Syrische Mädchen spielen Fußball in einem Flüchtlingslager in Jordanien.

Zusammenarbeit konkret Jordanien und Irak: Den sozialen Zusammenhalt fördern

Die Kooperation „Sport für Entwicklung im Irak und in Jordanien“ verbessert den sozialen Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Lokale Organisationen bieten mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sportliche Aktivitäten für Flüchtlinge, Vertriebene und Einheimische im Alter von acht bis 24 Jahren an. Dabei erleben die jungen Sportlerinnen und Sportler vieles, auf das sie durch Krieg und Vertreibung häufig verzichten mussten: Respekt, Fairness, Selbstvertrauen und Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Und auch ihre körperliche und seelische Gesundheit verbessert sich.

Der gemeinsame Sport baut Brücken: Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen lernen sich kennen und verstehen, schließen Freundschaften, schöpfen Hoffnung, entwickeln Zuversicht und Perspektiven. So werden Konflikte und Gewalt vermieden.

Trainerinnen und Trainer ausbilden

Im Rahmen des Projekts lernen lokale Fachkräfte wie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Lehrkräfte und Trainerinnen und Trainer, soziale Fertigkeiten und Werte über den Sport zu vermitteln.

Auch benachteiligte und behinderte Jugendliche werden integriert. Mädchen und junge Frauen werden ermutigt, sich im Sport zu engagieren. In einer Region, in der es traditionell wenig Sportangebote für sie gibt, kann dies einen Weg zu mehr Selbstbestimmung eröffnen.

Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen begleiten

Die jordanische Fußballnationalspielerin Maryana Haddad hat im Rahmen des Projekts eine Weiterbildung zur Trainerin gemacht und unterrichtet nun: „Die Verbindung von qualifiziertem Fußballtraining und gleichzeitig gezielter Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen macht dieses Programm einzigartig in Jordanien. Es macht mir unheimlich viel Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und sie in ihrer Entwicklung zu fördern, unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Alter oder ihrem Geschlecht. Auch ich wachse mit meiner Traineraufgabe und versuche, ein Vorbild für die Kinder zu sein – auf und neben dem Platz.“

Bisherige Ergebnisse

In den jordanischen Provinzen Amman, Irbid, Mafraq und Zarqa leben besonders viele Flüchtlinge in Aufnahmegemeinden. Für sie werden mit deutscher Unterstützung Sportaktivitäten in mehr als 60 Schulen und 40 Sportstätten angeboten. Von den Maßnahmen profitieren dort mehr als 61.000 Kinder und Jugendliche.

In den nordirakischen Distrikten Dohuk-Stadt, Saxo und Sumel können rund 65.000 Kinder und Jugendliche die Sportangebote in sechs Flüchtlingscamps und zwei Jugendzentren nutzen.

Damit das Projekt langfristig zur psychosozialen Unterstützung, Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung beiträgt, werden mehr als 300 Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer weitergebildet. Knapp die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen.