Deutsches Engagement Angebote für sichere, geordnete und reguläre Migration machen

Grenze zwischen Chile und Bolivien
Grenze zwischen Chile und Bolivien

Das BMZ setzt sich dafür ein, dass reguläre Arbeits- und Ausbildungsmigration nicht nur dem Aufnahmeland nützt, sondern auch den Herkunftsländern sowie den Migrantinnen und Migranten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) selbst („triple win“).

In diesem Rahmen finanziert das BMZ einzelne Projekte zu entwicklungsorientierter Arbeits- und Ausbildungsmigration aus Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit nach Deutschland beziehungsweise Europa. Zudem zeigt die deutsche Entwicklungspolitik Alternativen zur Migration auf irregulärem Wege auf und ermöglicht informierte Migrationsentscheidungen.


Logo: Global Compact for Migration
Mit dem Globalen Pakt wird anerkannt, dass eine sichere, geordnete und reguläre Migration dann für alle funktioniert, wenn sie auf der Basis von guter Information, Planung und Konsens stattfindet.
Aus Paragraph 13 des UN-Migrationspakts

Verant­wortungs­bewusste Mi­gra­tions­ent­schei­dungen ermöglichen

In den vom BMZ finanzierten „Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration“ in derzeit zwölf Partnerländern erhalten Interessierte Informationen über die Voraussetzungen und Möglichkeiten für reguläre Migration nach Deutschland.

Sie werden gleichzeitig auch über die Gefahren, die eine irreguläre Einreise birgt, aufgeklärt. So kann eine Migrationsentscheidung verantwortungsbewusst getroffen werden.

Arbeits- und Aus­bildungs­migration ent­wick­lungs­orientiert gestalten

Viele junge Menschen möchten gerne in Deutschland arbeiten, aber die Wege für Erwerbsmigration sind oft nicht bekannt und unterliegen Voraussetzungen. Zugleich suchen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Deutschland nach motivierten Auszubildenden und Fachkräften im Ausland.

Das Vorhaben zur Steuerung von Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa soll Migration so gestalten, dass Partnerländer, Arbeitsmigrantinnen und -migranten sowie Zielländer in Europa, darunter Deutschland, davon profitieren.

Es soll die Rahmenbedingungen für reguläre Migration verbessern – beispielsweise durch eine Anpassung der Regelwerke in Partnerländern und internationale Abkommen zur fairen und ethisch vertretbaren Rekrutierung – und politische Entscheidungsträger bei der Verbesserung ihrer Migrationspolitik unterstützen.

Das Projekt unterstützt zudem die zuständigen Behörden in Marokko, Tunesien und Ägypten dabei, Arbeitsmigration effektiver zu gestalten. So erwerben beispielsweise die Mitarbeitenden der Arbeitsagenturen Kenntnisse, die sie auch für die Vermittlung von Arbeitskräften im Inland nutzen können. Sie können durch Kontakte zu deutschen Partnern Arbeitsmigration nach Deutschland partnerschaftlich gestalten.

Im Rahmen des Projekts sollen bis zu 600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet und in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Gleichzeitig wird eine entwicklungsschädliche Abwanderung von Fachkräften („brain drain“) vermieden.

Das von der EU und dem BMZ finanzierte Vorhaben wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durchgeführt.

Das BMZ finanziert zudem ein Vorhaben, um partnerschaftliche Ansätze für entwicklungsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsmigration mit Ecuador, Kosovo, Nigeria und Vietnam zu erproben. Dieses soll die Zusammenarbeit zwischen zuständigen Akteuren in Partnerländern sowie Arbeitgebern in Deutschland unterstützen.

Im Rahmen dieser Partnerschaften sollen Modelle für die Qualifizierung und Vermittlung von Auszubildenden, Fachkräften und Praktikanten nach Deutschland entwickelt und umgesetzt werden. Gleichzeitig soll die Qualität der beruflichen Bildung in den Partnerländern verbessert werden, von der auch die heimischen Arbeitsmärkte profitieren.