Bäuerin am Mount Kenya
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Kernthema „Leben ohne Hunger – Transformation der Ernährungssysteme“ Landwirtschaft als Schlüssel zu sicherer Ernährung
Kenia ist von den Folgen des Klimawandels sichtbar betroffen. Fast 80 Prozent des Landes sind arid oder semi-arid und rund 95 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion hängen vom Regen ab. Ein Produktionssystem, das durch zunehmend unberechenbares Wetter unter Druck gerät. Schwere Dürren, gefolgt von Starkregen und Überschwemmungen, zerstören regelmäßig Ernten, Viehbestände und Weideland. Diese extreme Wetterlage hat zwischen 2020 und 2023 zu einer der schlimmsten Dürreperioden seit Jahrzehnten geführt, in deren Folge über fünf Millionen Kenianerinnen und Kenianer unter akuter Ernährungsunsicherheit litten und Wasser- sowie Nahrungszugänge stark eingeschränkt waren.
Neben den klimatischen Belastungen verschärfen strukturelle Schwächen die Lage im Land. Ineffiziente Versorgungsketten, hohe Lebensmittelpreise und ein begrenzter Zugang zu Märkten erschweren es Produzenten ebenso wie Konsumenten, ausreichend und bezahlbar Nahrung zu sichern. Im Welthunger-Index 2024 belegt Kenia Platz 100 von 127 Ländern. Der Index bewertet die Lage im Land als „ernst“.
Ziele im Sektor
Ziel der Vorhaben ist es, Agrar- und Ernährungssysteme widerstandsfähiger und nachhaltiger zu machen und die wirtschaftlichen Potenziale der Landwirtschaft zu erschließen – besonders für und mit der jungen Bevölkerung Kenias. Im Fokus stehen Bodenschutz, klimaresiliente Landwirtschaft und ein besserer Zugang zu Wissen, Ressourcen und Finanzierung im ländlichen Raum. Durch institutionelle Stärkung, Kooperationen und partizipative Ansätze leisten die Projekte einen Beitrag zu Ernährungssicherung, Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz im Einklang mit internationalen Verpflichtungen.
Projektbeispiele
- Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit arbeitet mit nationalen und internationalen Partnern daran, Böden zu regenerieren und eine nachhaltige, klimafreundliche Landwirtschaft zu fördern. Dabei unterstützt es kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie Initiativen für neue Anreize und richtet sich gezielt an Frauen im ländlichen Raum, die besonders unter Bodendegradation, Biodiversitätsverlust und Klimawandel leiden.
- Das Programm „Dürreresilienz in Nordkenia“ stärkt mit neuer Infrastruktur die Lebensgrundlagen von Hirten und Kleinbauern in trockenen Regionen. In Turkana und Marsabit verbessert es Wasserversorgung, Weidemanagement und lokale Märkte, um Hunger und die Folgen des Klimawandels abzufedern.
- Mit einem Darlehen unterstützt Deutschland gemeinsam mit der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Projekte, die Kenias Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen und jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen. In 16 Bezirken im Westen des Landes fließt das Geld in klimaangepasste Landwirtschaft und in den Aufbau staatlicher Strukturen, damit Regionen besser planen, investieren und Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen können.
- Das Bewässerungsvorhaben Lower Nzoia I erhöht im Westen Kenias die Wasserverfügbarkeit für rund 3.200 kleinbäuerliche Haushalte und unterstützt den Übergang vom Regenfeldbau zur Bewässerungslandwirtschaft. Neben dem Bau von Bewässerungsanlagen, Deichen und Kanälen umfasst das Projekt agronomische Beratung, Schulungen und ein partizipatives Bewässerungsmanagement.
- Ein Start-up-Programm identifiziert in ganz Afrika junge Unternehmen mit digitalen Innovationen für Agrar- und Ernährungssysteme, stärkt ihre Management- und Technologiekompetenzen und vermittelt Investitionen sowie Partnerschaften für Wachstum.
Stand: 07.04.2026