Theke eines Cafés in Tunesien

Soziale Situation Ungleiche Ver­tei­lung des Wohl­stands und ho­he Ar­beits­losig­keit

Die Lebenssituation der Tunesierinnen und Tunesier hat sich in den vergangenen Jahrzehnten messbar verbessert: Nahezu die gesamte Bevölkerung hat inzwischen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Strom und es hat sich eine breite Mittelschicht herausgebildet.

Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) nimmt Tunesien Rang 91 von 189 Staaten ein – hinter Algerien (Rang 82), aber deutlich vor Ägypten (Rang 116) und Marokko (Rang 121).

Doch der bisher erreichte Wohlstand ist ungleich verteilt. Vor allem die Regionen im Landesinneren profitieren noch nicht ausreichend von der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Regierung hat daher ein ehrgeiziges Programm vorgelegt, das vor allem private Investitionen in den ländlichen Regionen fördern soll.

Eines der größten Probleme des Landes ist die hohe Arbeitslosigkeit. Nach offiziellen Angaben liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 15 Prozent (22 Prozent bei den Frauen, knapp 35 Prozent bei den 15- bis 24-Jährigen, im Hinterland zum Teil über 40 Prozent). Selbst unter den jungen Menschen mit Universitätsabschluss sind etwa 30 Prozent ohne Job. Das jährliche niedrige Wirtschaftswachstum reicht bei weitem nicht aus, um die Lage auf dem Arbeitsmarkt zu entspannen.

Für Unmut in der Bevölkerung sorgt auch die deutlich gesunkene Kaufkraft: So verlor der tunesische Dinar in den vergangenen Jahren massiv an Wert, während gleichzeitig die Lebenshaltungskosten stiegen, weil sich zum Beispiel Energie und Trinkwasser verteuerten. Die Unzufriedenheit äußert sich in wiederkehrenden Protesten und Streiks.
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