Hauptinhalt

Fallstudie Burkina Faso: Wasser- und Sanitärversorgung

Wasser schützen und gerecht verteilen – in rapide wachsenden Städten

Kinder an einer öffentlichen Wasserzapfstelle in Ouagadougou, Burkina Faso

Die Urbanisierung in Burkina Faso schreitet schnell voran. Die Stadtverwaltungen sind mit der Daseinsfürsorge für ihre wachsende Bürgerschaft überfordert – insbesondere mit den vielen armen Landflüchtlingen, die in der Hoffnung auf Arbeit in die Städte ziehen. In den informellen Siedlungen an den Stadträndern fehlt die überlebensnotwendige Infrastruktur. Der Mangel an trinkbarem Wasser und katastrophale hygienische Verhältnisse stellen eine ernste Gefährdung für die Menschen dar.

Deutschland unterstützt daher die burkinische Regierung beim Aufbau einer nachhaltigen Wasser- und Sanitärversorgung: Das hier vorgestellte Programm, welches die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umsetzt, trägt seit 2006 dazu bei, den gesetzlichen, verwaltungstechnischen und stadtplanerischen Rahmen hierfür zu schaffen – durch Beratung auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene. Außerdem wird die Leistungsfähigkeit des städtischen Wasserversorgers verbessert und im Rahmen einer Ausbildungsoffensive technisches Know-how in Wasserberufen vermittelt.

Das Programm bildet die Grundlage für Neuinvestitionen in Wasser- und Abwassersysteme, die von Deutschland (über die KfW), aber auch von anderen Partnerländern getätigt werden. Als Ergebnis der deutsch-burkinischen Kooperation werden bereits 1,5 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt. Eine halbe Million Menschen profitieren von sanitären Anlagen und geregelter Abwasserentsorgung.

Wo das Trinkwasser knapp und teuer ist …

Frauen und Kinder holen Wasser aus einem Brunnen in Fada N'Gourma (Burkina Faso).

… müssen Frauen und Mädchen, denen in Afrika traditionell die Wasserversorgung der Familie obliegt, lange am Brunnen oder an der Pumpe anstehen. Dann tragen sie die schweren Wasserkanister auf ihren Köpfen nach Hause – "über eine Distanz von durchschnittlich zwei bis drei Kilometern", berichtet Michael N'guessan. Der Wasserbauingenieur der GIZ, die im Auftrag des BMZ das Vorhaben durchführt, ist Komponentenleiter im Bereich Wasserversorgung. "Die Situation wird immer kritischer, seit die Städte explosionsartig wachsen. Zum Beispiel Ouagadougou: Hier hat sich die Bevölkerung in den informellen Siedlungen am Stadtrand binnen drei Jahren mehr als verdoppelt – von einer viertel Million im Jahr 2011 auf über eine halbe Million 2014!"

Sehr viele Menschen im westafrikanischen Burkina Faso, dessen nördlicher Teil in der trockenen Sahelzone liegt, haben noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ihr Anteil konnte dank großer Anstrengungen der Regierung und verschiedener Entwicklungspartner in den Städten auf elf Prozent gesenkt werden. Doch die Vorboten des Klimawandels, wie ungewöhnlich lang anhaltende Hitzeperioden, führen zu Wassernotstand im Land – wie in den vergangenen beiden Jahren in der Hauptstadt Ouagadougou. Tagelang kam in der Millionenstadt kein Wasser aus den Zapfhähnen.

In den wilden Siedlungen am Stadtrand wird die Lage dann besonders kritisch. Wasser muss für viel Geld von Wasserhändlern erworben werden, denn niemand hier hat einen Vorratstank auf dem Dach, wie es in den wohlhabenden Vierteln üblich ist. Doch das Wasser ist viel zu teuer, erläutert N'guessan: "Ein armer Haushalt in Ouagadougou, der im Durchschnitt aus acht Personen besteht, muss schätzungsweise ein Viertel seines Einkommens für Wasser ausgeben. Aus Not schöpfen die Leute dann auch schon mal Wasser aus Tümpeln."

