Soziale Situation Schlechte Bildungs- und Gesundheits­versor­gung

Trotz konstanten Wirtschafts­wachs­tums ist es in den vergan­genen Jahren nicht gelungen, ausreichend neue Arbeits­plätze zu schaffen, um die weit verbreitete Armut zu verringern.

Schülerinnen auf ihrem Schulweg an einem Strand der zu Tansania gehörenden Insel Sansibar

Schülerinnen auf ihrem Schulweg an einem Strand der zu Tansania gehörenden Insel Sansibar

Schülerinnen auf ihrem Schulweg an einem Strand der zu Tansania gehörenden Insel Sansibar

Ein Hindernis ist das hohe Bevöl­kerungs­wachs­tum von etwa drei Prozent. Die wirtschaftlichen und sozialen Grundrechte auf Bildung, Gesundheit, soziale Sicherheit, Nahrung und Wasser­versor­gung sind für die Mehrheit der tansa­nischen Bevöl­kerung nur auf niedrig­stem Niveau gewähr­leistet.

Fast 20 Prozent der Kinder im schul­pflichti­gen Alter besuchen keinen Unterricht. Von den einge­schulten Kindern schließen nur knapp 70 Prozent die Grund­schule ab. Es fehlt an qualifi­zierten Lehr­kräften, die Lehr- und Lern­bedin­gungen in den überfüllten und meist nur notdürftig ausgestatteten Schulen sind schlecht. Deutliche Mängel bestehen auch beim Angebot und bei der Qualität der beruf­lichen Ausbildung.

Schulunterricht in Daressalam, der größten Stadt in Tansania

Schulunterricht in Daressalam, der größten Stadt in Tansania

Schulunterricht in Daressalam, der größten Stadt in Tansania

Trotz guter Fortschritte in den vergangenen Jahren – beispiels­weise bei der Reduzierung der Kinder­sterb­lichkeit  und der HIV-Rate – ist die Gesund­heits­versor­gung immer noch stark ver­besserungs­bedürf­tig, besonders für Frauen. Der Gesund­heits­sektor ist unter­finan­ziert und es herrscht ein großer Mangel an Fach­kräften. Ein Groß­teil der Bevöl­kerung ist im Krank­heits­fall nicht ab­gesichert. Die Einführung einer all­gemei­nen Kranken­versiche­rung, durch die auch die arme Bevöl­kerung ab­gesichert würde, ist seit 2016 geplant. Erste Schritte zur Vor­bereitung sind gemacht, bisher wurde sie jedoch noch nicht eingeführt, die Finan­zierung bleibt unsicher.

Durch unsau­beres Wasser hervor­geru­fene Krank­heiten wie Durch­fall und Cholera sind weit verbreitet. Mehr als die Hälfte der ländlichen Bevölkerung muss ohne hygienisch einwand­freies Wasser aus­kommen. Der Zugang zu sauberem Trink­wasser hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, ist aber immer noch unzu­reichend. Nur etwa ein Drittel aller Menschen in Tansania hat Zugang zu einer Basis­sanitär­versorgung. Die Haupt­ursachen der mangel­haften Ver­sorgung liegen in fehlender oder maroder Infra­struktur, dem unzurei­chenden Manage­ment der zuständigen Institu­tionen sowie einem Bevöl­kerungs­wachstum, das die Erfolge in der Wasser- und Sanitär­versor­gung immer wieder nivelliert.