UNDP Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
Das UNDP wird seit 2025 von dem ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten Alexander De Croo geleitet. Weltweit sind rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für UNDP tätig. Der Hauptsitz ist in New York. 2026 wird mit etwa 300 Mitarbeitern ein zweiter Standort am UN Campus Bonn eröffnet
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat innerhalb der Bundesregierung die Federführung für die Zusammenarbeit mit dem UNDP und vertritt die deutschen Interessen im Exekutivrat der Organisation.
Programmarbeit des UNDP
Die Programmarbeit des UNDP konzentriert sich unter dem Leitbild „Menschliche Entwicklung auf einem gesunden Planeten“ auf vier strategische Ziele („Strategic Objectives“):
- Wohlstand für Alle
- Effektive Regierungsführung
- Krisen-Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)
- Gesunder Planet
Diese vier Ziele werden von den drei sogenannten Beschleunigern („Accelerators“)
- Geschlechtergleichstellung,
- Digitalisierung und KI-Transformation, und
- Nachhaltige Finanzierung
unterstützt. Sie werden in der Planung und Umsetzung von Projekten und Programmen als Querschnittsthemen berücksichtigt.
Strategischer Plan 2026-2029
Mit über 5.000 Projekten in mehr als 170 Ländern und Regionen arbeitet das UNDP tagtäglich mit Partnern daran, die Handlungsspielräume der Menschen für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu erweitern, wie sie in der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)für nachhaltige Entwicklung verankert ist.
Der Strategische Plan (2026-2029) (Externer Link) gibt dazu in den nächsten Jahren die Richtung vor des UNDP geht auf die Bedürfnisse der Länder und Regionen ein, in denen das Entwicklungsprogramm tätig ist. Bei der Umsetzung auf nationaler Ebene begleitet das UNDP seine Partnerländer durch Länderprogramme, die im Einklang mit nationalen Entwicklungsentscheidungen stehen. 90 Prozent der Partner in Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft bewerten die Arbeit den UNDP als „sehr hilfreich“ oder „äußerst hilfreich 92 Cent jedes Dollars, der an UNDP geht, fließen direkt in Entwicklungsprogramme und seit 2011 ist das UNDP durchgehend Spitzenreiter im Aid Transparency Index.
Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter 2026–2029
Das UNDP engagiert sich in allen Schwerpunktbereichen mit Nachdruck für Gender-Mainstreaming (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die UNDP-Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter 2026-2029 (Externer Link) stützt sich auf Projektauswertungen sowie den Austausch mit Regierungen, feministischen Organisationen, der Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der Privatwirtschaft und anderen UN-Organisationen.
Der Fokus des UNDP liegt dabei auf der Umgestaltung von Systemen und Machtstrukturen, die geschlechtsspezifische Ungleichheiten hervorrufen. Hierfür unterstützt das UNDP Regierungen dabei die Gleichstellung der Geschlechter in den Mittelpunkt politischer, wirtschaftlicher und ökologischer Entscheidungen zu stellen und Entwicklungsoptionen zu erweitern.
Bericht über die menschliche Entwicklung
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen veröffentlicht jährlich den Bericht über die menschliche Entwicklung (Externer Link) (Human Development Report, HDR). Er erfasst umfassende Daten zum Entwicklungsstand und zum Lebensstandard in rund 200 Ländern und Regionen. Er orientiert sich dabei nicht nur an wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern legt den Schwerpunkt auf das Wohlergehen der Menschen. Sein wichtigstes Instrument ist der Human Development Index, der Einkommen, Gesundheit und Bildung umfasst. Der Bericht betrachtet zudem Indikatoren wie Ungleichheiten und Armut multidimensional, also nicht nur anhand von Einkommen, sondern auch mit Blick auf Lebensbedingungen wie Zugang zu Strom, Wasser, sanitären Einrichtungen und Bildung.
Der HDR ist der meistgelesene Bericht der Vereinten Nationen.
2025 wurde gemeinsam mit dem Versicherer Generali der thematische Bericht „Resilience by Design: Strengthening Health and Human Development in a Chaning Climate“ (Externer Link) veröffentlicht. Dieser untersucht, wie der Klimawandel Gesundheitsrisiken verändert, die Gesundheitssysteme zunehmend belastet und die Fortschritte in der menschlichen Entwicklung gefährdet. Der Bericht verdeutlicht, warum die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme mittlerweile von zentraler Bedeutung ist, um Entwicklungsfortschritte in einer zunehmend unsicheren Welt zu sichern.
BMZ-Kooperation mit dem UNDP
Das UN-Entwicklungsprogramm ist für das BMZ ein zentraler Partner bei der Unterstützung nachhaltiger Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) weltweit. Seit 2017 zählt Deutschland zu den größten staatlichen Gebern des UNDP.
Neben der Förderung einzelner Programme trägt Deutschland auch zu den sogenannten Kernmitteln des UNDP bei. Diese sind nicht zweckgebunden und sichern der Organisation die nötige Flexibilität, um schnell auf Krisen reagieren, Wiederaufbau wirksam unterstützen und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen gezielt helfen zu können.
Mit zweckgebundenen Mitteln fördert das BMZ UNDP-Programme in den Themenbereichen Regierungsführung, Konfliktprävention und Stabilisierung, Klimaneutralität (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Erhalt von Biodiversität und erneuerbare Energien.
Die regionalen Schwerpunkte der deutschen Kooperation mit dem UNDP liegen im Nahen Osten, in der Sahel-Region (Westafrika) sowie in Ost- und Zentralafrika. Weitere Kooperationen gibt es unter anderem in der Ukraine und in Bosnien und Herzegowina.
Beispiele für die Zusammenarbeit von UNDP und BMZ
Stabilisierung
UNDP hat in den vergangenen Jahren zusammen mit der deutschen Bundesregierung große Erfolge dabei erzielt, in Konfliktregionen Sicherheit, Vertrauen und Infrastruktur wiederherzustellen. Dafür setzt UNDP sehr effiziente, sogenannte Stabilisierungsmaßnahmen ein. Über diesen hochwirksamen Kooperationsansatz, bei dem es sich weder um klassische Entwicklungszusammenarbeit noch um humanitäre Hilfe handelt, wird Menschen ermöglichen, wieder ihren Lebensunterhalt zu verdienen und so Voraussetzung dafür aufgebaut, dass Vertriebene zurückkehren können und wollen. Zu den Maßnahmen gehört der Wiederaufbau zerstörter Regionen und der Wiederherstellung der Infrastruktur, der Betrieb öffentlicher Dienstleistungen wie Krankenhäuser und Schulen, sowie die Wiedereröffnung von Märken und Handelsrouten.
Allein im Irak wagten sich deshalb von rund sechs Millionen Binnenvertriebenen bis zu fünf Millionen in ihre alte Heimat zurück. Die Bundesregierung unterstützt derartige Interventionen politisch und finanziell kraftvoll und arbeitet dabei Hand in Hand mit anderen Geberländern. Vielerorts auf der Welt konnte das UNDP deshalb Regionen nachhaltig stabilisieren, was auch im deutschen Interesse liegt.
Ukraine unter Beschuss: Resilienz für die lokale Wirtschaft
Die russische Invasion hat die ukrainische Wirtschaft hart getroffen. Die deutsche Regierung und das UNDP unterstützen deshalb die Ukraine mit mehreren Programmen. Eines davon richtet sich gezielt an zwölf Städte, in denen zwischen 60.000 und 500.000 Einwohner leben und die in elf verschiedenen Regionen liegen. Ziel des Programms ist es, das Überleben von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen zu sichern. In drei Städten gehört zu den Maßnahmen, die Wasserversorgung wieder instand zu setzen. In den anderen Regionen geht es unter anderem darum, neue Gewerbe-Infrastruktur zu schaffen. So eröffnet in Winnyzja ein Innovationspark, in Riwne und Luzk entstehen öffentlich zugängliche Büroräume (Co-Working Spaces) und in Chmelnyzkyj ein neues Gewerbegebiet. Ungefähr 700 Kleinst- und Kleinunternehmen werden davon bis zum Jahr 2027 profitieren. Dadurch werden rund 14.000 vom Krieg bedrohte Arbeitsplätze gesichert und es entstehen 3000 neue, insbesondere in Bereichen wie Textilverarbeitung, IT und Leichtindustrie. Das Projekt zielt zudem darauf ab, Verwaltungen zu beraten und zu schulen, unter anderem darin, wie Kommunen Partnerschaften mit der Privatwirtschaft schließen können und die Zivilgesellschaft stärken. Bis heute wurden über 30 Schulungen mit rund 800 Teilnehmenden aus fast 300 Kommunen durchgeführt.
Klimaversprechen für einen gerechten Wandel
Eine zentrale Initiative UNDPs zum Klimaschutz heißt (Climate Promise (Externer Link)) Dieses von Deutschland und mehr als zehn anderen Gebern unterstützte „Klimaversprechen“ hilft 140 Ländern dabei, ihre nationalen Klimabeiträge (NDCs) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. UNDP-Expertinnen und Experten unterstützen, Klimaschutzpläne zu erstellen, um systematisch in verschiedenen Sektoren wie Verkehr und Landwirtschaft Treibhausgase zu reduzieren. Mehr als 60 Länder, profitieren dabei im Rahmen von UNDP unter anderem von deutscher Hilfe bei der Dekarbonisierung ihrer Wirtschaft. Zudem unterstützt Deutschland mit dem UNDP auch eine Gruppe von 17 besonders ambitionierten Ländern dabei, ihre Klimaziele in die Tat umzusetzen. So konnten zum Beispiel Belize und Uganda neue staatliche Klima-Abteilungen einrichten, die Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgase planen und finanzieren. Pakistan wiederum hat konkrete Schritte definiert, um die Emissionen zu senken – wie etwa Vorschriften, um klimafreundliches Bauen zu fördern. Simbabwe arbeitet an einem Klimaschutzgesetz und entwickelte zudem ein Verfahren, um durch den Verkauf von Kohlenstoffgutschriften Finanzmittel für Klimaprojekte zu gewinnen.
Ehrgeizige Klimabeiträge verbessern weit mehr als nur die Klimabilanz, wie UN-Generalsekretär António Guterres betont: „Sie können die nachhaltige Entwicklung vorantreiben, Milliarden Menschen Zugang zu sauberer Energie verhelfen, die Gesundheit fördern, neue Jobs schaffen und für soziale Gerechtigkeit sorgen.“ Ehrgeizige Klimabeiträge dienen zudem auch dem Naturschutz. In vielen Ländern gehört zu den Klimaschutzmaßnahmen, Ökosysteme so zu stärken, dass Wälder und Feuchtgebiete mehr CO2 aus der Luft binden.
Das Umweltschutzprogramm „Nature Pledge“
Zum Schutz der Artenvielfalt hat das UNDP ergänzend zum Climate Promise die Initiative Nature Pledge gestartet. Zu den Zielen des „Naturversprechens“ gehört, Staaten zu unterstützen, das Kunming-Montreal-Abkommen aus dem Jahr 2022 zur biologischen Vielfalt umzusetzen. Das beinhaltet, bis zum Jahr 2030 insgesamt 30 Prozent der Land- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen. Über 140 Länder unterstützt das UNDP dabei. Die Bundesregierung hilft über ihre Internationale Klimaschutzinitiative zudem indigenen Bevölkerungen, ihre natürliche Lebensgrundlage zu erhalten.
Zu den Zielen des UNDP Programm gehört, die Finanzströme hin zu einer ökologischen Transformation zu lenken und neue Finanzierungsmöglichkeiten für nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen. So vergibt beispielsweise Ecuador Kredite an umweltbewusste Kleinunternehmerinnen und -unternehmer. Dabei werden die Projekte zuvor mit einer von UNDP mitentwickelten Software auf ihre Umweltfreundlichkeit geprüft.
Um die Wirtschaft für das Thema Naturschutz zu sensibilisieren hat UNDP gemeinsam mit Umweltprogramm der Vereinten Nationen sowie die den Naturschutzorganisationen WWF und Global Canopy Unterstützung eine Arbeitsgruppe für naturbezogene Finanzberichterstattung etabliert. Diese hat mit deutscher Unterstützung Leitlinien entwickelt, die Unternehmen und Finanzdienstleister bei Investitionen in naturpositive Lösungen unterstützen, die sowohl dem Unternehmenswachstum als auch dem Schutz des Planeten dienen.
Die Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz (HSC)
Wie können wir global noch besser zusammenarbeiten, um den großen Krisen unserer Zeit zu begegnen? Eine Antwort darauf lautet: Mut zu innovativen Partnerschaften und der Wille, globale Herausforderungen konsequent in Chancen für eine nachhaltigere Zukunft zu verwandeln. Klingt einfacher als es ist, aber genau hier setzt die Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz (HSC) an. Ko-initiiert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), UNDP, der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Michael-Otto-Stiftung bringt sie seit 2024 Entscheidungsträger aus Politik, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft zusammen, um gemeinsam tragfähige Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln.
Die Konferenz versteht sich als internationale Plattform, die unterschiedliche Perspektiven für länder- und branchenübergreifende Kooperationen zusammenführt und in konkretes Handeln übersetzt. So wurden etwa Leitlinien für eine verantwortungsvolle und faire Künstliche Intelligenz entwickelt, denen sich über 40 Partner angeschlossen haben. Initiativen wie SCALED tragen zudem dazu bei, private Investitionen gezielt für nachhaltige Entwicklung in Schwellen- und Entwicklungsländern zu mobilisieren.
Die HSC schafft einen offenen, vertrauensvollen Raum für Austausch auf Augenhöhe, in dem neue Allianzen und konkrete Lösungen für globale Herausforderungen entstehen. Im Mittelpunkt steht dabei, die Innovationskraft des Privatsektors stärker für nachhaltige Entwicklung zu nutzen und technologische Veränderungen – insbesondere durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – so zu gestalten, dass sie Mensch und Planet gleichermaßen zugutekommen.
Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten trägt die Konferenz dazu bei, internationale Zusammenarbeit zu stärken, Vertrauen in multilaterale Kooperation zu fördern und wirtschaftliche Entwicklung enger mit sozialer Gerechtigkeit und einem gesunden Planeten zu verbinden. Oder in kurz: konkret das Leben von Menschen weltweit zu verbessern.
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Deutschland
Das UNDP-Büro in Deutschland (Externer Link) wurde 2021 gegründet. Es verfügt über einen Sitz in Bonn und eine Außenstelle in Berlin.
Zu den Aufgaben des Büros gehört es,
- die Partnerschaft zwischen dem UNDP und Deutschland zu fördern und zu darüber zu kommunizieren,
- UNDP-Länderbüros bei der Zusammenarbeit mit Deutschland zu unterstützen,
- die Sichtbarkeit der UNDP-Arbeit zu erhöhen und
- Ressourcen für die Umsetzung des Strategischen Plans des UNDP und seiner wichtigsten Themenbereiche zu mobilisieren.
Das Büro arbeitet eng mit dem BMZ und dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zusammen.
Außerdem kooperiert das Büro mit Durchführungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sowie mit der privaten Wirtschaft, Stiftungen, der Zivilgesellschaft, Think Tanks und anderen Partnerorganisationen.
Stand: 13.10.2026