Bauer der Fairtrade-Reis-Organisation in Thailand

Das Engagement des BMZ für den Fairen Handel

Das Bundes­ministerium für wirt­schaft­liche Zusammen­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) unter­stützt den Fairen Handel in Deutsch­land. Es hat die Ent­wick­lung eines Fairtrade-Textil­standards gefördert und Instru­mente entwickelt, um den Fairen Handel direkt in den Ent­wick­lungs­ländern zu unterstützen.

Der Grüne Knopf – das Siegel für sozial und ökologisch produzierte Textilien

So stellt das BMZ zum Beispiel künftig mehr Mittel für Nicht­regierungs­organi­sa­tionen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Verfügung, die sich vor Ort entsprechend engagieren. Außerdem beteiligt sich das BMZ am Fairtrade Access Fund (Externer Link) der KfW Ent­wick­lungs­bank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Dieser förderte 2019 Fairtrade- oder gleich­wertig zertifizierte Koope­ra­tiven in Latein­amerika und Afrika durch Kredite in Höhe von gut 56 Millionen Euro. Bis Ende 2019 profitierten davon mehr als 330.000 Klein­bäuerinnen und -bauern.

Als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie beteiligte sich das BMZ außerdem an der Gründung der Agri-Finance Liquidity Facility (ALF). Zertifizierte Produzenten­organi­sa­tionen des Fairen Handels erhalten darüber Kredite, die es ihnen ermöglichen, die wirt­schaft­lichen Heraus­forderungen der Pandemie zu meistern. Auf diesem Weg trägt das BMZ dazu bei, dass mehr als 300.000 Bäuerinnen und Bauern ihre land­wirt­schaft­lichen Erzeug­nisse auch unter Covid-19-Bedingungen weiter erfolg­reich vermarkten und ihr Einkommen sichern können.

Mitglied einer Kakao-Kooperative in Côte d'Ivoire

Mitglied einer Kakao-Kooperative in Côte d'Ivoire

Mitglied einer Kakao-Kooperative in Côte d'Ivoire

Faire Woche

Agenda 2030

Im Mittelpunkt des BMZ-Engage­ments in Deutsch­land steht die all­jährlich statt­findende Faire Woche (Externer Link) des Forums Fairer Handel (Externer Link). Die größte Ver­anstaltung dieser Art in Deutsch­land soll das Bewusst­sein der Ver­brauche­rinnen und Ver­braucher für die Belange des Fairen Handels schärfen und sie dazu motivieren, häufiger fair gehandelte Produkte einzukaufen.

Im Jahr 2021 findet die Faire Woche vom 10. bis 24. September statt. Unter dem Motto "Zukunft fair gestalten – #fairhandeln für Menschen­rechte weltweit" wird sie sich mit der Frage beschäftigen, welchen Beitrag der Faire Handel zu menschen­würdigen Arbeits­edingungen und nach­haltigem Wirtschaften leistet.

Weltläden, Aktions- und Jugend­gruppen, Super­märkte, Gastronomen, Schulen und Städte sowie viele weitere Akteure laden zu Aktionen und Veranstaltungen ein.


Hauptstadt des Fairen Handels

Die im Auftrag des BMZ handelnde Service­stelle Kommunen in der Einen Welt (Externer Link) (SKEW) richtet seit 2003 alle zwei Jahre den Wett­bewerb um die Hauptstadt des Fairen Handels (Externer Link) aus. Ausgezeichnet werden vor­bild­liche Aktivitäten der Kommunen zur Förderung des Fairen Handels. Dazu gehören zum Beispiel Aktionen des Stadt­marketings, Schul­projekte und gemein­same Aktivitäten mit der Wirt­schaft. Gewürdigt wird auch der Einkauf fair gehandelter Produkte, etwa der Ausschank fair gehandelten Kaffees in Behörden und die Verarbeitung von Fair-Handels-Produkten in den Kantinen kommu­naler Einrichtungen.

Das BMZ lobt den Wett­bewerb aus. Bisherige Gewinner waren Neumarkt in der Ober­pfalz (2019), Köln (2017), Saar­brücken (2015), Rostock (2013), Bremen (2011), Marburg (2009), Düssel­dorf (2007) und Dort­mund (2003 und 2005).

Einkaufskorb mit Fairtrade-Produkten

Einkaufskorb mit Fairtrade-Produkten

Einkaufskorb mit Fairtrade-Produkten

Netzwerk Faires Beschaffungswesen

Eine weitere Initiative der Service­stelle Kommunen in der Einen Welt ist das 2007 gegründete bundes­weite Netz­werk Faires Beschaffungs­wesen (Externer Link).

Es setzt sich dafür ein, soziale Standards bei der Vergabe von öffent­lichen Aufträgen einzuhalten. Dazu gehören auch der Einkauf fair gehandelter Produkte und der Verzicht auf Güter, die durch Kinder­arbeit oder unter Verletzung sozialer Mindest­standards hergestellt werden. Zu den Produkten, die von Kommunen angeschafft und häufig unter aus­beuterischen Bedingungen hergestellt werden, zählen zum Beispiel Pflaster­steine, Computer, Berufs­bekleidung, Fuß­bälle und Feuer­werks­körper.

Kompass Nachhaltigkeit

Nachhaltige Beschaffung? Wie soll das gehen? Welche Sozial- und Umwelt­siegel bieten Orien­tie­rung? Und wo kann ich ent­sprechende Produkte erhalten? Antworten auf diese Fragen gibt der Kompass Nach­haltig­keit (Externer Link). Das Online-Portal wurde im Auftrag des BMZ entwickelt und unter­stützt für die Beschaffung ver­ant­wort­liche Mit­arbeite­rinnen und Mit­arbeiter von Kommunen dabei, Kriterien wie Umwelt­freund­lich­keit und Sozial­ver­träg­lich­keit bei der Auftrags­vergabe zu berück­sichtigen. Ob Visiten­karten, Feuer­wehr­uniformen oder Pflaster­steine – die Produkt­suche liefert Aus­schreibungs­beispiele sowie Kontakte zu Experten und Händlern.

Standbild aus dem Film "Kompass Nachhaltigkeit"
Video: Kompass Nachhaltigkeit – Nachhaltig beschaffen im öffentlichen Sektor

Entwicklungspolitische Bildung

Im Rahmen der ent­wick­lungs­politi­schen Bildungs­arbeit informieren meist ehren­amtliche Akteure die Bürgerinnen und Bürger über ent­wick­lungs­poli­ti­sche Anliegen und Zusammen­hänge des inter­nationalen Handels. Sie zeigen auf, wie jeder Einzelne über sein Konsum­verhalten Einfluss auf die Arbeits- und Lebens­bedingungen der Menschen in Ent­wick­lungs­ländern nehmen kann. Dafür sagte das BMZ 2020 Förder­mittel in Höhe von über 4,85 Millionen Euro zu.