20 Liter Wasser am Tag konsumiert ein Mensch in Afrika im Schnitt, wenn er ohne eigenen Wasseranschluss auskommen muss. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind täglich 50 Liter nötig, um ein gesundes Leben führen zu können. 121 Liter werden in Deutschland pro Person und Tag verbraucht. Dieser Vergleich zeigt, wie wichtig das deutsche Engagement in Burkina Faso ist.


Wo es keine Toiletten gibt …

… herrschen Zustände bar jeder Menschenwürde. "Open defecation" heißt es im Fachjargon, wenn Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten müssen. Wenn möglich, tut man das jenseits der Siedlungsgrenzen hinter den Büschen.

"In den Städten gibt es jedoch kaum Möglichkeiten, sich zu verstecken, und damit keine Intimität. Frauen und Mädchen warten bis zum Anbruch der Nacht, um ihren Bedürfnissen im Schutz der Dunkelheit nachzugehen", sagt Ida Ouandaogo, Komponentenleiterin im Bereich Sanitärversorgung. "Genutzt werden auch traditionelle Latrinen, das ist ein simples Loch, welches einfach hinter der Hütte gegraben wird. Häufig liegen diese Gruben aber zu nahe am Brunnen und verunreinigen das Trinkwasser."

Mehr als 14 Millionen Menschen in Burkina Faso haben noch keinen Zugang zu angemessener Sanitärversorgung. Trotz erheblicher Fortschritte sind das selbst in den Städten noch mehr als zwei Drittel aller Einwohner.


Wo Haushalte nicht an die Kanalisation angeschlossen sind …

… ist es üblich, das mit Tensiden und Schmutzpartikeln verunreinigte Brauchwasser einfach auf der Straße auszuschütten. Dort versickert und verdunstet es oder es bildet Rinnsale und Pfützen, die von einer grünlichen stinkenden Schicht überzogen sind. Das sind ideale Brutstätten für Mücken, die Malaria und das Dengue-Fieber übertragen.

Die stete Verunreinigung des Sickerwassers gefährdet auch das Grundwasser – und damit in absehbarer Zeit die Trinkwasserressourcen, warnen Experten.


Wo die geschilderten Zustände herrschen …

Öffentliche Wasserzapfstelle in Ouagadougou, Burkina Faso

… sind Menschen einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Von verunreinigtem Wasser verursachte Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus verbreiten sich ebenso schnell wie Parasiten. "Durchfall ist nach Malaria der zweithäufigste Grund, warum in Burkina Faso ein Hospital aufgesucht wird", berichtet Ida Ouandaogo. Die meisten Armen können es sich nicht leisten, ihr Wasser abzukochen. Denn Feuerholz ist knapp und die Preise für Holzkohle und Gas in den städtischen Ballungsräumen sind hoch.

Durchfall und die häufig damit einhergehende Unterernährung zählen zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit in Burkina Faso (wie in ganz Subsahara-Afrika). Arme Familien geraten zudem schnell in finanzielle Not, wenn der Hauptverdiener auch nur wenige Tage wegen einer Durchfallerkrankung ausfällt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht verursacht die schlechte Wasser- und Sanitärversorgung also enorme Kosten durch Krankheiten und Arbeitsausfall.

Für Wilhelm Kohlmus, den Programmleiter der GIZ, geht es bei seiner Arbeit um ein elementares Menschenrecht, dem in Zeiten des explosiven Städtewachstums mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss: "Schlechte hygienische Zustände können sehr schnell zu einer Epidemie führen und das wollen wir vermeiden." Das Vorhaben konzentriert sich dementsprechend auf Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern in den Regionen Boucle du Mouhoun, Cascades, Hauts-Bassins und Südwest. Dort ist die Bevölkerungsdichte bei Wachstumsraten um die sechs Prozent besonders hoch und das Risiko von Epidemien entsprechend groß.

Bei allen Aktivitäten des Vorhabens wird grundsätzlich darauf geachtet, Transparenz und Bürgerbeteiligung sicherzustellen, betont Kohlmus: "Die Bevölkerung sollte in die Lage versetzt werden, das staatliche und kommunale Handeln verstehen und mitbestimmen zu können. Dabei muss insbesondere der Stimme der Frauen mehr Gehör geschenkt werden, denn sie tragen die Hauptlast der Wasserbeschaffung und der Familienfürsorge."

Im Folgenden werden die drei Schwerpunkte des Vorhabens skizziert:


"Wasser für alle": Kernaufgabe guter Regierungsführung

Der erste Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf nationaler Ebene in der Beratung des zuständigen Ministeriums. Behandelt werden Fragen der Gesetzgebung und der Verfahrensregelung im Wassersektor, erläutert der Programmleiter: "Laut Plan der Regierung soll bis 2030 die Gesamtbevölkerung Burkina Fasos Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung erhalten. Umsetzen müssen das die Kommunen. Im Zuge der Dezentralisierung wurde ihnen die Verantwortung zwar schon übertragen – aber der früher zentralistisch geführte Staatsapparat hat ihnen keine fachlichen Kompetenzen vermittelt und bisher auch kaum Mittel zur Verfügung gestellt. Man fürchtet im Ministerium, dass die Gelder falsch eingesetzt oder veruntreut werden könnten."

Daher ist es eine der Aufgaben des Vorhabens, in acht Pilotstädten Kenntnisse in der Planung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur, in der Ausführung von Bauprojekten, im nachhaltigen Betrieb der Anlagen sowie in der Rechenschaftslegung zu vermitteln. Auf der anderen Seite muss die staatliche Planung und Kontrolle funktionieren: Dazu wird das Fachpersonal in den 13 Regionaldirektionen des Ministeriums geschult. Gemeinsam wurde ein landesweiter Operationsplan zur Stärkung der kommunalen Bauherrenschaft erstellt.

Die Arbeit vor Ort in den Kommunen verschaffe der GIZ eine hohe Glaubwürdigkeit auf nationaler Ebene, sagt der Wasserexperte: "Die politischen Entscheidungsträger in der Hauptstadt sind so weit weg, dass sie oft keine realistische Vorstellung mehr davon haben, wie es in den Kommunen läuft. Sie kommen eben selten raus. Das ist unsere Chance, ihnen die Probleme zurückzuspiegeln. Es gibt keinen anderen Partner, der wie wir auf ministerieller Ebene berät und zugleich in den Provinzen und Kommunen tätig ist."


Abwasser: Vorschriften zum Wohle aller erlassen

Ein Beispiel für fehlende Gesetze und Vorschriften findet sich im Abwassersektor: Industriebetriebe leiten ihre giftigen Abwässer meist ohne Vorklärung in die Abwasserkanäle der Städte ein, berichtet Kohlmus: "Über den Armenvierteln, die neben Industriegebieten liegen, hängt oft eine stinkende Dunstglocke – und die Leute werden krank, wenn ein tropischer Regenguss die Kanäle zum Überlaufen bringt und die belasteten Abwässer im ganzen Viertel verteilt. Ob es sich um den Schlachthof oder die vielen Gerbereien handelt, die mit Salzen die Rinderhäute gerben, um Seifenfabriken oder Brauereien, die scharfe Chemikalien zur Reinigung der Flaschen benutzen: Alle leiten einfach ihr Abwasser ein. Da sind wir dran!"

Es soll das Verursacherprinzip eingeführt werden, das die Industriebetriebe zwingt, die Schadstoffe im Abwasser zu begrenzen und Abgaben zu entrichten. "Wir beraten zu landesweit einheitlichen Vorschriften und Standards in Bezug auf Schmutzkonzentrationen im Abwasser. Um die zu kontrollieren, braucht man Labors und ausgebildetes Personal. Und schließlich braucht man Gesetze, die die Betriebe bestrafen, deren Schmutzwassereinleitungen die erlaubten Konzentrationen übersteigen", so umreißt der Programmleiter das Aufgabenprofil.

In der Großstadt Bobo-Dioulasso gibt es erste Erfolge: In einer der ersten Kläranlagen des Landes werden hier seit 2013 Industrieabwässer behandelt. Die Anlage wurde mit Mitteln der KfW gebaut.


Den nationalen Wasserversorger stärken

Anlage des nationalen Wasserversorgers ONEA in Burkina Faso, die durch die KfW gefördert wurde

Der zweite Schwerpunkt des Vorhabens liegt in der Beratung des ehemals staatlichen und jetzt privatisierten Wasserversorgers Office National de l’Eau et de l’Assainissement (ONEA), der für den Ausbau und die Wartung der Wasser- und Abwassersysteme im ganzen Land verantwortlich ist. "Die ONEA muss nachhaltig wirtschaften und Gewinn machen. Nur so können der Ausbau der Versorgung und die günstigen Sozialtarife für die arme Bevölkerung finanziert werden", erklärt der zuständige Projektleiter Michael N'guessan.

