferenz in Sharm El-Sheik soll mit Unterstützung von Regierungen, Privatwirtschaft und philanthropischen Stiftungen ein Betrag von 100 Millionen Dollar mobilisiert werden. Deutschland beteiligt sich mit insgesamt 13,6 Millionen Euro an dieser neuen Initiative.

Die Global Fertilizer Challenge ist neben ihrer unmittelbaren Wirkung auf eine Abfederung der Düngemittelpreisanstiege auch ein Beitrag zu einer nachhaltigeren, klimaangepassten Landwirtschaft.

Das BMZ setzt bereits in zahlreichen Projekten auf die Verbreitung von nachhaltigen landwirtschaftlichen Praktiken. Dazu zählen integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagement, standortgerechte Düngemittelempfehlungen oder organische Düngung. Gefördert wird dies durch Schulungen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, landwirtschaftliche Beratungsdienstleistungen, den Aufbau von Wissensnetzwerken, die Förderung von kleinen und mittleren Produktionsbetrieben für nicht-synthetische Düngemittel oder durch den Ausbau digitaler Plattformen. Diese konkreten Maßnahmen tragen dazu bei, die Abhängigkeit von synthetischen Düngemitteln zu reduzieren, Boden- und Wasserqualität zu verbessern und damit sowohl einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit als auch zum Klima- und Artenschutz zu leisten.


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