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Marokko

Moschee in Casablanca, Marokko

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Überblick

Bindeglied zwischen Europa und Afrika

Marokko ist sowohl politisch als auch kulturell und wirtschaftlich ein wichtiges Bindeglied zwischen Europa und Afrika.

Seit 1999 ist König Mohammed VI. Staatsoberhaupt und gleichzeitig geistlicher Führer des nordafrikanischen Landes. Im Zuge der Protestbewegungen in vielen arabischen Ländern ab Dezember 2010 ("Arabellion") wurden auch in Marokko politische und soziale Reformen gefordert. Als Reaktion auf die Unruhen unternahm Mohammed VI. Schritte zur Modernisierung des Staates. So wurde im Juli 2011 eine neue Verfassung verabschiedet, die erstmals einen Grundrechtekatalog enthält und die pluralistische Identität des Landes betont. Die zentrale Stellung des Königs ist trotz der Neuerungen der vergangenen Jahre im Kern erhalten geblieben. Zu den sozialen Herausforderungen des Landes zählen insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit und der Mangel an Beschäftigungsperspektiven für die junge Bevölkerung.

Beziehungen zwischen Marokko und Deutschland

Marokko ist ein zentraler Partner Deutschlands in der Region Nordafrika/Nahost. In der Erklärung von Rabat der Außenminister beider Länder von 2013 wurden eine kontinuierliche Zusammenarbeit sowie ein verstärkte Dialog im Hinblick auf demokratische Entwicklung, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Menschenrechte vereinbart.

Die deutsch-marokkanische Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Bereiche  nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung, erneuerbare Energien und Wasser.

Marokko ist Teil der G20-Initiative "Compact with Africa" zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen. Im Rahmen der Initiative vereinbarten Bundesminister Dr. Gerd Müller und der marokkanischen Finanzminister Mohamed Benchaâboun Ende November 2019 eine deutsch-marokkanische Reformpartnerschaft.

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Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten aus Marokko

  • Königliche Garde am Mausoleum des Königs Mohammed V und seiner Söhne in Rabat, Marokko
    Politische Situation

    Monarchie mit demokratischen Elementen

    Marokko ist eine Monarchie mit Elementen einer parlamentarischen Demokratie. König Mohammed VI. gibt die politischen Richtlinien vor. 2015 trat eine Gebietsreform in Kraft, durch die den Regionen mehr politische Zuständigkeiten zugewiesen wurden.

  • Imker haben sich in einer Kooperative zusammengeschlossen.
    Soziale Situation

    Gefälle zwischen Stadt und Land

    Die soziale Lage vieler Marokkanerinnen und Marokkaner ist schwierig, die Kluft zwischen Arm und Reich groß. Besonders problematisch ist die Lage in den ländlichen Regionen, wo der Zugang zu Bildungsangeboten und Gesundheitsdiensten deutlich schlechter ist als in den Städten.

  • Imbiss in Marrakesch, Marokko
    Wirtschaftliche Situation

    Geschäftsklima verbessert, Arbeitsplätze fehlen

    Marokko durchläuft einen tiefgreifenden Wandlungsprozess vom Agrar- zum Industrie- und Dienstleistungsland. Die ökonomischen Rahmenbedingungen und das Geschäftsklima haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Königliche Garde am Mausoleum des Königs Mohammed V und seiner Söhne in Rabat, Marokko
Politische Situation

Monarchie mit demokratischen Elementen

Marokko ist eine Monarchie mit Elementen einer parlamentarischen Demokratie. König Mohammed VI. gibt die politischen Richtlinien vor.

Bei den Parlamentswahlen im November 2011, die König Mohammed VI. aufgrund der Proteste im Land vorgezogen hatte, gewann mit der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (Parti de la Justice et du Développement, PJD) erstmals eine gemäßigt-islamische Partei die meisten Stimmen.

Aus den Parlamentswahlen vom Oktober 2016 ging die PJD erneut als Sieger hervor.

2015 trat eine Gebietsreform in Kraft, durch die den Regionen mehr politische Zuständigkeiten zugewiesen wurden.

Im September 2015 wurden die Regionalräte zum ersten Mal direkt gewählt.

Strategie für nachhaltige Entwicklung

Die marokkanische Regierungspolitik ist entwicklungsorientiert: Die Strategien und Pläne der Regierung orientieren sich an den Nachhaltigen Entwicklungszielen. Zu deren Umsetzung hat die Regierung im Juni 2017 die Nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung 2015–2020 (Stratégie Nationale de Développement Durable) verabschiedet.

Beziehungen zur EU

Marokko unterhält enge Beziehungen zur Europäischen Union. Seit dem Jahr 2000 ist ein Assoziierungsabkommen in Kraft, 2008 hat das nordafrikanische Land von der EU den "statut avancé" erhalten, der eine engere politische und wirtschaftliche Anbindung fördert. Derzeit wird über ein umfassendes Handels- und Dienstleistungsabkommen verhandelt, das den Vertrag von 2000 ersetzen soll.

Imker haben sich in einer Kooperative zusammengeschlossen.
Soziale Situation

Gefälle zwischen Stadt und Land

Die soziale Lage vieler Marokkanerinnen und Marokkaner ist schwierig, die Kluft zwischen Arm und Reich groß. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) liegt Marokko auf Rang 121 von 189 Ländern.

Die Analphabetenrate bleibt mit rund 30 Prozent der über 15-Jährigen eine der höchsten im arabischen Raum.

Besonders problematisch ist die Lage in den ländlichen Regionen, wo der Zugang zu Bildungsangeboten und Gesundheitsdiensten deutlich schlechter ist als in den Städten.

Vor allem Mädchen und Frauen leiden darunter, dass Schulen und Krankenhäuser oft nur schwer erreichbar sind. Viele Landbewohner wandern deshalb in die Städte ab – dadurch verschärfen sich dort die Probleme.

Infrastruktur

Bei der Trinkwasser- und Stromversorgung sind deutliche Fortschritte zu verzeichnen. Mittlerweile hat nahezu die gesamte Bevölkerung Zugang zu Strom. Etwa 95 Prozent der Haushalte verfügen über einen Wasseranschluss.

Ein Bauer holt Wasser an einem öffentlichen Brunnen in Marokko.
Imbiss in Marrakesch, Marokko
Wirtschaftliche Situation

Geschäftsklima verbessert, Arbeitsplätze fehlen

Marokko durchläuft einen tiefgreifenden Wandlungsprozess vom Agrar- zum Industrie- und Dienstleistungsland. Die ökonomischen Rahmenbedingungen und das Geschäftsklima haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Die wirtschaftliche Entwicklung unterliegt jedoch großen Schwankungen: In den Jahren 2013 bis 2017 lagen die Wachstumsraten zwischen 1,2 und 4,5 Prozent. Für die Jahre ab 2018 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Steigerungsraten von drei bis vier Prozent. Ursache für die schwankenden Wachstumsraten ist vor allem die Abhängigkeit der Landwirtschaft vom Niederschlag.

Die Marktliberalisierung zwischen Marokko und der Europäischen Union im Rahmen des Assoziierungsabkommens birgt große Chancen, aber auch große Herausforderungen. Innovationsfähigkeit, Produktsicherheit und Qualitätsstandards marokkanischer Unternehmen nähern sich allmählich den Anforderungen der EU an. Dennoch ist Marokko bislang noch unzureichend in den Weltmarkt integriert. Eines der Hindernisse ist die geringe oder nicht an den Markt angepasste berufliche Qualifizierung.

Mangel an Beschäftigungsperspektiven

Die größte Herausforderung bleibt, das zentral gelenkte Wirtschaftsmodell so auszugestalten, dass alle Landesteile und Bevölkerungsgruppen gleichermaßen profitieren und neue Beschäftigungsperspektiven für die jungen Menschen, besonders im ländlichen Raum, geschaffen werden.

Die Arbeitslosenzahlen liegen bei rund zehn Prozent, unter den Jugendlichen sogar bei über 25 Prozent. Fast ein Drittel aller jungen Menschen sind weder in Ausbildung noch in Beschäftigung.

Mehr als 30 Prozent aller marokkanischen Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Über 95 Prozent der Unternehmen im Privatsektor sind Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU), die rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften.

Entwicklungs- und Beschäftigungschancen bieten unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien, der Tourismus sowie die Automobilindustrie und Luftfahrtbranche.

Situation der Frauen

Die marokkanische Regierung hat ein nationales Programm zur Förderung der Gleichstellung auf den Weg gebracht, die rechtliche Situation von Frauen hat sich im Vergleich zu anderen Ländern der Region im letzten Jahrzehnt verbessert. Doch ihre Chancen auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz bleiben durch soziale und kulturelle Einschränkungen begrenzt. So sind etwa nur zehn Prozent der Inhaber formeller Unternehmen Frauen.

Eine Frau beim Teppichknüpfen im Zentrum für Kunsthandwerk in Meknes, Marokko

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Marokko

Im Rahmen von Regierungsverhandlungen im Oktober 2018 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Marokko 151,7 Millionen Euro neu zugesagt.

Davon entfallen 49,1 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit und 102,6 Millionen Euro auf die finanzielle Zusammenarbeit. Dabei handelt es sich zum größten Teil um Darlehen zu marktnahen Konditionen.

Folgende Schwerpunkte der Zusammenarbeit wurden vereinbart:

  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung
  • Erneuerbare Energien
  • Wasser

Zusätzlich fördert das BMZ gute Regierungsführung in Marokko, etwa im Bereich Migration und Dezentralisierung (siehe unten).

Meldungen

Geflüchtete Frauen und ihre Kinder holen im Flüchtlingscamp Zaatari Wasser aus einem Wassertank.

Meldung 21.03.2019

Klimawandel verschärft weltweiten Wassermangel

Kristalina Georgieva, CEO der Weltbank, und Martin Jäger, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Meldung 31.01.2019

Weltbankgruppe und Deutschland kündigen Intensivierung der Zusammenarbeit bei Entwicklungsprojekten für Afrika an

Windenergie-Labor in Äthiopien

Meldung 29.10.2018

Entwicklungsministerium weitet Reformpartnerschaften aus: Verhandlungen mit Äthiopien, Marokko und Senegal starten

Meldung 15.11.2017

Deutschland unterstützt Marokko bei Energiewende

Tourismus für die Zukunft
Schwerpunkt "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung"

Mehr Arbeitsplätze für Jugendliche auf dem Land

Die deutsch-marokkanische Zusammenarbeit in diesem Schwerpunkt konzentriert sich sowohl auf die Nachfrage- als auch Angebotsseite des Arbeitsmarkts.

Auf der Nachfrageseite steht die berufliche Qualifizierung im Vordergrund, insbesondere von Jugendlichen im ländlichen Raum. Auf der Angebotsseite konzentriert sich die Zusammenarbeit auf den Zugang zu Finanzierung sowie die Verbesserung von Unternehmensdienstleistungen für KKMU und Selbstständige.  

Zudem fördert das BMZ im Einklang mit der G20-Initiative "Compact with Africa" die Rahmenbedingungen zur Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas für private Unternehmen. Im Fokus stehen dabei unter anderem die verschiedenen Komponenten des Doing-Business-Indikators der Weltbank.

Ergänzend werden über die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung konkrete Investitionshemmnisse abgebaut, um private Investitionen und Beschäftigung zu ermöglichen.

