Zusammenarbeit konkret Kenia: Dezentrale Stromversorgung durch Solaranlagen

Im Turkana County im Nordwesten Kenias leben laut UNHCR (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) mehr als 300.000 Flüchtlinge und Asylsuchende (Stand: Juni 2025). Nur wenige Menschen in dieser Region haben Zugang zu einer zuverlässigen Energieversorgung. In Flüchtlingssiedlungen wie Kalobeyei ist die Situation besonders kritisch.

Um die Versorgung zu verbessern, eröffnete das Projekt Energy Solutions for Displacement Settings“ (ESDS) (Externer Link) Geflüchteten und aufnehmenden Gemeinden den Zugang zu nachhaltiger Energie. Das Projekt ist ein Beispiel für die Kooperation an der Schnittstelle von humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung: Die GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) arbeitete im Auftrag des BMZ eng mit dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR und der lokalen Regierung zusammen, um den Druck auf die humanitäre Hilfe zu verringern und dauerhafte Strukturen aufzubauen.

ESDS unterstützte das UNHCR und die Bezirksregierungen dabei, regionale Energiegesetze und -pläne zu erstellen. Durch eine arbeitsteilige Partnerschaft von BMZ/GIZ, UNHCR, der International Finance Cooperation (IFC) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wurden die Expertise und die Finanzierung für die solarbasierte Stromversorgung des Kalobeyei Settlements in Turkana County gebündelt: Es wurde ein Geschäftsmodell für den privaten kenianischen Stromversorger entwickelt, technische Beratung bei Planung und Bau eines dezentralen Mini-Stromnetzes (Mini-Grid) geleistet und der Bau von 40 Kilometern Stromleitungen ermöglicht. Dadurch erhielten 11.000 Flüchtlinge und Mitglieder aufnehmender Gemeinden direkten Zugang zu Strom. 76.000 Menschen profitieren indirekt, zum Beispiel von der Stromversorgung von 19 Krankenstationen und Schulen.

Die Stromversorgung ermöglicht neue Einkommensmöglichkeiten und die Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Bis Ende 2024 wurden durch das Mini-Grid zudem geschätzte 462 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Der Zugang zu Energie fördert auch das friedliche Zusammenleben: Konflikte zwischen Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden um Feuerholz wurden verringert.

BMZ und UNHCR setzen ihre Zusammenarbeit in Kenia im Rahmen des Globalvorhabens RISE fort.


Stand: 27.08.2025