Straßenszene in Sokoto, Nigeria

Soziale Situation Armut und Korruption allgegenwärtig

Trotz hoher Einnahmen aus der Rohstoffindustrie und erster wirtschaftspolitischer Reformen ist es der Regierung Nigerias bislang nicht gelungen, spürbare Verbesserungen für die Menschen im Land zu erreichen.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist eine der niedrigsten der Welt, sie beträgt nur 53 Jahre.

Die Ernährungs- und Gesundheitssituation vieler Menschen ist von Geburt an dramatisch schlecht: Nach Angaben der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) stirbt im Durchschnitt jedes zehnte Kind, bevor es fünf Jahre alt wird. Nur etwa ein Fünftel der Bevölkerung hat Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser, außerdem verfügt die Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner über keine angemessene Sanitärversorgung. Nur etwa 60 Prozent der Bevölkerung sind an das Stromnetz angeschlossen. Die Analphabetenquote liegt nach Schätzungen bei etwa 40 Prozent.

Der Ölreichtum des Landes kommt nur einer kleinen Elite zugute. Günstlingswirtschaft und Korruption gehören zum Alltag. Auf dem Korruptionswahrnehmungsindex 2019 (Externer Link)von Transparency International liegt Nigeria auf dem 146. Platz von 180 bewerteten Staaten.

Bevölkerung wächst rapide

Die nigerianische Bevölkerung wächst derzeit jährlich um 2,6 Prozent – also um rund fünf Millionen Menschen. In den vergangenen 30 Jahren hat sie sich mehr als verdoppelt, von 88 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 1987 auf rund 191 Millionen (2017). Die Vereinten Nationen gehen von einer weiteren Verdopplung auf 400 Millionen Menschen bis zur Mitte des Jahrhunderts aus.

Angesichts dieser Bevölkerungszunahme reichte das wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahre bei weitem nicht aus, um nachhaltige Entwicklungsfortschritte zu erzielen. Für die stetig wachsende junge Generation gibt es kaum Aussichten auf geregelte Arbeitsverhältnisse, Wohnungen oder eine soziale Grundversorgung. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, vor allem in ländlichen Gebieten.