Migration und Flucht Aufnahme- und Transit­land für Geflüch­tete

Die Krisen in den Nach­bar­län­dern beein­trächti­gen die Ent­wick­lung und Stabi­lität Nigers immens. In den vergan­ge­nen Jahren hat sich die Sicher­heits­lage in den Grenz­ge­bie­ten zu Bur­kina Faso, Mali und Ni­geria deutlich ver­schlech­tert. 

Mädchen, die aus Nigeria nach Niger geflohen sind, während einer Mathematikstunde in Bosso, Niger

Mädchen, die aus Nigeria nach Niger geflohen sind, während einer Mathematikstunde in Bosso, Niger

Mädchen, die aus Nigeria nach Niger geflohen sind, während einer Mathematikstunde in Bosso, Niger

Dies stellt die nigrische Re­gie­rung und Sicher­heits­kräfte vor große Heraus­for­derun­gen und bindet Mittel, die für die Ent­wick­lung des Landes drin­gend benö­tigt würden. Nach An­ga­ben des UN-Flücht­lings­hilfs­werks (UNHCR (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) befinden sich rund 280.000 Ge­flohe­ne in Niger, mehr als 260.000 weitere Menschen sind als Binnen­ver­trie­bene (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) inner­halb von Niger auf der Flucht (Stand: Februar 2022).

Siehe auch
Flüchtlingslager in Nigeria

Viele der Ge­flüch­teten stammen aus Mali und Nigeria und sind vor Angriffen isla­mis­ti­scher Terror­organi­sa­tio­nen wie Al-Qaida im Maghreb oder Boko Haram geflohen. Unter ihnen sind auch viele nigri­sche Staats­ange­höri­ge, die sich in Nigeria nieder­ge­las­sen hatten und nun wieder in ihrer Heimat Zuflucht suchen. Zum anderen ist Niger ein wich­tiges Transit­land für Flücht­linge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Migran­ten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) aus West- und Zen­tral­afrika. Zwei Haupt­mi­gra­tions­routen verlaufen über die nigri­sche Wüs­ten­stadt Agadez. Sie ist Aus­gangs­punkt für die Weiter­reise nach Libyen und Algerien und von dort aus über das Mittel­meer nach Euro­pa. Bis zu 150.000 Men­schen jähr­lich durch­que­ren dabei das Land.


Deutsches En­gage­ment für Flücht­linge und Mi­gran­ten

Aufnahmezentrum der Internationalen Organisation für Migration in Agadez, Niger

Aufnahmezentrum der Internationalen Organisation für Migration in Agadez, Niger

Aufnahmezentrum der Internationalen Organisation für Migration in Agadez, Niger

Deutschland unter­stützt Niger bei der Ver­sor­gung von Flücht­lingen und Mi­gran­ten sowie bei der Be­wälti­gung der Heraus­for­derun­gen, denen das Land durch die ver­schie­de­nen Arten von Mi­gra­tion aus­ge­setzt ist.

Es werden bei­spiels­weise Schulen gebaut und aus­ge­stattet sowie der Auf­bau von Basis­infra­struktur (Gesund­heits­statio­nen, Märkte) durch arbeits­inten­sive Pro­gram­me unter­stützt, um Arbeit für die lo­kale Be­völ­ke­rung zu schaffen. Weitere Projekte um­fas­sen Berufs­bil­dung, Quali­fizie­rung und Be­schäf­tigungs­för­de­rung (unter an­derem länd­liche Berufe, Me­cha­niker, Schneider), Hilfe bei Unter­nehmens­grün­dun­gen durch An­schub­finan­zie­run­gen, Alpha­beti­sie­rung sowie Kam­pag­nen zu Sexual­auf­klä­rung und Fam­ilien­pla­nung.

Außerdem wird Niger von Deutsch­land bei der Er­ar­bei­tung und Um­setzung seiner natio­na­len Mi­gra­tions­politik be­raten.

Stand: 25.03.2022