Frau vor einem Gemeinschaftsgarten in Maradi, Niger

Wirtschaftliche Situation Dominierende Position des Agrar­sek­tors

In den vergan­ge­nen Jahren wuchs die nigri­sche Wirt­schaft regel­mä­ßig um mehr als fünf Prozent. Durch die Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie ist die Wirt­schafts­leis­tung ein­ge­bro­chen. Welt­bank­schät­zun­gen blicken den­noch opti­mis­tisch in die Zu­kunft und prog­nosti­zie­ren ein Wachs­tum von bis zu zehn Pro­zent im Jahr 2023. 

Trotz der un­güns­ti­gen geo­grafi­schen Ge­geben­hei­ten stützt sich die Wirt­schaft Nigers weit­ge­hend auf den Agrar­sek­tor. Nach An­gaben der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) trägt er rund 40 Prozent zum Brut­to­in­lands­pro­dukt bei. Ein großer Teil der Be­völ­ke­rung lebt direkt von der Land­wirt­schaft – und ist damit von den nur un­regel­mä­ßig auf­treten­den Re­gen­fällen ab­hän­gig. Das starke Wachs­tum der Be­völ­ke­rung, die zu inten­sive Nut­zung der An­bau­flächen sowie Dürren und Über­flu­tun­gen haben dazu geführt, dass in den ver­gan­ge­nen Jahren sehr viele Men­schen hungern mussten: 2020 rund ein Fünftel  der etwa 24 Millio­nen Ein­woh­nerin­nen und Ein­woh­ner; 2,7 Millionen Men­schen waren auf Not­hilfe an­ge­wie­sen.

Ein erheb­li­ches Problem ist der große Anteil des infor­mel­len Sektors an der nigri­schen Volks­wirt­schaft: Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Klein- und Kleinst­un­ter­neh­men dient ledig­lich der Ver­sor­gung des Ei­gen­be­darfs und kann kei­nen Beitrag zu den staat­li­chen Ein­nah­men leisten.

Markt in Niamey, der Hauptstadt von Niger

Markt in Niamey, der Hauptstadt von Niger

Markt in Niamey, der Hauptstadt von Niger


Bergbau

Die Regierung bemüht sich, die Volks­wirt­schaft auf eine brei­tere Basis zu stellen. Sie fördert dazu die An­sied­lung von In­dus­trie und pri­vati­siert staat­liche Be­trie­be. Im Mittel­punkt steht dabei der Berg­bau. Niger ist einer der größten Uran­pro­du­zen­ten der Welt und verfügt außer­dem über Erdöl, Kohle, Gold, Eisen, Nickel, Kupfer und Phos­phat.

Der Uran­ab­bau liegt weit­ge­hend in der Hand aus­län­di­scher Un­ter­neh­men und wird bisher nicht aus­rei­chend staat­lich kon­trol­liert; er ver­ur­sacht erheb­li­che Umwelt- und Ge­sund­heits­belas­tun­gen. Zudem kam es in den ver­gan­ge­nen Jahren im Zu­sam­men­hang mit der Ge­win­nung von Uran immer wieder zu ge­walt­täti­gen Konflikten. Die Vor­kom­men liegen im Norden des Landes. Die dort lebende Be­völ­ke­rung – vor allem Tua­reg – fordert ein grö­ße­res Mit­sprache­recht bei der Land­nut­zung und eine stär­kere Be­teili­gung an den Ein­nah­men aus dem Uran­ex­port.

Stand: 25.03.2022