Textilfabrik Radisson Garments Ltd. in Dhaka, Bangladesch. Hier werden Textilien nach den Standards des Grünen Knopfs produziert.

Kernthema "Ausbildung und nach­haltiges Wachs­tum für gute Jobs" Sozial- und Umweltstandards

Um die Arbeitsbedingungen in der bangladeschischen Textilindustrie zu verbessern und die Sicherheit der Beschäftigten zu erhöhen, setzt sich Deutschland für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards ein. Unter anderem fördert das BMZ die Ausbildung von staatlichen Arbeitsinspektoren und die nachhaltige Entsorgung von Industrieabfällen.

Siehe auch
Arbeiterinnen und Arbeiter in einer Textilfabrik in Bangladesch, in der besonders auf die Einhaltung der gesetzlichen Sozial- und Umweltstandards geachtet wird
Der Grüne Knopf – das Siegel für sozial und ökologisch produzierte Textilien

Bereits vor der Corona-Pandemie gab es Pro­bleme dabei, das öko­no­mi­sche Po­ten­zial der Textil- und Leder­in­dus­trie opt­imal zu nutzen – auch wenn in den ver­gangenen Jahren Ver­bes­se­rungen, spe­ziell im Bereich Arbeits­sicher­heit, e­rreicht wurden.

Der hohe Preisdruck in der Textil­indus­trie führt weiter­hin dazu, dass Nach­haltig­keits­stan­dards nur eine un­be­deu­ten­de Rolle spielen. Die Sicher­heit am Arbeits­platz, der Um­gang mit Um­welt und Res­sour­cen sowie die Ent­sor­gung von Ab­fällen ent­sprechen oft nicht den inter­na­tio­nalen Mindest­standards.

In Zusammenarbeit mit der Inter­nationalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO) sowie den Nieder­landen berät Deutsch­land die Re­gierung Bangla­deschs beim Auf­bau einer Unfall­ver­siche­rung für die Be­schäftigten in der Textil-, Be­klei­dungs- und Leder­indus­trie. Darüber hinaus werden Finanz­institute und Textil­fabriken dabei unter­stützt, in Sicher­heits- und Um­welt­maß­nahmen zu in­ves­tieren und neu ge­schaffene Weiter­bildungs- und Infor­mations­an­ge­bote zu diesem Thema zu nutzen.

Die meisten Beschäftigten in der arbeits­inten­siven Pro­duktion – aller­dings nicht im Manage­ment – sind Frauen. Die Be­ratungs­an­ge­bote richten sich darum haupt­sächlich an sie. Um die Textil­arbeiter­innen und -arbeiter zu unter­stützen, er­halten in der Krise ent­lassene Be­schäftigte im Textil­sektor Lohn­ersatz­leis­tungen zur Über­brückung. Der deutsche Bei­trag dazu er­möglicht 215.000 Ar­beiter­innen und Ar­beitern eine Ab­siche­rung für drei Monate.

Durch ein regionales Vor­haben werden Pro­du­zenten in mehreren asia­tischen Ländern mit­ein­ander vernetzt, damit sie sich über Initi­ativen, Aktivitäten, Er­fahrungen und Hand­lungs­be­darf rund um das Thema Nach­haltig­keits­standards aus­tauschen können. Auch ein re­gio­nales Netz­werk von Nicht­re­gierungs­or­ga­ni­sa­tionen, die sich für die Rechte von Frauen in der Textil­in­dus­trie ein­setzen, wurde mit auf­gebaut.

Darüber hinaus hat das BMZ mit der Gründung des "Bünd­nisses für nach­haltige Textilien" 2014 eine Platt­form ge­schaffen, um die Umwelt- und Sozial­standards innerhalb der ge­samten Liefer­kette zu ver­bessern. Mit dem Beitritt zum "Grünen Knopf" werden aus­ge­wählte Unter­nehmen dazu be­fähigt, re­le­vante Zer­ti­fi­zierungen zu er­langen. Es haben rund 50 bangla­deschische Fabriken mit dem Quali­fi­zie­rungs­pro­grammen be­gonnen. Durch die Ver­netzung mit deutschen Uni­versi­täten und die Ein­bindung der Wirt­schaft werden bangla­deschische Uni­versi­täten und Berufs­bildungs­institute dabei unter­stützt, ihr An­ge­bot besser an die Be­darfe nach­haltiger Pro­duktion in der Textil­wirt­schaft anzupassen.