Straßenbild in Sullana, Peru

Schwerpunkt Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels Infrastruktur zukunftssicher gestalten

Die Zahl der Stadtbewohner wächst in Peru seit Jahrzehnten stark. Heute leben rund 79 Prozent der Peruanerinnen und Peruaner in Städten, fast ein Drittel der Bevölkerung wohnt im Großraum der Hauptstadt Lima (rund zehn Millionen Einwohner).

Ziel dieses Schwerpunkts der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit ist, vor dem Hintergrund des Klimawandels die Versorgung der wachsenden städtischen Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen nachhaltig zu sichern. Dieses Ziel wird in vier Handlungsfeldern verfolgt.

Trinkwasser und Abwasser

Laut Angaben der Weltbank haben inzwischen rund 90 Prozent der Peruanerinnen und Peruaner Zugang zu sauberem Trinkwasser und 76 Prozent verfügen über eine geregelte Abwasserentsorgung. Sowohl in der Hauptstadt Lima als auch in den bevölkerungsreichen Gebieten entlang der Pazifikküste sind die Wasserressourcen dennoch knapp und oft verschmutzt. Abwassersysteme und vor allem Kläranlagen sind nicht überall vorhanden. Insbesondere auf dem Land ist die Qualität der Wasserversorgung noch nicht flächendeckend gesichert.

Vorrangiges Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist es, die Versorgung ärmerer Bevölkerungsschichten mit Trinkwasser und Sanitäranlagen zu verbessern und das Wasserressourcenmanagement unter Beteiligung des Privatsektors an den Klimawandel anzupassen.

Dazu werden unter anderem die peruanische Regierung und die neu gegründete nationale Behörde für die Verwaltung der Wasser- und Abwasserdienstleistungen (OTASS) beraten. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren wird gestärkt und Versorgungsunternehmen werden dabei unterstützt, ihre Technik zu erneuern, Wasserverluste zu reduzieren, ein effizientes Management einzuführen, ihr Tarifsystem zu reformieren und die Ausbildungssituation zu verbessern.

Außerdem fördert das BMZ den Bau, den Ausbau und die Erneuerung von Trinkwasserleitungen, Abwassernetzen und Kläranlagen. Die Nutzung von geklärtem Wasser ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen und zur Anpassung Perus an den Klimawandel.

Eine Slumsiedlung in Lima

Eine Slumsiedlung in Lima

Eine Slumsiedlung in Lima

Urbane Mobilität

Deutsche Expertinnen und Experten beraten Ministerien und Stadtverwaltungen in Peru dabei, wie sie die Anforderungen nationaler Klimastrategien in tragfähige Verkehrskonzepte umsetzen können – weg von der Dominanz des motorisierten Individualverkehrs, hin zu einem leistungsfähigen, sichereren, barrierefreien und zugleich klima- und umweltfreundlichen Stadtverkehr. Dazu unterstützt zum Beispiel die KfW Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Rahmen der finanzielle Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) den Ausbau von Systemen des öffentlichen Personennahverkehrs in ausgewählten Städten.

Nächtlicher Straßenverkehr in Lima

Nächtlicher Straßenverkehr in Lima

Nächtlicher Straßenverkehr in Lima

Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien

Im Bereich der Energiepolitik verfolgt die peruanische Regierung als wichtigste Ziele die Versorgungssicherheit durch nationale Energiequellen sowie die Diversifizierung der Energieversorgung. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der peruanischen Energiepolitik auf dem Ausbau der Wasserkraft und des Erdgassektors.

Die stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien in Peru könnte zur klimafreundlicheren energetischen Versorgung der Bevölkerung beitragen. Deutschland engagiert sich darum für die Sicherstellung einer breitenwirksamen, effizienten sowie sozial und ökologisch nachhaltigen Energieversorgung in Peru (SDG 7 der Agenda 2030). Dazu fördert das BMZ den Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung von Energieeffizienz.

Abfallmanagement

Im Abfallsektor Perus haben die Menge und auch die Gefährlichkeit der Abfälle in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Für den Umwelt- und Klimaschutz sowie den Schutz der Wasserressourcen ist es sehr wichtig, dass die Abfälle fachgerecht und sicher entsorgt werden. Der peruanische nationale Umweltmanagementplan 2011–2021 fordert die geordnete Sammlung und Entsorgung von 100 Prozent der kommunalen Abfälle bis 2021. Damit dieses Ziel erreicht wird, sind große Anstrengungen auf nationaler und kommunaler Ebene erforderlich. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt ihre Partner in Peru daher bei der Errichtung umweltverträglicher, ressourcenschonender und wirtschaftlich tragfähiger Abfallwirtschaftssysteme.