Öl- und Benzinverkauf in einem Dorf im Nigerdelta

Wirtschaftliche Situation Große Abhängigkeit vom Erdöl

Nigerias Wirtschaft wird stark vom Öl- und Gasgeschäft dominiert. Es verschafft dem Land zwar hohe Exporterlöse, sorgt jedoch für eine starke Abhängigkeit der Staatseinnahmen von der Ölpreisentwicklung. Außerdem entstehen in diesem Sektor kaum neue Arbeitsplätze.

Exportiert wird vorwiegend Rohöl; im Inland fehlen Raffinerien, sodass es immer wieder zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung kommt.

Der Verfall des Ölpreises ab 2014 stürzte Nigeria in eine schwere wirtschaftliche Krise. 2015 erreichte das Land nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. 2016 verringerte sich die Wirtschaftsleistung sogar um 1,6 Prozent, 2017 wurden nur 0,8 Prozent Wachstum verzeichnet.

Für die Jahre 2019 bis 2021 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) Wachstumsraten zwischen 2,1 und 2,5 Prozent.

Landwirtschaft fördern, Geschäftsklima verbessern

Im Frühjahr 2017 legte Präsident Muhammadu Buhari einen umfassenden Wirtschaftsentwicklungsplan (Economic Recovery and Growth Plan) vor. Darin setzt die Regierung auf eine Diversifizierung der Wirtschaft, die Verbesserung des Investitionsklimas und Investitionen in die Infrastruktur. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Modernisierung und Ausweitung der Landwirtschaft, um den inländischen Nahrungsmittelbedarf zu decken und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Bislang zeigt die Wirtschaftspolitik Buharis jedoch kaum nachhaltige Erfolge. Die mangelhafte Strom- und Transportinfrastruktur, das niedrige Bildungsniveau, mangelnde Rechtssicherheit, der fehlende Zugang zu Finanzdienstleistungen sowie die instabile Sicherheitslage verhindern, dass sich die nigerianische Wirtschaft dynamischer entwickelt und sich Investoren stärker im Land engagieren.