Öl- und Benzinverkauf in einem Dorf im Nigerdelta

Wirtschaftliche Situation Große Abhängigkeit vom Erdöl

Nigerias Wirtschaft wird stark vom Öl- und Gasgeschäft dominiert. Es verschafft dem Land zwar hohe Exporterlöse, sorgt jedoch für eine starke Abhängigkeit der Staatseinnahmen von der Ölpreisentwicklung. Außerdem entstehen in diesem Sektor kaum neue Arbeitsplätze.

Exportiert wird vorwiegend Rohöl; im Inland fehlen Raffinerien, sodass es immer wieder zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung kommt.

Nach Wachstumsraten von etwa zwei Prozent in den Jahren 2018 und 2019 ging die Wirtschaftsleistung 2020 – belastet durch die Corona-Pandemie und gesunkene Ölpreise auf dem Weltmarkt – um 1,8 Prozent zurück . Für 2021 und die Folgejahre erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) Wachstumsraten von etwa 2,6 Prozent.

Landwirtschaft fördern, Geschäftsklima verbessern

In ihren Wirtschaftsentwicklungsplänen setzt die Regierung von Präsident Buhari auf eine Diversifizierung der Wirtschaft und die Verbesserung des Investitionsklimas. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Modernisierung und Ausweitung der Landwirtschaft, um den inländischen Nahrungsmittelbedarf zu decken und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Umfangreich investiert wurde in jüngster Zeit in die Erweiterung der Infrastruktur. Straßen, Eisenbahntrassen, Häfen, Flughafenterminals, Stromnetze, Pipelines und Staudämme wurden ausgebaut oder modernisiert.

Bislang zeigt die Wirtschaftspolitik Buharis jedoch kaum nachhaltige Erfolge. Die in weiten Landesteilen immer noch marode Infrastruktur, das niedrige Bildungsniveau, die fehlende Rechtssicherheit, der schlechte Zugang zu Finanzdienstleistungen, die grassierende Korruption sowie die instabile Sicherheitslage verhindern, dass sich die nigerianische Wirtschaft dynamischer entwickelt und sich Investoren stärker im Land engagieren.