Außenpolitische Situation
Neuausrichtung der Außenbeziehungen

Armenien steuert seine Außenpolitik neu und setzt verstärkt auf die Europäische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Mit dem Comprehensive and Enhanced Partnership Agreement (CEPA) und der im Dezember 2025 verabschiedeten Strategic Agenda sollen Reformen, Handel und Infrastruktur enger an Europa angebunden werden. Zugleich diversifiziert das Land seine außenpolitischen und wirtschaftlichen Partnerschaften und stärkt multilaterale Beziehungen zu den Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), zum Internationalen Währungsfonds (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und zur Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), um Stabilität, Humankapital und Resilienz zu fördern.

In den letzten Jahren hat Armenien seine außenpolitische Ausrichtung neugestaltet und versucht, sein Verhältnis zur Europäischen Union sowohl politisch als auch wirtschaftlich deutlich zu vertiefen. Grundlage dieser Annäherung ist seit 2021 die CEPA-Vereinbarung zwischen Armenien und der EU, die ein weitreichendes Kooperationspaket in Bereichen wie Energie, Transport, Umwelt, Handel und Rechtsstaatlichkeit schafft und Armenien stärker in europäische Strukturen einbindet. Dieses Abkommen ist Teil der Eastern Partnership, eines Formats der EU zur Zusammenarbeit mit östlichen Partnerstaaten, zu denen auch Armenien gehört.

Strategische Agenda 2025: Roadmap für Kooperation

Ein markanter Sprung in der bilateralen Kooperation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erfolgte im Dezember 2025, als die EU und Armenien im Rahmen des sechsten EU-Armenia Partnership Council eine neue „Strategic Agenda for the EU-Armenia Partnership“ verabschiedeten. Dieses Dokument baut auf dem CEPA auf, setzt aber ambitioniertere Prioritäten für die kommenden Jahre und schafft einen konkreten „Roadmap“-Ansatz für die vertiefte Zusammenarbeit in Bereichen wie Rechtsstaatlichkeit, Handel, sozioökonomische Entwicklung, Konnektivität sowie Sicherheit und Verteidigung.

Ein zentrales Projekt der EU-Annäherung ist die Visa-Liberalisierung, die Armeniens Bürgern künftig visafreies Reisen für Kurzaufenthalte ermöglichen soll, sobald die Reform- und Sicherheitskriterien erfüllt sind. Gleichzeitig fördert die EU über den 270 Euro Millionen-Resilience and Growth Plan (2024 bis 2027) sozioökonomische Entwicklung, regulatorische Harmonisierung und Konnektivität – wichtige Voraussetzungen für eine engere Verzahnung mit dem EU-Binnenmarkt.

Internationale Kooperation über die EU hinaus

Die strategische Neuausrichtung Armeniens geht einher mit einer diversifizierten Außen- und Wirtschaftspolitik und einer Intensivierung seiner Kooperation mit internationalen Institutionen. Parallel zur Annäherung an die EU ist Armenien strategische Partnerschaften neben den USA und Großbritannien auch mit Iran und China eingegangen. In multilateraler Hinsicht hat Armenien ein neues Kooperationsrahmenwerk mit den Vereinten Nationen für die Jahre 2026 bis 2030 unterzeichnet, das nachhaltige Entwicklung und sozioökonomische Widerstandsfähigkeit in den Vordergrund stellt. Darüber hinaus unterstützt der Internationale Währungsfonds die makroökonomische Stabilität des Landes durch ein neues Stand-By-Abkommen, und die Weltbankgruppe hat eine neue Partnerschaftsstrategie aufgelegt, die vor allem Beschäftigung, Humankapital und Resilienz stärken soll.

Stand: 10.02.2026