Zusammenarbeit mit der Ukraine Solarbetriebene Entsalzungsanlagen sichern Trinkwasser

Seit Februar 2022 greift Russland immer wieder Kommunen in der Ukraine an, darunter auch eine Stadt im Küstengebiet des Schwarzen Meeres. Streubomben hatten hier im Sommer 2022 die Strom- und Wasserversorgung zerstört. Danach kam aus den Wasserhähnen nur noch Salzwasser. Doch nun wandeln dort solar betriebene Anlagen zur Wasseraufbereitung salzhaltiges Grund- oder Flusswasser in Trinkwasser um. Diese Wasseraufbereitung läuft unabhängig von der zentralen Stromversorgung, die vielerorts immer wieder unterbrochen ist. Sie leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau der Wasserinfrastruktur und schafft neue Arbeitsplätze.

Unterstützung beim Wiederaufbau und Abfederung der Folgen des Krieges sind zentrale Elemente der strategischen Partnerschaft des BMZ mit der Ukraine. Die Aktivitäten am Schwarzen Meer wurden von der DEG Impulse gGmbH im Rahmen des BMZ-Förderprogramms develoPPP (Externer Link) umgesetzt. Partner ist das Berliner Unternehmen Boreal Light, das neben einem finanziellen Beitrag seine Erfahrung in der Fertigung, Installation und Betrieb von solarbetriebenen, netzunabhängigen Wasserentsalzungsanlagen einbrachte.

Solarbetriebene Wasserentsalzungsanlagen des Unternehmens hatten sich in Afrika, Lateinamerika und im Nahen Osten als einfache und wirksame Systeme vor allem an Orten bewährt, die über keine zuverlässige Stromversorgung verfügen. Die Wasserentsalzungsanlagen sind so gestaltet, dass sie auch während Krisen gut funktionieren: unabhängig vom fragilen Stromnetz, einfach zu bedienen und günstig im Betrieb. Damit sind sie auch für viele ukrainische Städte eine gute Lösung.

Container mit einer Wasserentsalzungsanlage. Die Anlagen können mit Solarstrom oder hybrid mit Netzstrom betrieben werden.
Container mit einer Wasserentsalzungsanlage. Die Anlagen können mit Solarstrom oder hybrid mit Netzstrom betrieben werden. 

Fünf Anlagen wurden in Berlin gefertigt und in die Ukraine geliefert. Zudem stellt Boreal Light zehn UV-Desinfektionsanlagen bereit und schult 25 lokale Mitarbeitende in Betrieb und Wartung. Ein System zur Fernüberwachung der Wasserqualität mit online verfügbaren Daten wurde ebenfalls eingerichtet.

Die solarbetriebenen Anlagen liefern pro Stunde bis zu 125.000 Liter sauberes Trinkwasser für rund 460.000 Menschen. Solarenergie für die Wasseraufbereitung zu nutzen, spart vier Tonnen CO2 pro Tag, ist günstig und belastet das ohnehin fragile Stromnetz nicht zusätzlich. Nach erfolgreichem Abschluss des develoPPP-Projekts baut Boreal Light sein Engagement vor Ort weiter aus: 50 weitere Aufbereitungsanlagen sollen in der Umgebung entstehen – auch, weil kleine Anlagen viel schwerer zu zerstören sind als Große.