Die bisherigen Ausbildungsmodelle orientieren sich nur unzureichend am Bedarf des Arbeitsmarkts. Die deutsche Unterstützung hat deshalb das Ziel, Unternehmen in die Ausbildung miteinzubeziehen. So werden zum einen Qualifikationen nachfrageorientiert vermittelt. Zum anderen erhöht sich die Chance der Auszubildenden auf einen späteren Arbeitsplatz.

Das wirtschafts- und beschäftigungspolitische Potenzial kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) wird bislang bei Weitem nicht ausgenutzt. Mehr als zwei Millionen Betriebe sind im informellen Sektor tätig, die meisten davon sind KMU. Um ihr Risiko zu reduzieren, bevorzugen viele Banken größere beziehungsweise staatliche Unternehmen in städtischen Ballungsräumen als Kunden. Die Kleinstbetriebe sind darum bisher sehr häufig auf informelle Geldverleiher angewiesen.

Mitarbeiter in einer Textilfabrik in Marokko, die ein duales Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild anbietet
Ein Mitarbeiter des Solarkraftwerks in Ouarzazate blickt über ein Solarfeld.
Schwerpunkt "Energie"

Versorgung mit klimafreundlicher Energie

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die marokkanische Regierung bei der Umsetzung einer klimafreundlichen Energiestrategie. Wichtige Arbeitsbereiche der Kooperation sind der Ausbau erneuerbarer Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz sowie Qualifizierung, Beschäftigung und Forschung im Bereich erneuerbarer Energien.

Unter anderem fördert das BMZ den Bau von Solarkraftwerken in Ouarzazate und Midelt. Allein der Komplex in Ouarzazate wird mehr als 1,3 Millionen Menschen mit nachhaltig produziertem Strom versorgen und damit den Ausstoß von 800.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermeiden.

Gefragt ist deutsches Fachwissen auch beim Aufbau eines leistungsfähigen Leitungsnetzes im Kontext eines steigenden Anteils von fluktuierenden erneuerbaren Energien, durch das der erzeugte Strom effizient und kostengünstig zu den Verbrauchern gelangt. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Verbesserung der Energieeffizienz von öffentlichen Gebäuden. Im Bausektor erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft, um Fachkräfte vor Ort aus- und fortzubilden und neue Arbeitsstellen zu schaffen.

Marokko ist bislang fast vollständig von importierten fossilen Energieträgern abhängig. Gleichzeitig verfügt das Land über ideale Voraussetzungen, um die Stromversorgung durch Wind- und Sonnenkraft abzudecken. Die Regierung hat eine Energiewende eingeleitet: Bis zum Jahr 2020 sollen 42 Prozent der Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden, bis 2030 sogar 52 Prozent.  

Im Juni 2012 wurde eine deutsch-marokkanische Energiepartnerschaft vereinbart, die eine stärkere Bündelung und Steuerung der deutschen und marokkanischen Aktivitäten im Energiesektor vorsieht.

Windpark Tanger in Marokko
Frauen holen Wasser an einem Brunnen in Marokko.
Schwerpunkt "Wasser"

Trinkwasser, Abwasser, Ressourcenmanagement

Mit deutscher Unterstützung konnte in den vergangenen Jahrzehnten die Trinkwasserversorgung der marokkanischen Bevölkerung stark verbessert werden. Der Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit liegt heute insbesondere auf der Versorgung ländlicher Gebiete sowie kleiner und mittelgroßer Städte.

Eine Herausforderung bleibt das Abwassermanagement und die Sanitärversorgung: Die öffentlichen Abwassersysteme reichen nicht aus und sind oft in einem sehr schlechten Zustand. Deutschland fördert daher die Instandsetzung und den Neubau von Anlagen zur Sammlung, Reinigung und Wiederaufbereitung von Abwässern.

Integriertes Wasserressourcenmanagement

Um die knappen Wasserressourcen des Landes zu schützen und Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzern zu vermeiden, müssen die ehrgeizigen und notwendigen Regierungsprogramme zum Ausbau von Industrie und Landwirtschaft ökonomisch und ökologisch nachhaltig gestaltet werden.

Das deutsche Engagement im Wassersektor ist daher eingebettet in die Strategie eines integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM). Dabei werden Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen mit den Erfordernissen der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Bedarf der lokalen Bevölkerung in Einklang gebracht. Die deutsche Unterstützung konzentriert sich auf die Einführung eines IWRM im Wassereinzugsgebiet Tensift im Südwesten Marokkos.

 

Marokko gehört zu den wasserarmen und vom Klimawandel stark betroffenen Ländern. Bevölkerungswachstum, fortschreitende Industrialisierung, die wachsende Tourismusbranche und die Landwirtschaft haben den Grundwasserspiegel in den vergangenen Jahren stetig absinken lassen.

Etwa 85 Prozent des Wassers werden von der Landwirtschaft gebraucht: Da es nur unregelmäßig regnet, müssen die Felder in vielen Regionen künstlich bewässert werden. Der Klimawandel wird den Wassermangel weiter verschärfen, etwa durch sinkende Niederschlagswerte und eine kürzere Periode der Schneeschmelze im Atlasgebirge.

Ein Mitarbeiter einer Kläranlage in Marokko prüft die Wasserqualität
Holzschnitzarbeiten an einer Tür im Zentrum für Kunsthandwerk in Meknes

Weitere Kooperationsbereiche

Neben der Zusammenarbeit in den vereinbarten Schwerpunkten arbeiten Deutschland und Marokko noch in weiteren Bereichen zusammen. Unter anderem unterstützt die Bundesregierung Marokko bei der Umsetzung der nationalen Migrations- und Asylstrategie und bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur Dezentralisierung.

Marokko ist sowohl Herkunftsland von Migranten als auch Transit- und Zuwanderungsland für Flüchtlinge und Migranten aus den Staaten südlich der Sahara und dem Nahen Osten. Immer wieder versuchen Menschen, in die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla zu gelangen, um auf europäischem Boden Asyl zu suchen. Eine steigende Anzahl an Migranten trifft – nach oft jahrelanger Wanderung – die Entscheidung, sich dauerhaft in Marokko niederzulassen. Das führt zu sozialen Spannungen im Land.

Deutsches Engagement

2014 hat die marokkanische Regierung eine eigene Migrations- und Asylstrategie verabschiedet. Deutschland unterstützt Marokko dabei, diese auf kommunaler Ebene umzusetzen und kulturelle, soziale und wirtschaftliche Integrationsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die Unterstützung immer auch den aufnehmenden Gemeinden zugutekommt.

In zehn Partnerkommunen werden staatliche und nicht staatliche Einrichtungen dabei unterstützt, Angebote für Migrantinnen und Migranten wie Sprachkurse und Rechtsberatungen aufzubauen und untereinander zu koordinieren. Außerdem werden Fortbildungen zur gewaltfreien Konfliktlösung angeboten und Kampagnen organisiert, um die Bevölkerung für ein positives Miteinander im Sinne einer marokkanischen Willkommenskultur zu sensibilisieren. Dabei werden auch die Bedürfnisse von Rückkehrern aus Deutschland und Europa berücksichtigt, um deren Reintegration in Marokko zu erleichtern. Ein weiterer Aspekt ist die migrationspolitische Zusammenarbeit zwischen Marokko und ausgewählten westafrikanischen Ländern.

Bei seiner Nordafrikareise im Februar 2016 besuchte Minister Müller ein mit deutscher Unterstützung eingerichtetes Integrationszentrum in Rabat, das Anlaufstelle für Einwanderer aus Subsahara-Afrika ist. Deutschland wird solche Willkommenszentren auf weitere zehn Kommunen ausweiten.

Eine besondere Rolle im politischen Reformprozess kommt den Regionen und Kommunen zu. Hier wird der unmittelbare Alltag der Menschen geprägt und hier muss das Vertrauen der Bevölkerung in die öffentlichen Institutionen gestärkt werden. Die Stadtverwaltungen und kommunalen Dienstleister verfügen jedoch nicht immer über die notwendigen Fähigkeiten und finanziellen Mittel, um diesem Anspruch gerecht werden zu können.

Das BMZ unterstützt die marokkanischen Behörden dabei, gesetzliche Vorgaben der Dezentralisierung umzusetzen. Wichtig für den Erfolg der Reformbemühungen ist dabei auch eine verbesserte Koordinierung zwischen zentralstaatlicher Ebene und den Regionen sowie die Zusammenarbeit zwischen den Regionen. Darüber hinaus unterstützt das BMZ zehn mittelgroße Städte dabei, ihre Lokalpolitik bürgernah zu gestalten. Dazu werden zentrale Empfangsstellen eingerichtet, die die Bürgerinnen und Bürger umfassend über Dienstleistungsangebote und Verwaltungsabläufe informieren. Über eine intensivere Kommunikation werden Transparenz und Rechenschaftslegung verbessert. Außerdem wird kommunales Personal darin geschult, die Zivilgesellschaft stärker in Projekte einzubeziehen, etwa in die Umgestaltung öffentlicher Plätze oder in die Neuorganisation soziokultureller Einrichtungen.

Karte von Marokko

Entwicklungspolitische Zahlen und Fakten

  Marokko Deutschland
Ländernamea16173184 Königreich Marokko Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadta16173156 Rabat, etwa 800.000 Einwohner Berlin, etwa 3,75 Millionen Einwohner
Flächea16173142 446.550 km² (2018) 357.580 km² (2018)
Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)a16173170 121 von 189 (2018) 4 von 189 (2018)
http://data.worldbank.org/indicator/AG.SRF.TOTL.K2

Fläche

Die Gesamtfläche eines Landes einschließlich der Gebiete, die von Binnengewässern oder bestimmten küstennahen Wasserstraßen bedeckt sind.

http://hdr.undp.org/en/statistics/

Rang im Index der menschlichen Entwicklung (HDI)

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch: Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet. Sie ermöglicht es, den Stand der durchschnittlichen Entwicklung eines Landes abzuleiten.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS

Anteil der Landbevölkerung

Die Einwohner, die in den von den nationalen Statistikbehörden als ländlich definierten Gebieten leben. Berechnungsgrundlage: Differenz zwischen Gesamtbevölkerung und Stadtbevölkerung.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.GROW

Bevölkerungswachstum pro Jahr

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt bezeichnet die Anzahl der Jahre, die ein neugeborenes Kind leben würde, wenn die Sterblichkeitsrate zum Zeitpunkt seiner Geburt sein ganzes Leben lang unverändert bliebe.

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.65UP.TO.ZS

Anteil der Menschen, die 65 Jahre oder älter sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.0014.TO.ZS

Anteil der Menschen, die jünger als 15 Jahre sind

 

http://data.worldbank.org/indicator/SN.ITK.DEFC.ZS

Anteil der Menschen, die unterernährt sind

Der Prozent­satz der Bevölkerung, der nicht ausreichend Nahrung zu sich nimmt, um den täglichen Energie­bedarf kontinuierlich zu decken. Wenn dieser Wert 2,5 beträgt, bedeutet dies eine Prävalenz von Unter­ernährung von weniger als 2,5 Prozent.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.NAHC

Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben

Prozentsatz der Bevölkerung, die unterhalb der nationalen Armuts­grenze lebt. Die nationalen Schätzwerte beruhen auf bevölkerungs­gewich­teten Unter­gruppen­schätzungen aufgrund von Haushalts­erhebungen.

http://data.worldbank.org/indicator/SI.POV.DDAY

Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben

Anteil der Bevölkerung, die mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag auskommen muss; umgerechnet auf die lokale Kaufkraft, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2011. Die Weltbank hat die Armutsgrenze zuletzt im Oktober 2015 angepasst. Davor lag dieser Wert bei 1,25 US-Dollar pro Tag, basierend auf dem internationalen Preisniveau von 2005. Diesen älteren Wert verwenden noch fünf Länder: Bangladesch, Cabo Verde, Jordanien, Kambodscha, Laos

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.CMPT.ZS

Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen (Primarschulabschlussrate)

Prozentsatz der Schüler, die die Primar­schule bis zum letzten Jahr durchlaufen haben. Berechnet wird die Primar­schul­abschluss­rate aus der Gesamt­zahl der Schüler in der letzten Primarschul­klasse minus die Anzahl der Wieder­holungs­schüler der Klasse, dividiert durch die Gesamt­zahl der Kinder im offiziellen Schul­abschluss­alter.