Langjähriges "Capacity Building", also die Stärkung der fachlichen Kompetenzen durch Vermittlung von Wissen in den Bereichen Organisation, Prozessmanagement, Kundenservice und Finanzen, zahlt sich aus: Der Betrieb schreibt schwarze Zahlen.


Wasserverluste minimieren, Energiekosten senken

Fortschritte werden auch bei den Anstrengungen verzeichnet, die erheblichen Wasserverluste zu verringern. Gemeinsam mit der deutschen Firma Sewerin, einem Spezialisten für Lecksuchgeräte, wurden Fachleute ausgebildet, die Rohre und den Boden abhören. Wird ein Leck gefunden, wird der Boden aufgegraben und das Rohr abgedichtet. In Bobo-Dioulasso und in Ouagadougou wurden auf diese Weise in den vergangenen drei Jahren über zwei Millionen Kubikmeter Wasser eingespart – eine Menge, von der nun 50.000 Personen zusätzlich versorgt werden können.

Eingespart wurde dadurch auch Strom, weil weniger Pumpleistung nötig ist. Nicht zu vergessen die über 2.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid, die der Bevölkerung in den vergangenen drei Jahren durch den geringeren Strombedarf erspart geblieben sind. Denn der Strom für die Pumpen wird zum Teil mit Dieselgeneratoren erzeugt. Die Reparatur und der Austausch maroder Pumpen sparen nochmals Energiekosten ein.

"Diese Wasser- und Energieeinsparungen sind keine einmalige Angelegenheit, das zieht sich über Jahre fort", betont Programmleiter Wilhelm Kohlmus: "Mit kleinem Aufwand wurde hier eine große Wirkung erzielt."

Wichtige Beiträge zur Sanierung des Wasserversorgers ONEA brachte auch die Zusammenarbeit mit der deutschen Firma Hamburg Wasser und ihrer Tochter CONSULAQUA sowie mit der Universität Karlsruhe.


Ausbildungsinitiative für ein breites Know-how

Ausbildung im Schwerpunkt Wasserversorgung und Abwasserentsorgung im Berufsbildungszentrum des Versorgungsunternehmens ONEA in Ouagadougou, Burkina Faso

Im Berufsausbildungszentrum für Wasserberufe der ONEA läuft mit Unterstützung des Vorhabens seit vier Jahren ein Prozess der Professionalisierung und der Öffnung für die Privatwirtschaft. Neue Lehrpläne und eine Fortbildung der Lehrkräfte tragen dazu bei, dass fachkundiges Personal ausgebildet wird, das im ganzen Land den Bau, Betrieb und die Wartung von neuen Anlagen übernehmen kann. In den vergangenen Jahren haben rund 7.200 Personen an Schulungen teilgenommen.


Kommunale Wasserversorgung ist ein Menschenrecht, Sanitärversorgung eine Frage der Menschenwürde

Der dritte Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf kommunaler Ebene, in den acht Pilotgemeinden: "Wir bilden die Kollegen von den Regionaldirektionen auf Provinzebene aus und gehen mit ihnen zusammen in die Kommunen. Wir unterstützen sie dabei, mit den Kommunen strategische Wasser- und Abwasserpläne zu entwickeln."

Anschließend geht es darum, dass die Gemeinden ihre Vorhaben in Eigenregie in die Tat umzusetzen. Dazu werden sie befähigt, sich eigenständig Finanzierungsquellen zu erschließen, also zum Beispiel Projektvorschläge zu entwickeln und entsprechende Anträge an Geber zu stellen.


Bilanz der deutsch-burkinischen Zusammenarbeit

Ein Mädchen in Ouagadougou (Burkina Faso) holt an einem Wasserkiosk frisches Trinkwasser. Den Betrieb der Kioske übernehmen meistens Frauen, die damit ihren Lebensunterhalt finanzieren.

