Geschäftsführender Minister Müller: “Nur ein fairer Nikolaus ist ein guter Nikolaus”

4. Dezember 2021 | „Zum Nikolaus sollten wir ein Signal für faire Schokolade setzen – denn nur ein fairer Nikolaus ist ein guter Nikolaus“, so der geschäftsführende Entwicklungsminister Gerd Müller.

Siehe auch
Fairtrade Produkte
Ein Junge in Mali arbeitet an einer Nähmaschine.
Arbeiterin in einer Fabrik in Bangladesch

„Solidarität und Menschlichkeit – jetzt in der Adventszeit besinnen sich viele Menschen stärker darauf als sonst im hektischen Alltag. Zum zweiten Mal fällt die Adventszeit aber auch in eine besonders schwierige Phase: die Corona-Pandemie. Mehr als sonst sollten wir jetzt auf Fairness auch gegenüber den Menschen achten, die unsere Produkte herstellen. Zum Beispiel alle, die den Kakao für die 150 Millionen Schoko-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner angebaut haben, die allein letztes Jahr verkauft wurden. Sie bringen hierzulande Kinderaugen zum Strahlen. In Westafrika schuften aber noch immer Jungen und Mädchen für diesen Genuss“, so Müller weiter.

„1,5 Millionen Kinder müssen in Ghana und Elfenbeinküste mit anpacken, weil der Lohn der Eltern nicht für das Überleben der Familie reicht. Durch Corona hat sich die Lage dramatisch verschlechtert: Studien zeigen einen Anstieg der Kinderarbeit um ein Fünftel während des Lockdowns 2020 in den kakaoanbauenden Gebieten in Elfenbeinküste.

Ein Fünftel der Schokolade in Deutschland ist mittlerweile Fairtrade-zertifiziert – das ist gut, doch die Zustände vor Ort zeigen, dass es noch weit mehr werden müssen. Als Mitinitiator des Kakaoforums kämpft das Entwicklungsministerium für ein Ende der Kinderarbeit und die Überwindung von Armut bei Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Diese Projekte sind wichtig, aber ohne ein Umsteuern in unserer Wirtschaftsweise und unserem Konsumverhalten werden wir den Kampf gegen Kinderarbeit nicht gewinnen. Wir müssen endlich verstehen, dass ein Teil unseres Wohlstands auch auf Ausbeutung beruht. Das Lieferkettengesetz, das wir in diesem Jahr beschlossen haben, ist ein wichtiger erster Schritt, das zu ändern.

Auch Sie als Verbraucher können etwas tun: Kaufen Sie fair gehandelte Schokolade und faire Produkte, schenken Sie fair gehandelten Schmuck, achten Sie auf nachhaltige Textilien mit Siegeln wie dem Grünen Knopf. Ich wünsche mir, dass immer mehr Unternehmer und Verbraucher sagen: Ich produziere fair, ich kaufe fair!“