Aralsee: links im Jahr 2014, rechts im Jahr 2000, die schwarze Linie zeigt die Größe des Sees im Jahr 1960.

Umweltsituation Schwieriges Erbe jahrzehntelanger Übernutzung

Obwohl Usbekistan mit vielen Umweltproblemen konfrontiert ist, muss das Bewusstsein für Umweltbelange in der usbekischen Öffentlichkeit erst noch wachsen.

So war die Landwirtschaft, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, lange Zeit hauptsächlich auf den Anbau von Baumwolle in Monokulturen ausgerichtet. Die Plantagen verbrauchten immense Mengen an Wasser – eine Ressource, die in dem zentralasiatischen Land nur sehr begrenzt vorhanden ist. Das meiste Wasser wurde aus großen Flüssen entnommen, vor allem aus dem Amurdarja und dem Syrdarja. Beide Flüsse münden in den Aralsee. Der ehemals viertgrößte See der Welt – er war früher fast so groß wie Bayern – ist inzwischen fast völlig versalzen und ausgetrocknet.

Auch der intensive Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln belastet in vielen Regionen die Böden und das Trinkwasser. Das hohe Bevölkerungswachstum führt darüber hinaus zu einem immer größeren Bedarf an Nahrungsmitteln und dadurch zu Überweidung, Bodendegradierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und unkontrollierten Abholzungen von Wäldern. Unzureichende Schadstoffkontrollen bei Industrie und Verkehr sowie eine mangelhafte Abwasser- und Müllentsorgung sorgen für hohe Umweltbelastungen in den Ballungszentren des Landes.

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

In der usbekischen Politik gewinnt das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit inzwischen an Bedeutung. Unter anderem plant die Regierung, künftig verstärkt in die Nutzung erneuerbarer Energien zu investieren und vor allem das große Potenzial der Solarenergie besser auszuschöpfen.

Zudem hat Usbekistan damit begonnen, die Landwirtschaft zu diversifizieren und Maßnahmen gegen die Landdegradierung zu ergreifen. Dazu gehören eine bessere Nutzung der Wasserressourcen des Landes, die Wiederaufforstung von Wäldern und ein nachhaltigeres Management von Weideflächen. Über erfolgversprechende Ansätze in diesen Bereichen tauscht sich Usbekistan mit den Nachbarländern Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan in einem Wissensnetzwerk aus.