Politische Situation Hoffnungen der Bevölkerung ruhen auf dem Präsidenten

Seit 2011 ruhen die Hoffnungen der Bevölkerung von Niger auf Präsident Mahamadou Issoufou und seiner Regierung. Von Issoufou wird erwartet, dass er das westafrikanische Land auf den Weg der Demokratie zurückführt, politische und wirtschaftliche Reformen einleitet und wirksame Lösungen für die großen sozialen Probleme entwickelt.

Hirten mit ihren Ziegen in der Nähe von Niamey, Niger

Hirten mit ihren Ziegen in der Nähe von Niamey, Niger

Hirten mit ihren Ziegen in der Nähe von Niamey, Niger

Reformkurs eingeschlagen

Nach seinem Amtsantritt hat der Präsident einen ermutigenden Reformkurs eingeschlagen, eine nationale Entwicklungsstrategie initiiert und sein Land in die regionale und internationale Staatengemeinschaft zurückgeführt. Die Stabilisierung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stehen ebenso auf der Tagesordnung wie die Korruptionsbekämpfung. Issoufou hat eine Initiative zur Ernährungssicherung gestartet und die Erarbeitung einer langfristigen Strategie zur Förderung der ländlichen Entwicklung angestoßen.

Hohes Bevölkerungswachstum

Nachhaltige Entwicklungsfortschritte werden durch das extrem hohe Bevölkerungswachstum von jährlich knapp vier Prozent massiv erschwert: Die wirtschaftlichen Erfolge reichen nicht aus, um der wachsenden jungen Bevölkerung ausreichende Zukunftsperspektiven zu bieten. Pro Jahr müssen etwa 400.000 junge Menschen zusätzlich mit Arbeit, Dienstleistungen und Nahrung versorgt werden.

Angesichts des extremen Bevölkerungswachstums spricht Präsident Issoufou auch die Notwendigkeit von Familienplanung und Geburtenkontrolle offen an – in weiten Teilen der nigrischen Gesellschaft ein Tabuthema.

Schwierige politische Lage in den Nachbarländern

Niger liegt in einer Krisenregion. Die schwierige politische Situation in den Nachbarländern Libyen, Mali und Nigeria erschwert die Aufrechterhaltung der Versorgung und der inneren Sicherheit. Aufgrund von Konflikten flüchten zahlreiche Menschen aus den Nachbarländern nach Niger oder innerhalb Nigers. Seitdem die islamistische Terrororganisation Boko Haram von Nigeria aus auch Ziele im Südosten Nigers angreift, hat sich die Lage vor allem in der Region Diffa dramatisch verschärft.

Zudem ist Niger das wichtigste Migrations-Transitland Westafrikas. Ein Großteil der west- und zentralafrikanischen Migrantinnen und Migranten kommen über Niger, Libyen und schließlich über das Mittelmeer nach Europa. Migrationsursachen sind vor allem sozioökonomische Defizite in der gesamten Sahel-Region beziehungsweise Westafrika.