Dieser Berechnungs­schlüssel kann bei einigen Ländern zu einer Zahl größer als 100 Prozent führen, was nichts anderes heißt, als dass im be­treffen­den Schul­jahr mehr Kinder die Grund­schule ab­ge­schlossen haben als sich im offi­ziellen Schul­ab­schluss­alter befun­den haben.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.NENR

Anteil der Kinder im schulpflichtigen Alter, die eine Grundschule besuchen

Anteil der Kinder, die gemäß der "International Standard Classification of Education" von 1997 im offiziell festgelegten Schul­besuchs­alter sind und eine Schule besuchen, an der Gesamt­bevölke­rung im entsprechen­den Schul­alter. Die Grundschul­bildung vermittelt den Kindern grund­legende Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie ein grundlegendes Verständnis von Fächern wie Geschichte, Geografie, Naturkunde, Sozial­kunde, Bildende Kunst und Musik.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.ADT.LITR.ZS

Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können

Der Prozentsatz von Personen ab 15 Jahren, die eine kurze, einfache Aussage zu ihrem alltäglichen Leben mit Verständnis lesen und schreiben können.

http://data.worldbank.org/indicator/SE.XPD.TOTL.GD.ZS

Öffentliche Ausgaben für Bildung

Summe der öffentlichen laufenden und Kapital­ausgaben für Bildung. Hierzu zählen staatliche Aus­gaben für (öffentliche wie private) Bildungs­einrichtungen, die Bildungs­verwaltung sowie Subven­tionen für private Stellen (Schüler und Studenten/ Haushalte und andere private Stellen).

http://data.worldbank.org/indicator/SE.PRM.ENRL.TC.ZS

Zahl der Grundschulkinder pro Lehrerin oder Lehrer

Wird errechnet durch Division der Anzahl aller Grundschüler durch die Anzahl der Grundschul­lehrkräfte (unabhängig vom jeweiligen Unterrichts­deputat).

http://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SAFE.ZS

Anteil der Bevölkerung mit angemessenem Anschluss an eine Trinkwasserversorgung

Der Prozentsatz der Bevöl­kerung, die angemessenen Zugang zu einer ausreichenden Wasser­menge aus einer verbesser­ten Quelle hat, wie beispiels­weise einem Haus­anschluss, einer öffent­lichen Zapf­stelle, einem Bohrloch, einem gesicherten Brunnen oder einer gesicherten Quelle oder einer Regen­wasser­sammel­anlage. Zu den nicht verbesserten Quellen gehören Wasser­verkäufer, Tank­fahrzeuge sowie nicht gesicherte Brunnen und Quellen. Angemessener Zugang bezeichnet die Verfüg­barkeit von mindestens 20 Litern pro Kopf und Tag aus einer Quelle, die höchstens einen Kilo­meter von der Wohn­stätte entfernt liegt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.IMM.IDPT

Anteil der einjährigen Kinder, die gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus geimpft sind

Der Prozentsatz der Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten, die vor ihrem ersten Geburts­tag oder zu einem beliebigen Zeit­punkt vor der Erhe­bung geimpft wurden. Ein Kind gilt als aus­reichend vor Diphtherie, Keuch­husten und Tetanus geschützt, wenn es drei Impf­dosen erhalten hat.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ACSN

Anteil der Einwohner mit angemessenem Anschluss an eine Abwasserentsorgung

Der Prozent­satz der Bevölkerung, die zumindest aus­reichenden Zugang zu einer Fäkalien­entsor­gung hat, die verhindert, dass Menschen, Tiere oder Insekten mit den Fäkalien in Berüh­rung kommen. Verbesserte Sanitär­einrich­tungen reichen von einfachen, aber umbauten Gruben­latrinen bis hin zu Spül­toiletten mit Anschluss an eine Ab­wasser­leitung. Solche Vorrich­tungen müssen, um wirklich effektiv zu sein, fach­gerecht gebaut und korrekt gewartet werden.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.SMSS.ZS

Anteil der Einwohner mit Zugang zu einer fachgerechten Abwasserentsorgung (% der Gesamtbevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die verbesserte sanitäre Einrichtungen nutzen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden und in denen Ausscheidungen sicher vor Ort entsorgt oder außerhalb des Hauses transportiert und behandelt werden. Zu den verbesserten Sanitäranlagen gehören Spülungen in Rohrleitungen, Kläranlagen oder Grubenlatrinen: belüftete, verbesserte Grubenlatrinen, Verbundtoiletten oder Grubenlatrinen mit Platten.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.BRTC.ZS

Anteil der Geburten, die unter Betreuung von ausgebildetem medizinischen Personal stattfinden

Der Prozentsatz von Geburten, bei denen Fach­personal anwesend ist, das darin ausgebildet wurde, Frauen während der Schwanger­schaft und der Wehen und nach der Geburt ange­messen zu über­wachen, zu versorgen und zu beraten, eigen­ständig eine Geburt zu leiten und Neuge­borene zu versorgen.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.ANVC.ZS

Anteil der Schwangeren, die medizinisch betreut werden

Der Prozent­satz der Frauen, die mindestens einmal während der Schwanger­schaft aus schwanger­schafts­bedingten Gründen von medizi­ni­schem Fach­personal betreut worden sind.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.MORT

Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben (pro 1.000 Lebendgeburten)

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren gibt die Wahrschein­lich­keit (pro Tausend) an, dass ein neuge­borenes Kind vor Vollen­dung seines fünften Lebens­jahres stirbt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.STA.MMRT

Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben (pro 100.000 Lebendgeburten)

Mütter­sterblich­keitsrate gibt die Anzahl der Frauen an, die – pro 100.000 Lebend­geburten – während der Schwanger­schaft und Geburt an schwan­ger­schafts­beding­ten Ursachen sterben. Die Werte werden mittels Regressions­modell unter Ein­beziehung von Informa­tionen zu Frucht­barkeit, Geburts­hilfe und HIV-Verbrei­tung geschätzt.

http://data.worldbank.org/indicator/SH.DYN.AIDS.ZS

HIV-Quote (Erwachsene zwischen 15 und 49 Jahren)

Der Prozent­satz der 15- bis 49-Jährigen, die mit HIV infiziert sind.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.XPD.GHED.GD.ZS

Öffentliche inländische Gesundheitsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsproduktes

Öffentliche Ausgaben für Gesundheit aus inländischen Quellen als Anteil der Wirtschaft, gemessen am BIP.

https://data.worldbank.org/indicator/SH.H2O.SMDW.ZS

Personen, die sicher betriebene Trinkwasserversorgungsanlagen nutzen (% der Bevölkerung)

Der Prozentsatz der Menschen, die Trinkwasser aus einer verbesserten Quelle verwenden, die in den Räumlichkeiten zugänglich ist, bei Bedarf verfügbar ist und frei von Fäkalien und vorrangiger chemischer Kontamination ist. Zu den verbesserten Wasserquellen gehören Rohrleitungswasser, Bohrlöcher oder Rohrbrunnen, geschützte gegrabene Brunnen, geschützte Quellen und verpacktes oder geliefertes Wasser.

http://www.bmz.de

Deutsche staatliche Mittel für Entwicklungs­zu­sam­men­arbeit

Durch die Bundesrepublik im Rahmen zwischenstaatlicher Verträge zugesagte Mittel für die Ent­wicklungs­zusammen­arbeit (Tech­nische und Finan­zielle Zu­sam­men­arbeit)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.CD

Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingun­gen (abzüglich etwaiger Tilgungs­leistungen) sowie Zu­schüssen, die von öffent­lichen Stellen der Mit­glieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Län­dern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der Förderung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­stan­dards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfänger aufge­führten Ländern und Gebieten dienen. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschuss­ele­ment von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Ab­zinsungs­satz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechsel­kurse)

http://data.worldbank.org/indicator/DT.ODA.ODAT.PC.ZS

Summe der pro Einwohner erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit (ODA)

Pro Einwohner erhaltene Auszahlungen von Darlehen zu vergünstigten Bedingungen (abzüglich etwaiger Tilgungsleistungen) sowie Zuschüs­sen, die von öffentlichen Stellen der Mitglieder des OECD-Ent­wick­lungs­aus­schusses (Develop­ment Assistance Committee, DAC), von multi­lateralen Institutionen und von Nicht-DAC-Ländern vergeben werden. Berücksichtigt werden Mittel, die der För­derung der wirtschaft­lichen Ent­wicklung und der Ver­besse­rung des Lebens­standards in den in der DAC-Liste der ODA-Empfän­ger aufgeführten Ländern und Gebieten dienen. Der Betrag wird errechnet, indem die Gesamtsumme der erhaltenen öffentlichen Mittel für Entwicklungs­zusammenarbeit durch die geschätzte Bevöl­kerungs­zahl zur Jahresmitte dividiert wird. Dies schließt auch Darlehen mit einem Zuschusselement von mindestens 25 Prozent (berechnet zu einem Abzinsungssatz von 10 Prozent) mit ein. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse)

http://data.worldbank.org/indicator/IT.NET.USER.ZS

Internetnutzer (Anteil der Bevölkerung in %)

Internetnutzer sind Personen, die das Internet (von jedem beliebigen Standort aus) in den letzten 3 Monaten genutzt haben. Der Zugang zum Internet kann zum Beispiel über Computer, Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Spiele-PC, Smart-TV, usw. erfolgen.

http://data.worldbank.org/indicator/IT.CEL.SETS.P2

Mobilfunkanschlüsse (pro 100 Einwohner)

Mobilfunkanschlüsse sind Anschlüsse bei einem Betreiber eines öffent­lichen Mobilfunk­dienstes, die den Zugang ins öffentliche Telefon­netz ermöglichen. Hierunter fallen sowohl Mobil­funk­verträge als auch Prepaid-Kar­ten.