In einigen Fällen erfolgte die Umsetzung dieser Planungen aus Mitteln der KfW. Als Bilanz der deutsch-burkinischen Zusammenarbeit werden bereits 1,5 Millionen Menschen in Burkina Faso mit Trinkwasser versorgt, etwa über Wasserkioske oder per subventioniertem Hausanschluss. "Wasser wird so für Arme bezahlbar", erklärt Komponentenleiter N'guessan. "Ein Kubikmeter Wasser kostet umgerechnet 30 Cent, wenn man einen Hausanschluss hat und den "Pro-Poor"-Tarif für Arme zahlt. Die Wasserhändler, die durch die Viertel ziehen, verlangen mindestens den fünffachen Preis." (Siehe: "Die Wasserversorgung hat uns früher sehr viel Kraft gekostet!")

Auch bei der Sanitärversorgung gilt: Die GIZ sorgt für die Software, die KfW liefert die Hardware. Durch den Bau von rund 15.000 Latrinen in Privathaushalten sowie etwa 250 öffentlichen Sanitäranlagen in Schulen, Krankenhäusern und Märkten können jetzt rund eine halbe Million Menschen in Burkina Faso bezahlbare Toiletten und Waschgelegenheiten nutzen.

Von großer Bedeutung ist dabei auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für Hygiene. Dafür hat die GIZ Personal ausgebildet, das Wissen über Hygiene erfolgreich über Radiospots und Schulveranstaltungen verbreitet. Darüber konnten bisher rund 36.000 Menschen in vier Kommunen erreicht werden.


In der Schule von Houndé (Burkina Faso) lernen die Kinder, wie wichtig es ist, sich regelmäßig die Hände zu waschen.

"Die neu gewählten Bürgermeister bringen frischen Wind herein!"

Mit diesem positiven Eindruck kehrten der Programmleiter Wilhelm Kohlmus und seine burkinische Kollegin Ida Ouandaogo kürzlich von einer Dienstreise durch fünf Pilotstädte zurück. Nach einer Zeit politischer Unruhen – 2014 zwangen Bürgerproteste den seit 27 Jahren autoritär regierenden Präsidenten Blaise Compaoré zum Rücktritt – sind nach freien Wahlen Ende 2015 neue Bürgermeister mit ihren Beratern in die Rathäuser eingezogen.

Die Begegnung mit ihnen ließ Kohlmus sein Bedauern darüber vergessen, dass im Zuge des Regierungswechsels maßgebliche Partner im Ministerium ihre Posten räumen mussten. "Wir haben es auf der kommunalen Ebene mit neuen, sehr motivierten und pragmatischen Volksvertretern zu tun; es sind nicht mehr die alten Karrierepolitiker. Vorher waren die Bürgermeister delegiert, jetzt sind sie gewählt – die Neuen haben viel Esprit und wollen dem Volk zeigen, dass sie etwas ändern können. Da war Dynamik zu spüren!"

"Die Bürgermeister sind noch jung und sehr, sehr engagiert", bestätigt seine Kollegin und fährt fort: "Unter ihnen ist einer, der arbeitet für eine Nichtregierungsorganisation, ein anderer ist ein Doktor der Ernährungswissenschaften, ein dritter Tierarzt. Sie alle sagen: Die Wasser- und Sanitärversorgung hat für uns oberste Priorität. Und jeder versucht, etwas zu tun. Das ist ein großer Unterschied zu den alten Bürgermeistern!"

Nach einem Jahr des politischen Stillstands während der Übergangsregierung, der auch einige Aktivitäten des Vorhabens verlangsamte, ist nun also wieder viel Fortschrittsgeist eingekehrt in das "Land der aufrechten Menschen", wie die wörtliche Übersetzung von "Burkina Faso" lautet. 1984 hat sich das ehemalige Obervolta diesen programmatischen Namen gegeben. "Ja!", sagt Ida Ouandaogo am Schluss noch einmal mit Nachdruck. "Ich habe Hoffnung!"


Auf einen Blick

Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Bezeichnung des Programms: Trinkwasser- und Sanitärversorgung in kleineren und mittleren Städten in Burkina Faso
Politischer Partner: Ministerium für Wasser- und Sanitärversorgung
Durchführung: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Budget:
6 Millionen Euro
Laufzeit:
01/2016 bis 12/2018


Stimmen aus dem Projekt


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen