Deutsches Engagement Fluchtursachen und irreguläre Migration mindern

Lehrerfortbildung für Flüchtlinge in einem Camp für Binnenvertriebene in der Autonomen Region Kurdistan
Lehrerfortbildung für Flüchtlinge in einem Camp für Binnenvertriebene in der Autonomen Region Kurdistan

Kriege und Konflikte haben in den vergangenen Jahren Millionen Menschen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Neben diesen akut auftretenden Fluchtursachen, gibt es auch strukturelle, langfristig entstandene Anlässe für Flucht wie Armut, Ungleichheit, schlechte Regierungsführung, Ressourcenknappheit, Umweltzerstörung oder Ernährungsunsicherheit.

Unabhängig von ihrer Entstehung können Fluchtursachen nur durch ein kontinuierliches langfristiges Engagement gemindert werden.

Ziel ist es, die Lebensbedingungen derart zu verbessern, dass Menschen ihre Heimat nicht verlassen müssen.

Dazu sind Initiativen nötig, die die politische und wirtschaftliche Stabilität fördern, Sicherheit schaffen und den sozialen Zusammenhalt unterstützen.

Minister Dr. Gerd Müller
Fluchtursachen mindern heißt in Entwicklung investieren.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Aufbau rechtsstaatlicher Organisationen

Viele Kooperationsländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind von Konflikten, Gewalt und Instabilität betroffen. Um die Entstehung und Eskalation von Konflikten zu vermeiden, bedarf es vor allem politischer Lösungen. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt in den Krisenländern deshalb den Aufbau und die Arbeit rechtsstaatlicher Institutionen.

Projekte des Zivilen Friedensdienstes

Auch der konstruktive und gewaltfreie Umgang mit Konflikten wird vom BMZ unterstützt. Das Ministerium finanziert dazu Projekte des Zivilen Friedensdienstes (ZFD), der Fachleute in die Konfliktregionen entsendet. Diese vermitteln bei Auseinandersetzungen, bringen Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit, begleiten ehemalige Soldatinnen und Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben, arbeiten mit traumatisierten Opfern von Gewalt oder unterstützen Flüchtlinge bei ihrer Rückkehr in die Heimat. Die ZFD-Expertinnen und -Experten arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.

Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme

Um die politische und wirtschaftliche Stabilität vor Ort zu stärken, unterstützt das BMZ auch Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme, die den Menschen bessere Perspektiven in ihren Herkunftsländern bieten.

Weitere Beispiele für das deutsche Engagement zur Minderung von Fluchtursachen sind die vielfältigen Maßnahmen des BMZ zur Durchsetzung von Menschenrechten, zur Unterstützung des fairen Handels, zur Förderung von Umwelt- und Sozialstandards, zur Sicherung der Ernährung und zur Verbesserung der Infrastruktur in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.