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.AGRI.ZS

Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche an der gesamten Landfläche

Der Anteil der Landfläche, die Ackerland, Dauer­kultur­land oder Dauerweide­fläche ist. Zum Acker­land zählt nach der FAO-Defi­nition mit verschie­denen Kulturen bewirtschaftetes Land (Flächen mit zwei Kulturen pro Jahr werden nur einmal gezählt), temporäres zum Mähen oder als Weide genutztes Grün­land, Nutz­gärten zur kommerziellen oder privaten Nutzung sowie temporär brachliegendes Land. Land, das im Rahmen des Wander­feldbaus aufgegeben wurde, zählt nicht mit. Dauer­kultur­land ist mit Kulturen bewirtschaftet, die dort langfristig stehen und nicht nach jeder Ernte neu angebaut werden müssen, beispiels­weise Kakao, Kaffee und Kautschuk. Hierzu zählt auch mit Blüten­gehölzen, Obst­bäumen, Nussbäumen oder Reb­stöcken bewirtschaf­tetes Land, nicht aber mit Bäumen zur Holz­nutzung bewirtschaftetes Land. Dauer­weide­fläche ist Land, das fünf Jahre lang oder länger als Grün­futter­quelle genutzt wird, sowohl mit natür­lichem als auch mit gepflanz­tem Bewuchs.

http://data.worldbank.org/indicator/ER.LND.PTLD.ZS

Anteil der Naturschutzgebiete an der gesamten Landesfläche

Gebiete, die von den natio­nalen Behörden offiziell als Schutz­gebiete ausge­wiesen sind

http://data.worldbank.org/indicator/AG.LND.FRST.ZS

Anteil der Waldfläche an der gesamten Landfläche

Landfläche mit natürlichem oder angepflanztem Baum­bestand mit einer Mindest­höhe von 5 Metern (unabhängig davon, ob es sich um Nutz­wald handelt). Nicht mitgerechnet werden Baum­bestände in land­wirt­schaft­lichen Produktions­systemen (beispielsweise Obstplantagen und Agroforst­systeme) sowie Bäume in städti­schen Parks und Gärten.

http://data.worldbank.org/indicator/EN.ATM.CO2E.PC

Kohlendioxid-Emission pro Kopf (in Tonnen)

Kohlendioxid-Emissionen sind die Emissionen, die bei der Verbren­nung fossiler Brenn­stoffe und der Herstellung von Zement frei­gesetzt werden. Die Emissionen schließen Kohlen­dioxide ein, die beim Verbrauch von festen, flüssigen oder gas­förmigen Brenn­stoffen sowie durch das Ab­fackeln von Gas entstehen.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.USE.ELEC.KH.PC

Stromverbrauch pro Person

Stromerzeugung aus Kraft­werken und Kraft-Wärme-Anlagen minus Über­tra­gungs-, Vertei­lungs- und Um­spann­verluste sowie minus Eigen­ver­brauch der Anlagen.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS

Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft (gemessen an der gesamten Erwerbsbevölkerung)

Beschäftigte sind Personen, die für einen öffent­lichen oder privaten Arbeit­geber tätig sind und dafür Löhne, Gehälter, Provi­sionen, Trink­gelder, Akkord­löhne oder Sachbezüge erhalten. Die Landwirt­schaft entspricht Abteilung 1 (ISIC-Über­arbei­tung 2) oder den Ab­schnitten A und B (ISIC-Überar­beitung 3) und umfasst auch Jagd, Forst­wirt­schaft und Fischerei.

http://data.worldbank.org/indicator/EG.IMP.CONS.ZS

Anteil der Energieimporte am gesamten Energieverbrauch

Geschätzte Differenz zwischen Energie­verbrauch und -erzeugung (beide Werte in Öl­einheiten). Ein negativer Wert bedeutet, dass das Land Netto-Expor­teur ist. Der Energie­verbrauch bezieht sich auf den Verbrauch an Primär­energie vor der Umwand­lung in andere Brenn­stoffe für den End­verbrauch, was der Summe aus einheimi­scher Erzeugung, Importen und Bestands­verände­rungen abzüglich der Exporte und der bereit­gestellten Brenn­stoff­menge für auf internationalen Routen verkeh­rende Schiffe und Flug­zeuge entspricht.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.0714.ZS

Anteil der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, die arbeiten

Kinder, die in der von der Erhe­bung erfassten Referenz­woche mindestens eine Stunde lang erwerbstätig waren.

http://data.worldbank.org/indicator/SL.UEM.TOTL.ZS

Arbeitslosenquote

Der Anteil der Erwerbsbevölkerung, der keine Arbeit hat, aber für eine Erwerbs­tätig­keit verfügbar und erwerbs­suchend ist. Erwerbs­bevölke­rung und Arbeits­losig­keit werden je nach Land unter­schied­lich definiert.

http://data.worldbank.org/indicator/BX.KLT.DINV.CD.WD

Ausländische Direktinvestitionen pro Jahr in US-Dollar

Nettozuflüsse von Investitionen zum Erwerb einer dauer­haften Beteili­gung (mindestens 10 Prozent der Stimm­rechts­aktien) an einem Unternehmen, das in einer anderen Volks­wirt­schaft tätig ist als der Investor. Sie sind die Summe aus Beteiligungs­kapital­bewe­gungen, Reinvesti­tionen der Gewinne und anderen lang­fristigen Kapital­bewe­gungen und den kurz­fristigen Kapital­bewe­gungen, wie sie in der Zahlungs­bilanz ausge­wiesen sind. Dargestellt sind Netto­zuflüsse (Netto-Investitions­zuflüsse abzüglich Des­investi­tion) von auslän­dischen Investoren in die bericht­erstattende Volks­wirtschaft. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/DT.DOD.DECT.CD

Auslandsverschuldung gesamt

Schulden gegenüber nicht im Land ansässi­gen Parteien, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistun­gen zu begleichen sind. Die Gesamt-Auslands­verschul­dung entspricht der Summe aus öffentlichen, öffentlich garan­tierten und privaten nicht garan­tierten lang­fristigen Schulden, der Nutzung von IWF-Krediten und kurz­fristigen Schulden. Kurzfristige Schulden umfassen alle Schulden, deren ursprüngliche Lauf­zeit maximal ein Jahr betragen hat, sowie überfällige Zinsen auf langfristige Schulden. Angaben in US-Dollar (jeweilige Preise und Wechselkurse).

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.ATLS.CD

Bruttonationaleinkommen pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inlän­dischen und auslän­dischen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus auslän­dischen Quellen. Die Umrechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Welt­bank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswirkungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GNP.PCAP.CD

Bruttonationaleinkommen pro Kopf pro Jahr in US-Dollar

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf bezeichnet das BNE geteilt durch die Bevöl­kerungs­zahl zur Jahres­mitte. Das BNE misst die gesamte Wert­schöpfung von Inländern aus inländi­schen und ausländi­schen Quellen. Das BNE umfasst das Brutto­inlands­produkt (BIP) zuzüglich der Netto­übertra­gungen aus Primär­einkom­men aus ausländi­schen Quellen. Die Um­rechnung von der jeweiligen Landes­währung in US-Dollar zum jeweils geltenden Kurs erfolgt nach der Atlas-Me­thode der Weltbank. Dabei werden Drei­jahres­durch­schnitte der Wechsel­kurse verwendet, um die Auswir­kungen vorübergehender Wechsel­kurs­schwan­kungen zu glätten.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.EXP.GNFS.ZS

Export von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der ins Ausland gelieferten Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistun­gen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staat­licher Dienst­leistungen. Nicht mitge­rechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Ein­kommen aus Geld­anlagen sowie Transfer­zah­lungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NE.IMP.GNFS.ZS

Import von Waren und Dienstleistungen (Anteil am Bruttoinlandsprodukt )

Der Wert der aus dem Ausland erworbenen Güter und Dienst­leistungen. Dies umfasst den Wert der Waren, Fracht­kosten, Versicherungs­kosten, Transport­kosten, Reise­kosten, Lizenz­gebühren und anderer Dienst­leistungen wie Nachrichten-, Bau-, Finanz-, Infor­mations- und Geschäfts­dienst­leistungen sowie persön­licher und staatlicher Dienst­leistungen. Nicht mitgerechnet werden die Entlohnung von Beschäftigten und Einkom­men aus Geld­anlagen sowie Transfer­zahlungen.

http://data.worldbank.org/indicator/FP.CPI.TOTL.ZG

Inflationsrate

Die anhand des Verbraucher­preis­indexes gemessene Inflation entspricht der jähr­lichen prozen­tualen Veränderung der Kosten, die dem Durch­schnitts­verbraucher für den Kauf eines Waren- und Dienst­leistungs­korbs entstehen, der dauerhaft definiert sein kann oder in festgelegten Abständen (beispiels­weise jährlich) aktualisiert werden kann. Im Allgemeinen wird die Laspeyres-For­mel verwendet.

http://data.worldbank.org/indicator/DT.TDS.DECT.EX.ZS

Schuldendienst gesamt (in Prozent der Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen sowie des Nettoeinkommens aus dem Ausland)

Summe der Tilgungs- und Zins­zah­lungen für lang­fristige Schulden, die in Devisen, Waren oder Dienst­leistungen tatsächlich geleistet werden, Zinszahlungen auf kurzfristige Schulden sowie Rück­zahlungen (Rückkäufe und Gebühren) an den IWF. Ausfuhren von Gütern und Dienst­leistungen um­fassen auch Ein­kom­men und Heimat­über­wei­sungen.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.IND.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Industrie in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der In­dustrie ent­spricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abtei­lun­gen 10-45 und umfasst die Sek­toren Berg­bau, verarbeitende Industrie, Bau­wesen sowie Strom-, Gas- und Wasser­versor­gung. Die Wert­schöpfung ist die Netto­pro­duktions­menge eines Wirt­schafts­bereichs, nach Summie­rung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbei­tung 3) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NV.AGR.TOTL.ZS

Wertschöpfung der Landwirtschaft in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung der Land­wirtschaft entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Ab­tei­lungen 1-5 und schließt Jagd, Forst- und Fi­scherei­wirtschaft sowie die Pflan­zen- und Tier­produk­tion mit ein. Die Wert­schöpfung ist die Netto­produk­tions­menge eines Wirtschafts­bereichs nach Summierung aller Produktions­mengen und abzüglich aller Vor­leistungen. Der Ursprung der Wert­schöpfung wird nach der ISIC (Über­arbeitung 3) bestimmt.

https://data.worldbank.org/indicator/NV.SRV.TOTL.ZS

Wertschöpfung des Dienstleistungssektors in Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Die Wertschöpfung des Dienstleistungs­sektors entspricht den "International Standard Industrial Classification (ISIC)"-Abteilungen 50-99. Hierzu zählt die Wertschöpfung aus dem Großhandels- und Einzel­handelsbereich (auch Hotels und Gaststätten), dem Transportwesen sowie aus staatlichen, finanziellen, fachlichen und persönlichen Dienst­leistungen wie Bildung, medizinische Versorgung und Immobiliendienstleistungen. Mitgezählt werden auch fiktive Gebühren für Bankdienst­leistungen, Importabgaben sowie alle statistischen Diskrepanzen, die den erfassenden Stellen auf nationaler Ebene auffallen, und durch Umskalierung entstehende Diskrepanzen. Die Wert­schöpfung ist die Nettoproduktionsmenge eines Wirtschaftsbereichs nach Summierung aller Produktionsmengen und abzüglich aller Vorleistungen. Der Ursprung der Wertschöpfung wird nach der ISIC (Überarbeitung 3 oder 4) bestimmt.

http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG

Wirtschaftswachstum pro Jahr

Die jährliche Wachstumsrate des Brutto­inlands­produkts (BIP) wird aus dem BIP zu konstan­ten Preisen in Einheiten der Landes­währung errechnet. Die Gesamt­summen sind in US-Dollar zu konstan­ten Preisen von 2000 ausgedrückt. Das BIP ist die Brutto­wert­schöpfung zu Käufer­preisen aller in dem jeweiligen Land ansässigen Personen zuzüglich Steuern und abzüglich Subven­tionen, die nicht im Produkt­wert enthalten sind.

Internationale Initiative für Transparenz in der Entwicklungszusammenarbeit (IATI)

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