Foto von Frau, die vor einer einer Tür in einem Büro steht.

Kernthema „Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ Frieden sichern, Menschenrechte stärken

Mauretanien gilt als „Oase des Friedens im Sahel“, doch Klimawandel, wachsende Flüchtlingszahlen und regionale Spannungen belasten die Stabilität. Deutschland unterstützt den Aufbau starker Verwaltungen, die Integration von Flüchtlingen und die Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Die Sahelregion – insbesondere Burkina Faso, Mali und Niger – ist geprägt von zunehmender Unsicherheit, Konflikten und wirtschaftlicher Fragilität. Mauretanien gilt als friedliches Land und hat bislang Stabilität bewahrt, doch diese wird zunehmend durch wachsenden Druck auf lokale Ressourcen, die Folgen von Dürren und extremen Wetterereignissen für die Landwirtschaft sowie steigende Flüchtlingszahlen getestet.

Mauretanien ist stark von der Landwirtschaft abhängig, doch nur 0,4 Prozent der Landesfläche eignen sich für den Ackerbau. Der Klimawandel verschärft die Bedingungen, mangelhafte Marktinfrastruktur verstärkt Armut und Arbeitslosigkeit, besonders in ländlichen Gebieten, in denen 45 Prozent der Bevölkerung lebt.

Gleichzeitig kommen immer mehr Geflüchtete aus Mali nach Mauretanien. Im Jahr 2024 stieg die Zahl um 57 Prozent. Bis Juni 2025 lebten schätzungsweise 309.000 Flüchtlinge und Asylsuchende im Land – mehr als fünf Prozent der Bevölkerung. Das verstärkt den Ressourcendruck.

Ziele im Sektor

Um Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mauretanien zu stärken, unterstützt Deutschland den Aufbau einer leistungsfähigen, bürgernahen Verwaltung im Zuge der Dezentralisierungsreform sowie die Stärkung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Menschenrechtsakteure. Die Vorhaben zielen darauf ab, soziale Spannungen in fragilen Regionen abzubauen, lokale Konflikte frühzeitig zu entschärfen und staatliche Handlungsfähigkeit nachhaltig zu sichern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbesserung der Rechte von Frauen sowie auf der Integration von Flüchtlingen in aufnehmende Gemeinden.

Projektbeispiele

  • Die südlichen Grenzregionen Mauretaniens – Hodh El Gharbi, Assaba und Guidimagha – zählen zu den ärmsten und strukturell schwächsten Landesteilen. Deutschland stärkt ausgewählte Gemeinden durch den Ausbau lokaler Verwaltungsstrukturen und partizipativer Planungsprozesse, damit sie bedarfsgerechte Dienstleistungen erbringen, den sozialen Zusammenhalt fördern und zur Stabilisierung der Region beitragen können.

  • Um die strukturelle und rechtliche Benachteiligung von Frauen in Mauretanien abzubauen, unterstützt Deutschland relevante Akteure mit Workshops, Sensibilisierungskampagnen und Informationsmaterial.

  • Geflüchtete, die in Mauretanien leben, sollen einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit erhalten.

  • Mit der Sahel-Fazilität hat Deutschland einen Finanzierungsmechanismus geschaffen, um flexibel auf Konflikte und Fragilität in den Sahelstaaten Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad reagieren zu können. Die Fazilität fördert Friedensentwicklung, Konfliktprävention und gesellschaftliche Stabilität. Die zweite Phase stärkt gezielt nationale Nichtregierungsorganisationen. In Mauretanien werden aktuell zwei Vorhaben in der Grenzregion Hodh El Chargui umgesetzt.

Stand: 04.03.2026