Zusammenarbeit konkret Unterstützung von Versöhnungsprozessen in Ruanda und Kambodscha

Angesichts zunehmender kriegerischer Auseinandersetzungen in den 1990er Jahren wurde die Aufarbeitung von Konflikten und die Einleitung von Versöhnungsprozessen ein wichtiger Bestandteil der Entwicklungspolitik. Das BMZ ging dabei auf länderspezifische Geschehnisse ein und entwickelte demokratiefördernde Strukturen. 

In Ruanda führten wiederkehrende Konflikte zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi 1994 zu einem grausamen Völkermord an der Tutsi-Minderheit mit bis zu einer Million Opfern. 

Der Genozid, die Traumatisierung großer Teile der Bevölkerung, die massenhafte Vertreibung und die spätere Rückkehr von rund 3,5 Millionen Flüchtlingen warfen Ruanda in seiner Entwicklung zurück. 

Zur Bewältigung der Folgen unterstützt das BMZ das Land bei der gesellschaftlichen Aussöhnung und der politischen und wirtschaftlichen Öffnung. 

In Kambodscha fielen Mitte der 1970er Jahre 1,7 Millionen Menschen dem Schreckensregime der Roten Khmer zum Opfer und ein Guerillakrieg brach aus. Der Wiederaufbau begann erst Ende der 1990er Jahre. 

Deutschland unterstützt das Rote-Khmer-Kriegs­verbrecher­tribunal und Projekte für Aussöhnung, Minenräumung sowie langfristige Programme zur Förderung von Demokratie und Zivilgesellschaft.