BMZ und ILO verstärken Zusammenarbeit Gemeinsam auf dem Weg zu menschenwürdiger Arbeit weltweit

Gilbert Houngbo, Generaldirektor der ILO, und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung über eine noch engere partnerschaftliche Zusammenarbeit des BMZ mit der ILO
Gilbert Houngbo, Generaldirektor der ILO, und Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung über eine noch engere partnerschaftliche Zusammenarbeit des BMZ mit der ILO

29. November 2022 | Bundesentwicklungsministerin Schulze: „Menschenwürdige Arbeit ist ein zentraler Hebel gegen Armut, trägt zu mehr Resilienz in Krisenzeiten bei und leistet einen stabilisierenden Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten sind daher Ziel und Anspruch der deutschen Entwicklungspolitik. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist ein zentraler strategischer Partner des BMZ. Ich freue mich sehr, dass ich heute mit dem neuen Generaldirektor der ILO, Gilbert Houngbo, gemeinsame Schwerpunkte für eine zukünftig noch engere partnerschaftliche Zusammenarbeit vereinbaren konnte.“

Mari Pangestu, Managing Director Entwicklungspolitik und Partnerschaften der Weltbank, Bundesministerin Svenja Schulze und Gilbert Houngbo, Generaldirektor der ILO, bei der Pressekonferenz am 29. November 2022 in Berlin zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen BMZ, ILO und Weltbank im Bereich der sozialen Sicherung.

Arbeitsmärkte weltweit stehen vor enormen Herausforderungen. Allein in Afrika müssen 25 Millionen neue Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen werden, um der jungen Bevölkerung eine Perspektive zu ermöglichen. Unterbeschäftigung, informelle und prekäre Beschäftigung sind in Entwicklungs- und Schwellenländern weiterhin weit verbreitet und betreffen überdurchschnittlich Frauen und Jugendliche. Laut ILO sind allein im Jahr 2020 umgerechnet rund 255 Millionen Arbeitsplätze pandemiebedingt verloren gegangen. Die negativen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf Volkswirtschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern verschärfen die ohnehin angespannte Lage.

Angesichts dieser Herausforderungen haben Ministerin Schulze und ILO-Generaldirektor Houngbo vereinbart, zukünftig noch enger an gemeinsamen Schwerpunkten zu arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei das gemeinsame Engagement für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und erhöhte Löhne in globalen Lieferketten, die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt sowie der Kampf gegen Kinderarbeit. Auch in Flucht- und Krisenkontexten ist die ILO ein unverzichtbarer Partner. Das BMZ macht sich außerdem für die ILO/UN-Initiative des „Global Accelerator for Jobs and Social Protection“ stark. Ziel dieser Initiative ist es, 400 Millionen menschenwürdige Arbeitsplätze zu schaffen und vier Milliarden Menschen den Zugang zu sozialer Sicherung zu ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit des BMZ mit der ILO ist die Gestaltung des Wandels der Arbeitswelt. Die grüne Transformation der Wirtschaft ist eine existenzielle Aufgabe: in Deutschland, aber auch in Entwicklungs- und Schwellenländern weltweit. Die Bundesregierung macht sich daher für eine „Just Transition“ und damit für einen sozial-verträglichen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft stark.

Unter deutscher Präsidentschaft haben die G7-Staaten beschlossen, ihre Unterstützung für grüne Arbeitsplätze und die Stärkung von grünen Kompetenzen in Entwicklungs- und Schwellenländer bis 2025 auszuweiten. Die ILO begleitet die Umsetzung dieser Verpflichtung mit ihrer fachlichen Expertise. Ein erstes gemeinsames Projekt mit der ILO zur Förderung von Frauenbeschäftigung in grünen Sektoren wird 2023 im Senegal starten.

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