Migration und Flucht Aufnahme- und Transitland für Geflüchtete

Die Krisen in Mali, Nigeria und Libyen beeinträchtigen auch die Entwicklung Nigers. Das Land sieht sich gleich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert, die seine Stabilität und innere Sicherheit gefährden.

Mädchen, die aus Nigeria nach Niger geflohen sind, während einer Mathematikstunde in Bosso, Niger

Mädchen, die aus Nigeria nach Niger geflohen sind, während einer Mathematikstunde in Bosso, Niger

Mädchen, die aus Nigeria nach Niger geflohen sind, während einer Mathematikstunde in Bosso, Niger

Zum einen hat Niger eine hohe Zahl von Menschen aus Mali und Nigeria aufgenommen, die vor Angriffen islamistischer Terrororganisationen wie Al-Qaida im Maghreb oder Boko Haram geflohen sind. Unter ihnen sind auch viele nigrische Staatsangehörige, die sich in Nigeria niedergelassen hatten und nun wieder in ihrer Heimat Zuflucht suchen. Seit Februar 2015 hat Boko Haram auch Ziele im Südosten Nigers angegriffen. In der Grenzregion Diffa ist die Zahl der Binnenvertriebenen seitdem deutlich angestiegen.

Zum anderen ist Niger ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge und Migranten aus West- und Zentralafrika. Die beiden Hauptmigrationsrouten aus dem Süden und Südwesten des Landes verlaufen über die nigrische Wüstenstadt Agadez. Sie ist Ausgangspunkt für die Weiterreise nach Libyen und Algerien und von dort aus übers Mittelmeer nach Europa.

Vom staatlichen Zerfall Libyens ist Niger besonders stark betroffen: Traditionelle Handelsbeziehungen sind weggebrochen und zahlreiche nigrische Arbeitsmigranten mussten in ihr Land zurückkehren. Dort haben sie jedoch kaum eine Chance, gleichwertige Erwerbsmöglichkeiten zu finden. In der schwer zu kontrollierenden Grenzregion profitieren vor allem Waffen-, Drogen- und Menschenschmuggler, aber auch Terrorgruppen von der instabilen politischen Lage in Nigers Nachbarländern.