Verladezentrum eines Eisenerzunternehmens in Nouadhibou, Mauretanien

Wirtschaftliche Situation Fehlende Perspektiven für die Jugend

In Mauretanien gibt es viele wertvolle Ressourcen wie Eisenerz, Kupfer, Zink, Phosphat, Gold sowie Erdöl und Erdgas. Außerdem verfügt das Land über eine der fisch­reichsten Küsten der Welt.

Der Regierung ist es jedoch bislang nicht ausreichend gelungen, staatliche Einnahmen aus der Nutzung dieser Ressourcen gezielt zur Armuts­reduzierung einzusetzen, um die gesamte Bevölkerung am natürlichen Reichtum des Landes teilhaben zu lassen. Hier setzt die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit an, indem sie den Aufbau nachhaltiger Wert­schöpfungs­ketten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Fisch- und Rohstoff­sektor fördert.

Corona-Pandemie führt zu Wirtschaftseinbruch

Die mauretanische Wirtschaft ist auf den Roh­stoff­export ausgerichtet. Sie schafft nicht genügend Arbeits­plätze für die wachsende Bevölkerung; verarbeitendes Gewerbe ist kaum vorhanden. Die Devisen­einnahmen sind von den stark schwankenden Welt­markt­preisen für Rohstoffe abhängig. Eine hohe Staats­verschuldung engt den Hand­lungs­spiel­raum der Regierung zusätzlich ein.

Einschränkungen des öffent­lichen und wirt­schaft­lichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie haben die mauretanische Wirt­schaft 2020 zusätzlich stark belastet. Nach Wachstums­raten zwischen ein und sechs Prozent in den Jahren 2015 bis 2019 ist das Brutto­inlands­produkt (BIP) 2020 um 3,2 Prozent zurück­gegangen. Für 2021 rechnet der Inter­nationale Währungs­fonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) mit einer Erholung der wirt­schaft­lichen Lage.

Arbeitsplätze vor allem im informellen Sektor

Die Mehrheit der Bevölkerung betreibt Landwirtschaft zur Selbst­versorgung oder arbeitet ohne jegliche soziale Absicherung im informellen Sektor.

Weite Teile Mauretaniens können nicht land­wirt­schaft­lich genutzt werden, ein großer Teil der Nahrungsmittel muss eingeführt werden. Die wenigen verfügbaren Ackerflächen werden in vielen Fällen zu intensiv genutzt, immer mehr Böden verlieren dadurch ihre Frucht­bar­keit.

Vor allem jungen Menschen fehlt es an Perspektiven. Viele von ihnen leiden unter dem Mangel an Beschäftigungs­möglich­keiten und den sehr schlechten Bildungs- und Ausbildungs­voraus­setzungen. Gleichzeitig fehlt es in allen Bereichen an qualifizierten Fach­kräften. Die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit engagiert sich daher in diesen Bereichen.