Regionale Risikopools

Regionale Risikopools sind Versicherungsgeber, die gegen die Zahlung einer Prämie Klima- und Katastrophenrisiken mehrerer Länder übernehmen. Dabei wird auf das Risikopooling („Bündelung von Risiken“) zurückgegriffen, das ein Grundprinzip der Versicherung ist und eine bessere Risikostreuung ermöglicht. Viele dieser Versicherungen sind parametrisch ausgestaltet: Auszahlungen werden durch vorab festgelegte Messgrößen, etwa zu Niederschlag oder Windgeschwindigkeit, ausgelöst. Durch die gemeinsame Absicherung können Risiken diversifiziert und Versicherungsschutz kosteneffizienter angeboten werden. Im Katastrophenfall erhalten die versicherten Staaten schnell verfügbare Finanzmittel, die sie zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung einsetzen können.

Zu den wichtigen regionalen Risikopools gehören:

Auch auf kommunaler Ebene werden neue Ansätze für Risikopools entwickelt. So bündelt die vom BMZ über die KfW Entwicklungsbank unterstützte Urban Infrastructure Insurance Facility (UIIF) (Externer Link) die Risiken von Städten in Lateinamerika und der Karibik, um ihnen einen bezahlbaren Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen zu ermöglichen.

Die Wirksamkeit der Risikopools hat sich wiederholt bestätigt, zuletzt 2025, als der Wirbelsturm Melissa auf Jamaica traf und zeitnahe Auszahlungen aus Versicherungsprodukten der CCRIF schnelle Abhilfe leisten konnten. Länder können die Versicherungsprämien anteilig selbst tragen oder Prämienunterstützung erhalten, zum Beispiel im Rahmen ihrer Unterstützungsanfrage an den Globalen Schutzschirm.

Erstes globales und regionales Programm: Global Shield Programme for Resilient Risk Pools (GSRRP)

Das GSRRP stärkt die regionalen Risikopools und ihre Zusammenarbeit. Ziel ist es, ihre Angebote weiterzuentwickeln, technische und institutionelle Kapazitäten zu stärken und den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Risikopools zu fördern, um im Katastrophenfall schnellere und verlässlichere finanzielle Hilfen bereitstellen zu können.

Die vier regionalen Pools in Zentralamerika und der Karibik (CCRIF SPC), in Afrika (ARC Ltd.), im Pazifik (PCRIC) und in Südostasien (SEADRIF) können Unterstützung über das GSRRP beantragen.