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Fallstudie Uganda: Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

Wasser muss für Arme bezahlbar sein!


Kinder holen Wasser von einer nicht sicheren Quelle in Kampalas Slum Kisenyi.

Ein ständiges Kommen und Gehen herrscht an der Wasser­zapf­säule in Kisenyi, einem der Slums von Kampala. Kinder, nicht älter als sieben, füllen lärmend ihre kleinen gelben Kanister mit Wasser. Jane Nakato, eine 19-jährige Mutter von drei Kindern, steckt ihre Wertmarke in den Schlitz der Säule. "Das Wasser hier ist sauber und gut für meine Familie" sagt sie: Darum hole sie es hier und nicht an der kosten­losen Quelle, die sich weiter unten, am Fuße einer stinkenden Müllhalde befindet. Sie befüllt ihren 20-l-Behälter, weniger als ein Eurocent wird ihr dafür von ihrer Wert­marke abgezogen. "Früher, beim Wasser­händler, habe ich das Fünffache und mehr bezahlt!", lacht sie und zieht mit ihrem schweren Kanister auf dem Kopf davon.

In städtischen Armuts­gebieten sind digitale "prepaid-meter"-Systeme sinnvoll: "Pay as you drink!", unter dieser Devise bezahlen die Kunden nur das Wasser, das sie an einer öffentlichen Säule zapfen. Sie benutzen dazu Wertmarken, auf die – ähnlich wie bei einem Mobiltelefon – Guthaben geladen werden können. Die Zapf­säulen geben rund um die Uhr nur soviel Wasser frei, wie sich der Kunde leisten kann. Das Trink­wasser ist recht günstig: Weil es zu einem armuts­orientierten Tarif angeboten wird und die Mittels­männer ausgeschaltet wurden, die bisher Profit aus dem Wasser­ver­kauf an die Armen schlugen.

Sauberes Wasser per Vorkasse: Eine prepaid-meter-Zapfsäule in Kampalas Slum Kisenyi. Urheberrecht: GIZ/ Abdul KinyenyaErste Erfahrungen zeigen, wie gut die Zapf­säulen von den Slum­bewohner an­ge­nom­men wer­den und wie positiv sich das auf ihre Gesund­heit auswirkt: Sie trinken nun sauberes Wasser und er­kran­ken weniger häufig an Durch­fall und anderen Krank­heiten, deren Keime in ver­un­rei­nig­tem Wasser zu finden sind.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag nicht nur zum Milleniums­ziel Nummer 7, sondern auch zum Ziel Nummer 4 und 5, die Kin­der­sterb­lich­keit zu senken und die Gesund­heit der Mütter zu verbessern.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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