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Transparenz

Internationale Transparenzstandards


Der Standard der International Aid Transparency Initiative (IATI-Standard) und der Common Open Standard for Aid Transparency

Die International Aid Transparency Initiative (IATI) wurde 2008 auf dem dritten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Accra (Ghana) ins Leben gerufen. Die Initiative bringt Akteure aus Staat, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft zusammen und setzt sich dafür ein, Finanzflüsse in der Entwicklungszusammenarbeit mithilfe eines gemeinsamen Standards transparenter und vergleichbar zu machen. Als Gründungsmitglied engagiert sich Deutschland seit 2008 in der Transparenzinitiative.


Der Standard der International Aid Transparency Initiative (IATI-Standard) bietet staatlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Gebern einen einheitlichen Rahmen zur Veröffentlichung ihrer Entwicklungszusammenarbeits-Leistungen in einem maschinenlesbaren Format (XML). Der Standard umfasst dabei eine Reihe an detaillierten Organisations- und Projektinformationen. Die Daten werden unter einer offenen Lizenz als "Open Data" auf der Webseite des jeweiligen Geldgebers veröffentlicht und zu dem IATI-Register verlinkt. Über Suchfunktionen und Datenschnittstellen stehen diese Daten frei zur Verfügung.


Beim vierten hochrangigen Forum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit 2011 in Busan (Republik Korea) wurde die Einführung eines gemeinsamen Transparenzstandards für die Veröffentlichung von Entwicklungsleistungen vereinbart. Der sogenannte "Common Open Standard for Aid Transparency" basiert auf den Vorgaben des statistischen Meldesystems des Ausschusses für Entwicklungszusammenarbeit (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und dem IATI-Standard. Zur Umsetzung des gemeinsamen, offenen Transparenzstandards hat das BMZ 2012 einen Umsetzungsplan veröffentlicht.


Das BMZ veröffentlicht im Rahmen der Umsetzung des Common Open Standard for Aid Transparency von Busan (2011) seit März 2013 aktuelle, umfangreiche Informationen und Daten zu beendeten, laufenden und neu zugesagten Projekten und Programmen der deutschen bi- und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit entsprechend dem IATI-Standard.

Die Veröffentlichung erfolgt monatlich. Für die fortlaufende Steigerung der Datenqualität und –quantität arbeitet das BMZ eng mit seinen Durchführungsorganisationen zusammen.

Erläuterungen zu diesen Datensätzen finden Sie hier. Die aktuellen IATI-Daten zur deutschen EZ ergänzen damit die statistisch geprüften Daten der jährlichen deutschen ODA-Meldung sowie die vorausschauenden deutschen FSS-Daten der OECD.


Open Government Partnership (OGP)

Die Open Government Partnership (OGP) ist eine internationale Initiative, deren Teilnehmerstaaten die Umsetzung der Prinzipien offenen Regierungshandelns, wie Transparenz und Bürgerbeteiligung, im Rahmen nationaler Aktionspläne vorantreiben.

Deutschland hat unter Federführung des Bundesinnenministeriums im Dezember 2016 seine Teilnahme erklärt. Das Bundeskanzeleramt hat im Juni 2018 die Federführung übernommen. Das BMZ beteiligt sich aktiv im Rahmen des ersten Nationalen Aktionsplans an der Open Government Partnership. Durch die regelmäßigen Veröffentlichungen von Daten und Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit nach dem Standard der International Aid Transparency Initiative (IATI) leistet das BMZ einen wichtigen Beitrag zu Open Government. Hierfür steht das BMZ im engen Austausch mit der Zivilgesellschaft.


Überprüfung der Standards – Der Aid Transparency Index (ATI)

Seit dem Jahr 2011 erhebt die britische Nichtregierungsorganisation "Publish What You Fund" jährlich/zweijährig den Aid Transparency Index (ATI). Für das BMZ differenziert das ATI-Ranking institutionell in "BMZ-GIZ" und "BMZ-KfW".

In den letzten Jahren hat das BMZ große Fortschritte im Bereich Transparenz erzielt, insbesondere im Hinblick auf die Datenqualität. Dies spiegelt sich auch im ATI 2018 wider, in dem BMZ-GIZ die Bewertung "Good" erhält und BMZ-KfW mit "Fair" bewertet wird.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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