Ein Wasserspeicher mit Solarpumpe, der von dem Programm für kommunale Landentwicklung (PCLD) installiert wurde.

Schwerpunkt Management natürlicher Ressourcen Natur schützen, Arbeit schaffen

Namibia ist eines der trockensten Länder in Afrika südlich der Sahara. Das einzigartige Ökosystem der Wüste Namib ist durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Viele Böden in Namibia sind erosionsgefährdet; Wasser ist generell knapp und die Wassernutzung des Landes nicht nachhaltig. Große Gebiete sind von Wüstenbildung und Verbuschung betroffen.

Zugleich sind die natürlichen Ressourcen Namibias die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung durch Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus. Die gerechte und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen ist ein Hauptziel der namibischen Strategie zur Armutsminderung und eine Voraussetzung zum Erhalt des sozialen Friedens in Namibia.

Fairen Zugang zu knappen Ressourcen schaffen

Deutschland unterstützt die namibischen Bemühungen, einen fairen Zugang zu den natürlichen Ressourcen des Landes herzustellen und durch nachhaltiges Management langfristig zu erhalten.

Die Konkurrenz um die ohnehin knappen Ressourcen wird dadurch verschärft, dass der Landbesitz äußerst ungleich verteilt ist. Etwa 70 Prozent des kommerziellen Farmlandes sind noch immer im Besitz weißer Großfarmer. Sozial benachteiligte schwarze Einwohner besitzen nur 16 Prozent. Bis 2020 sollen insgesamt 43 Prozent oder 15 Millionen Hektar Land umverteilt werden. Ende 2015 waren es 27 Prozent.

Immer mehr Menschen in Namibia ziehen vom Land in die Stadt - und leben dort oft in großer Armut in informellen Siedlungen. Deutschland unterstützt das zuständige Ministerium und ausgewählte Pilotgemeinden dabei, Landrechte für landlose arme städtische Haushalte zu sichern.

Elefant an einer solarbetriebenen Wasserstelle im Khaudum-Nationalpark in Namibia

Elefant an einer solarbetriebenen Wasserstelle im Khaudum-Nationalpark in Namibia

Elefant an einer solarbetriebenen Wasserstelle im Khaudum-Nationalpark in Namibia

Ausbau von Nationalparks fördern

Im Osten Namibias entsteht das größte Naturschutzgebiet der Welt: Der transnationale Park Kavango-Zambezi (KAZA) besteht aus Flächen der Nachbarstaaten Angola, Botsuana, Namibia, Sambia und Simbabwe. Das BMZ fördert das Projekt finanziell und berät die beteiligten Behörden unter anderem bei der Landnutzungsplanung, beim Parkmanagement sowie beim Abschluss von fairen Verträgen zwischen lokaler Bevölkerung und Tourismusbetrieben. Auch im Norden des Landes fördert das BMZ den Ausbau von Nationalparks. Durch den behutsamen Aufbau touristischer Infrastruktur profitiert auch die lokale Bevölkerung vom Schutz der Natur.

Büsche als nutzbare Biomasse

Die Verbuschung von Weideland verursacht in Namibia erhebliche wirtschaftliche und ökologische Schäden. Deutschland unterstützt Landwirte sowie kleine und mittlere Unternehmen dabei, aus der Beseitigung der Gehölze ein gewinnbringendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Denn aus der anfallenden Biomasse kann zum Beispiel Tierfutter und Holzkohle hergestellt werden. Auch eignen sich die zerkleinerten Büsche zur Energiegewinnung.

Deutschland fördert die Einführung klimafreundlicher Technologien zur Entbuschung und zur Verarbeitung von Biomasse und berät die zuständigen Behörden bei der Anpassung der Rechtsgrundlagen.

Kleinbauern unterstützen

Außerdem werden Kleinbauern im Norden des Landes dabei unterstützt, angepasste Anbaumethoden zu entwickeln und anzuwenden, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und Wasserverluste zu reduzieren. Auf diese Weise sollen sie in die Lage versetzt werden, die vorhersehbaren Ernteeinbußen durch den Klimawandel auszugleichen. Das Vorhaben verwendet den sogenannten Lead-Farmer-Ansatz, bei dem ein "leitender" Landwirt zunächst Demonstrationsfelder anlegt und sein Wissen dann an andere Bäuerinnen und Bauern seines Dorfes weitergibt.