Moorlandschaft in Europa

Klima und Biodiversität Dem Klimawandel begegnen 

Der Erhalt der Biodiversität ist eine elementare Voraussetzung für Erfolge beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Denn gesunde Ökosysteme speichern enorme Mengen an Treibhausgasen und mildern die Folgen von extremen Wetterereignissen. Sie tragen dazu bei, dass auch zukünftig wichtige Ökosystemleistungen wie sauberes Wasser oder frische Luft für alle Menschen zur Verfügung stehen.

Siehe auch
Wasserknappheit und Dürre gehören zu den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

Das natürliche Potenzial der Treibhausgas-Speicherung durch Ökosysteme hängt von vielfältigen Faktoren ab und ist nur schwer exakt zu bestimmen. Insgesamt speichern Wälder, Meere, Moore und Permafrostböden aber enorme Mengen an Treibhausgasen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wie Kohlendioxid und Methan. Wenn Wälder abgeholzt oder Moore trockengelegt werden oder wenn Permafrostböden aufgrund der globalen Erwärmung auftauen, werden diese Gase freigesetzt und treiben den Klimawandel an. Gesunde Ökosysteme tragen dagegen maßgeblich dazu bei, die Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur abzumildern.

Deutschland fördert internationale Initiativen und zahlreiche bilaterale Entwicklungsprojekte, die den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel eng mit dem Erhalt von Biodiversität verbinden. Dazu zählen zum Beispiel Projekte zum Tropenwaldschutz im Amazonasgebiet, im Kongobecken und in Indonesien sowie Vorhaben zur Regeneration von Torfmooren.


Waldschutz

Etwa zwölf Prozent  der globalen Treibhausgas-Emissionen entstehen durch Entwaldung und Schädigung von Wäldern. Zusätzlich geht dadurch die klimaregulierende Wirkung von Wäldern verloren: In gesunden Wäldern verdunsten große Wassermengen. Dadurch wird die Erdoberfläche gekühlt und die entstehenden Wolken reflektieren die Sonneneinstrahlung.

Siehe auch
Regenwald in Brasilien

Viele Baumarten benötigen hundert oder mehr Jahre, bis sie ihr volles Potenzial, Kohlen­dioxid zu binden, ent­wickelt haben. Wenn­gleich Auf­forstung wichtig ist, bietet der Schutz be­stehender Wälder daher eine größere Chance, mehr Kohlen­dioxid zu speichern.

Im Rahmen der Klima­ver­hand­lungen der Vereinten Nationen wurde ab 2005 der so­genannte REDD-Mechanismus (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) entwickelt, der finanzielle Anreize schafft, Ent­waldung zu ver­meiden und damit klima­schädliche Kohlen­dioxid-Emissionen zu verringern.

Am Rande der UN-Klima­konferenz 2010 unterzeichnete das BMZ einen Finanzierungs­vertrag mit der Wald­kohlen­stoff­partnerschaft der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Forest Carbon Partnership Facility, FCPF (Externer Link)). Mit 17 Gebern und 47 REDD-Partner­ländern ist die FCPF die größte multilaterale REDD-Initiative und prägt die sich entwickelnden internationalen REDD-Standards. Deutschland hatte die FCPF auf dem G8 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Gipfel 2007 in Heiligendamm initiiert. Mit Gesamtzusagen von 160,4 Millionen Euro – gut 25 Prozent des Gesamtbudgets – ist die Bundesrepublik knapp hinter Norwegen der zweitgrößte Geber.

Anpassung an den Klimawandel

Biologische Vielfalt und gesunde Ökosysteme sind für die Anpassung von Mensch und Natur an die negativen Folgen des Klimawandels unerlässlich.

Siehe auch

Genetische Vielfalt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine ausreichende Artenzahl auch unter veränderten klimatischen Bedingungen geeignete Lebensbedingungen findet. Gesunde Ökosysteme sind weniger anfällig für die bereits heute einsetzenden Auswirkungen des Klimawandels. Und sie gewährleisten, dass wichtige Ökosystemleistungen, wie sauberes Wasser oder frische Luft, in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Zugleich mildern beispielsweise gesunde Wälder die Auswirkungen von Überschwemmungen, Starkregen oder Stürmen, die ansonsten viel größere Schäden hervorrufen würden.

Für die Anpassung von Gesellschaften an die Auswirkungen des Klimawandels spielt die sogenannte grüne Infrastruktur eine wichtige Rolle. Das internationale Konzept der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel verbindet die Ziele des Klimaschutzes, des Erhalts von Biodiversität und des nachhaltigen Ressourcenmanagements miteinander. So soll die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen erhöht und die Verwundbarkeit der Bevölkerung für die negativen Folgen des Klimawandels schrittweise reduziert werden. Gleichzeitig können sich diese Maßnahmen auch positiv auf die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung in der Region auswirken.

Zahlreiche entwicklungspolitische Programme zum Erhalt von Lebensräumen tragen neben dem Biodiversitätsschutz also auch zur Anpassung an den Klimawandel bei.

BMZ-Publikationen

Biologische Vielfalt - unsere gemeinsame Verantwortung

Biologische Vielfalt – unsere gemeinsame Verantwortung Dateityp pdf Sachstandsdatum 10/2018 Dateigröße 8 MB Seiten 56

Die deutsche Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention für eine nachhaltige Entwicklung

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2018 | Dateigröße 8 MB, Seiten 56 Seiten
Titelblatt: Anpassung an den Klimawandel | Erfolgreicher Umgang mit Risiken und Folgen des Klimawandels

BMZ-Factsheet: Anpassung an den Klimawandel Dateityp pdf Sachstandsdatum 01/2021 Dateigröße 236 KB

Erfolgreicher Umgang mit Risiken und Folgen des Klimawandels

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 01/2021 | Dateigröße 236 KB
cover indigene und klima

BMZ-Factsheet: Indigene Völker und Klimaschutz Dateityp pdf Sachstandsdatum 11/2019 Dateigröße 1 MB Seiten 2

Das Engagement des BMZ zur Stärkung der Rechte indigener Völker

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2019 | Dateigröße 1 MB, Seiten 2 Seiten
cover wald und klima

BMZ-Factsheet: Wald und Klima Dateityp pdf Sachstandsdatum 09/2019 Dateigröße 2 MB Seiten 2

Das Engagement des BMZ für Klimaschutz durch internationale Waldpolitik

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 09/2019 | Dateigröße 2 MB, Seiten 2 Seiten
Dem Klimawandel begegnen

Dem Klimawandel begegnen Dateityp pdf Sachstandsdatum 10/2017 Dateigröße 1004 KB Seiten 28 Zugänglichkeit barrierefrei

Das klimapolitische Engagement des BMZ

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2017 | Dateigröße 1004 KB, Seiten 28 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei