Soziale Situation Geldüberweisungen sichern Lebensunterhalt

Moldau hat in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der Armutsbekämpfung und der wirtschaftlichen Entwicklung gemacht. Doch mit einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet rund 4.500 US-Dollar gehört es noch immer zu den ärmsten Ländern Europas.

Frauen in einem Geschäft in der Republik Moldau
Frauen in einem Geschäft in der Republik Moldau

Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Moldau auf Rang 90 von 189 Ländern und damit deutlich hinter den Nachbarstaaten Ukraine (74) und Rumänien (49).

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der nationalen Armutsgrenze. Die Lebens­bedin­gun­gen in den ländlichen Regionen sind deutlich schlechter als in den Städten. Teils massive Mängel bestehen unter anderem in der Trinkwasser-, Sanitär- und Ge­sund­heits­versor­gung. Von sozialer Ausgrenzung, Armut und Arbeitslosigkeit besonders betroffen ist die ethnische Minderheit der Roma.

Moldau verzeichnet eine hohe Arbeitsmigration nach Westeuropa und Russland. Etwa ein Drittel der potenziell erwerbsfähigen Bevölkerung arbeitet im Ausland. Die Einwohnerzahl Moldaus ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken – mit negativen Folgen für das Rentensystem und die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, der die Fachkräfte fehlen.

Wirtschaft und Gesellschaft sind stark von den Rücküberweisungen der Migrantinnen und Migranten abhängig, für viele Familien sind sie die wichtigste Einkommensquelle. Ent­spre­chend hart hat sie die Corona-Pandemie getroffen, die viele der im Ausland Beschäftigten zur Rückkehr zwang.