Soziale Situation Armut und Hunger prägen den Alltag vieler Menschen

Nach Angaben der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) lebten im Jahr 2019 rund 70 Prozent der malawischen Bevölkerung in extremer Armut. Der Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Pandemie, extreme Wetterereignisse und stark steigende Preise für Lebensmittel und Benzin haben die Lage seitdem weiter verschärft.

Im Rahmen eines von der KfW geförderten Sozialtransferprogramms werden im Süden von Malawi kleine Summen an extrem arme Menschen ausgezahlt.

Im Rahmen eines von der KfW geförderten Sozialtransferprogramms werden im Süden von Malawi kleine Summen an extrem arme Menschen ausgezahlt.

Im Rahmen eines von der KfW geförderten Sozialtransferprogramms werden im Süden von Malawi kleine Summen an extrem arme Menschen ausgezahlt.

Mitte März 2023 richtete der Zyklon „Freddy“ schlimme Schäden im Süden Malawis an. Mehrere hundert Menschen kamen ums Leben, mehr als 500.000 verloren ihr Zuhause. Tausende Hektar Ackerland wurden überflutet – kurz bevor die Ernte eingefahren werden sollte.

Laut einer Statistik der FAO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) litten in den vergangenen Jahren mehr als 15 der rund 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner unter mäßiger oder starker Ernährungsunsicherheit. Das Welternährungsprogramm (WFP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) beziffert die Zahl der Menschen, die auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sind, auf 4,4 Millionen (Oktober 2023).


Defizite bei Bildung und Gesundheit

Das Bildungs- und das Gesundheitswesen weisen tiefgreifende Mängel auf. Die Qualität des Schulunterrichts ist schlecht und etwa 20 Prozent der Mädchen und Jungen schließen die Grundschule nicht ab. Einem Drittel der erwachsenen Bevölkerung fehlen selbst Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben.

Die Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeit konnte in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden, doch im internationalen Vergleich bleiben die Sterblichkeitsraten weiterhin hoch. Knapp acht Prozent der Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren waren 2021 HIV-positiv, im Jahr 2000 waren es noch 15 Prozent.

Malaria, Tuberkulose und Atemwegserkrankungen sind weit verbreitet. Seit Frühjahr 2022 belastet zudem die schwerste jemals in Malawi verzeichnete Cholera-Epidemie das Land erheblich. Angesichts der starken Ausbreitung und steigender Todesfälle rief die Regierung im Dezember 2022 den Gesundheitsnotstand aus.

Bevölkerung wächst rasant

Eine große Herausforderung für Malawis Entwicklung ist das starke Bevölkerungswachstum (2022: 2,6 Prozent). Mehr als 40 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind unter 15 Jahre alt. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen wird sich die Einwohnerzahl des Landes von derzeit rund 20 Millionen bis zum Jahr 2050 fast verdoppeln. Ohne grundlegende Veränderung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse drohen katastrophale Folgen – etwa für den gesellschaftlichen Frieden und die Ernährungssicherheit.

Auch die Auswirkungen auf die Natur sind besorgniserregend: Da die wachsende Bevölkerung immer mehr Feuerholz benötigt, ist das Land inzwischen zu großen Teilen entwaldet. Mehr als die Hälfte der Fläche Malawis ist bereits von Bodenerosion und Nährstoffverlust betroffen.

Stand: 25.07.2023