Soziale Situation Große Armut

Niger gehört zu den ärmsten Län­dern der Welt. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung der Verein­ten Natio­nen (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) belegt das Land den letzten Rang der 189 gelisteten Staa­ten. Rund 40 Pro­zent der Be­völ­ke­rung lebt unter der natio­nalen Ar­muts­grenze. 

Ein Mann in einem Boot auf dem Fluss Niger

Ein Mann in einem Boot auf dem Fluss Niger

Ein Mann in einem Boot auf dem Fluss Niger


Hohes Bevöl­ke­rungs­wachs­tum

Nachhaltige Ent­wick­lungs­fort­schritte werden durch das sehr hohe Be­völ­ke­rungs­wachs­tum von jähr­lich rund 3,8 Prozent massiv erschwert. Die Be­völ­ke­rung hat sich zwischen 2002 und 2020 von 12 Millionen auf 24 Millionen Ein­woh­nerin­nen und Ein­woh­ner ver­dop­pelt. Die wirt­schaft­li­chen Erfolge reichen nicht aus, um der der­ar­tig schnell wach­sen­den jungen Be­völ­ke­rung aus­reichen­de Zu­kunfts­pers­pek­tiven zu bieten. Pro Jahr müssen etwa 400.000 junge Men­schen zusätz­lich mit Arbeit, Dienst­leistun­gen und Nah­rung ver­sorgt werden.

Nach Angaben der Welt­bank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sind fast ein Drittel  der Kinder unter fünf Jahren unter­ge­wich­tig. Die An­alpha­beten­quote bei Er­wach­se­nen liegt bei 65 Prozent. Vor allem auf dem Land fehlen Schulen und quali­fizier­tes Lehr­per­so­nal. Die Ein­schu­lungs­quote hat sich in den vergan­ge­nen zehn Jahren kon­ti­nuier­lich verbessert. Doch etwa ein Drittel der Schü­lerin­nen und Schü­ler bricht die Grund­schu­le vor Ab­schluss der sechs­ten Klasse ab.

Teilnehmerinnen eines Pilotprojekts, um die Bildungschancen für Mädchen in der Region Torodi in Niger zu verbessern

Teilnehmerinnen eines Pilotprojekts, um die Bildungschancen für Mädchen in der Region Torodi in Niger zu verbessern

Teilnehmerinnen eines Pilotprojekts, um die Bildungschancen für Mädchen in der Region Torodi in Niger zu verbessern

Nur knapp die Hälfte der Ein­woh­nerin­nen und Ein­woh­ner haben Zu­gang zu sau­be­rem Trink­wasser; nur rund 16 Prozent sind an eine an­ge­mes­sene Sa­nitär­ver­sor­gung an­ge­schlos­sen und die Gesund­heits­ver­sor­gung ist mangel­haft. Die Kin­der­sterb­lich­keit konnte zwar durch gezielte Impf­kam­pag­nen deut­lich ge­senkt werden, 2019 starben aber noch immer 80 von 1.000 Kin­dern, bevor sie fünf Jahre alt wurden. Die durch­schnitt­liche Le­bens­erwar­tung liegt mit 62,4 Jahren auf nie­dri­gem Niveau (zum Ver­gleich Deutsch­land: 80,9 Jahre).

Menschenrechte

Frauen mit Ziegen und Kamelen in Makanga

Frauen mit Ziegen und Kamelen in Makanga

Frauen mit Ziegen und Kamelen in Makanga

Niger hat alle wichti­gen inter­natio­na­len Men­schen­rechts­kon­ven­tio­nen ra­ti­fi­ziert. Auch in der Ver­fas­sung sind die ele­men­ta­ren Bür­ger­rech­te ver­an­kert. Die na­tio­nale Ge­setz­ge­bung liegt jedoch in vielen Be­rei­chen hinter diesen Vor­gaben zurück.

Frauen sind in der nigri­schen Politik und in den zivil­gesell­schaft­li­chen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Organi­satio­nen unter­reprä­sen­tiert. Sie werden sozial und wirt­schaft­lich be­nach­tei­ligt, etwa beim Zugang zu Bildung und eige­nem Ein­kom­men. Die Mehrheit der Mäd­chen wird vor Er­rei­chen der Voll­jährig­keit ver­hei­ratet.

Stand: 25.03.2022