Hauptinhalt

Rückblick

Der Weg zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung


Die Agenda 2030 verbindet zwei ehemals voneinander getrennte globale Prozesse in einem ganzheitlichen Strang: die Armuts- und Entwicklungsagenda der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) und die Nachhaltigkeitsagenda ("Rio-Prozess").

Entwicklungsagenda

Die Millenniumsziele haben gezeigt, dass Entwicklungserfolge machbar sind. Seit Verabschiedung der MDGs konnten in vielen Bereichen Verbesserungen erzielt werden. So ist es im Zeitraum von 2000 bis 2015 beispielsweise gelungen, die Armut weltweit zu halbieren und den Zugang zu Trinkwasser und Bildung zu verbessern. Die Sterblichkeit von Müttern und Kindern konnte um jeweils die Hälfte reduziert werden.

Seit dem Jahr 2000 haben sich die globalen Rahmenbedingungen für wirtschaftliches und gesellschaftliches Zusammenleben jedoch erheblich verändert. Eine wachsende Weltbevölkerung, eine sich vergrößernde Ungleichheit zwischen und innerhalb der Staaten sowie die Risiken und Folgen des Klimawandels erfordern ein Umdenken in Politik und Gesellschaft.

Mit Blick auf die großen globalen Herausforderungen wurde auf dem MDG-Gipfel 2010 in New York beschlossen, eine Agenda für die Zeit nach dem Ablaufen der Millenniumsziele zu erarbeiten. Die MDGs wurden oft vor allem dafür kritisiert, dass sie die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit nicht stark genug berücksichtigten.


Nachhaltigkeitsagenda

Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung wurde erstmals auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro entwickelt (Konferenz von Rio). Im Anschluss an die Konferenz haben praktisch alle entwicklungsrelevanten internationalen Beschlüsse, Verträge und Aktionsprogramme anerkannt, dass wirtschaftliche Entwicklung ohne Rücksichtnahme auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – unkalkulierbare Umweltgefährdungen und politische Risiken mit sich bringt.

Auf der Rio+20-Konferenz im Juni 2012 wurde die Erarbeitung universeller Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) beschlossen. Um möglichst viele Länder und Menschen in die Beratungen über diese neue Agenda einzubeziehen, leiteten die Vereinten Nationen im September 2012 einen breit angelegten Konsultationsprozess ein.

Im September 2013 wurden beide Prozesse, MDGs und Rio, zusammengeführt und bildeten die gemeinsame Grundlage für die Agenda 2030. Auf diese Weise wurden soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele und ihre Verknüpfungen ausgewogen in der Agenda verankert.


Entwicklung und Klimaschutz

Mit der Unterzeichnung des Pariser Klima-Abkommens im Dezember 2015 wurde Klimaschutz als eine zentrale Grundlage für nachhaltige Entwicklung anerkannt. Nun gilt es, Entwicklung und Klimaschutz zusammenzubringen. Das Klima-Abkommen steht im Zeichen der Agenda 2030 und im Dienste der Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung, der Geschlechtergerechtigkeit sowie der Menschenrechte im Allgemeinen. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und das Pariser Klima-Abkommen stecken somit einen neuen und umfassenden Handlungsrahmen für die globale Energie-, Klima- und Entwicklungspolitik.



Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen