Deutsches Engagement Angebote für sichere, geordnete und reguläre Migration machen

Grenze zwischen Chile und Bolivien
Grenze zwischen Chile und Bolivien

Das BMZ setzt sich dafür ein, dass reguläre Arbeits- und Ausbildungsmigration nicht nur dem Aufnahmeland nützt, sondern auch den Herkunftsländern sowie den Migrantinnen und Migranten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) selbst ("triple win"). Es berücksichtigt dabei den gesamten Migrationszyklus und unterstützt Modelle temporärer beziehungsweise zirkulärer Migration.

In diesem Rahmen finanziert das BMZ einzelne Projekte zu entwicklungsorientierter Arbeits- und Ausbildungsmigration aus Entwicklungsländern nach Deutschland beziehungsweise Europa. Zudem zeigt die deutsche Entwicklungspolitik Alternativen zur Migration auf irregulärem Wege auf und ermöglicht informierte Migrationsentscheidungen.


Logo: Global Compact for Migration
Mit dem Globalen Pakt wird anerkannt, dass eine sichere, geordnete und reguläre Migration dann für alle funktioniert, wenn sie auf der Basis von guter Information, Planung und Konsens stattfindet.
Aus Paragraph 13 des UN-Migrationspakts

Verantwortungsbewusste Migrationsentscheidungen ermöglichen

Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des deutsch-gha­nai­schen Be­ra­tungs­zen­trum für Mi­gran­ten und Rück­keh­rer in Ac­cra, Gha­na. Das Be­ra­tungs­zen­trum wur­de im De­zem­ber 2017 er­öff­net und hat seit­dem mehr als 7.000 Maß­nah­men zur Job­ver­mitt­lung, Exis­tenz­grün­dung und Qua­li­fi­zie­rung ge­för­dert.

In den vom BMZ finanzierten "Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration" in derzeit zehn Partnerländern erhalten Interessierte Informationen über die Voraussetzungen für Arbeits- und Bildungsmigration nach Deutschland.

Sie werden gleichzeitig auch über die Gefahren, die eine irreguläre Einreise birgt, aufgeklärt. So kann eine Migrationsentscheidung verantwortungsbewusst getroffen werden.

Ausbildungspartnerschaften fördern

Während in einigen Entwicklungsländern Arbeitsplätze fehlen, steigt in Deutschland der Fachkräftebedarf. So bleiben schon jetzt in der Pflege, auf dem Bau und im Handwerk Stellen unbesetzt. Gleichzeitig gibt es in anderen Ländern Menschen, die diese Berufe gerne bei uns erlernen und ausüben möchten.

Das BMZ fördert daher Ausbildungspartnerschaften: So kommen zum Beispiel mit der "Skills Partnership for Mobility" seit 2017 kosovarische Jugendliche nach Deutschland, um eine Ausbildung im Baugewerbe zu machen.

Zugleich verbessert das BMZ die kosovarische Berufsausbildung im Baugewerbe. Es werden Lehrpläne entwickelt und Berufsschullehrer ausgebildet. Die heutigen Lehrlinge können später als Ausbilder in den Kosovo zurückkehren und werden vom BMZ dabei unterstützt.

Arbeits- und Ausbildungsmigration entwicklungsorientiert gestalten

Manche jungen Menschen aus Nordafrika würden gerne zeitweise in Deutschland arbeiten, finden aber keinen regulären Weg dafür.

Das Vorhaben zur Steuerung von Arbeitsmigration und -mobilität zwischen Nordafrika und Europa soll Migration so gestalten, dass Partnerländer, Arbeitsmigrantinnen und -migranten sowie Zielländer in Europa, darunter Deutschland, davon profitieren.

Es soll die Rahmenbedingungen für reguläre Migration verbessern – beispielsweise durch eine Anpassung der Regelwerke in Partnerländern und internationale Abkommen zur fairen und ethisch vertretbaren Rekrutierung – und politische Entscheidungsträger bei der Verbesserung ihrer Migrationspolitik unterstützen.

Das Projekt unterstützt zudem die zuständigen Behörden in Marokko, Tunesien und Ägypten dabei, Arbeitsmigration effektiver zu gestalten. So erwerben beispielsweise die Mitarbeitenden der Arbeitsagenturen Kenntnisse, die sie auch für die Vermittlung von Arbeitskräften im Inland nutzen können. Sie können durch Kontakte zu deutschen Partnern Arbeitsmigration nach Deutschland partnerschaftlich gestalten.

Im Rahmen des Projekts sollen bis zu 600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet und in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Gleichzeitig wird eine entwicklungsschädliche Abwanderung von Fachkräften ("brain drain") vermieden.

Das von der EU und dem BMZ finanzierte Vorhaben wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durchgeführt.

Das BMZ finanziert zudem ein Vorhaben zur "Pilotierung partnerschaftlicher Ansätze für entwicklungsorientierte Ausbildungs- und Arbeitsmigration". Dieses soll Netzwerke zwischen Akteuren in Deutschland und ausgewählten Partnerländern aufbauen sowie Fachkräfte qualifizieren und in den deutschen Arbeitsmarkt vermitteln. Dabei sollen Erfolgskriterien für Partnerschaften zu regulärer Ausbildungs- und Arbeitsmigration erprobt und angewendet werden. Eine Kooperation mit Ecuador wurde bereits vereinbart.