Soziale Situation Mehr als drei Viertel der Bevölkerung extrem arm

Madagaskar zählt zu den am wenig­sten entwickelten Ländern der Welt. Im Index der mensch­lichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) nimmt es den 164. Platz von 189 Staaten ein. Eine anhaltende schwere Dürre, die Folgen der Corona-Pandemie (Unter­brechung von Ver­sor­gungs­ketten, Preis­steige­rungen bei Grund­nahrungs­mitteln, Arbeits­platz­verluste) sowie das Auftreten ver­schiedener Pflanzen- und Tier­schäd­linge und -krankheiten haben die huma­nitäre Lage vor allem im Süden des Landes in jüngster Zeit noch deutlich verschärft.

In Ambovombe, Madagaskar, bestimmt ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms mit einem speziellen Maßband den Grad der Mangelernährung des vierjährigen Retoboha.

In Ambovombe, Madagaskar, bestimmt ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms mit einem speziellen Maßband den Grad der Mangelernährung des vierjährigen Retoboha.

In Ambovombe, Madagaskar, bestimmt ein Mitarbeiter des Welternährungsprogramms mit einem speziellen Maßband den Grad der Mangelernährung des vierjährigen Retoboha.

Mit umgerechnet 480 US-Dollar im Jahr liegt das jähr­liche Brutto­national­einkommen pro Kopf weit unter dem Durch­schnitt der anderen afrika­nischen Staaten südlich der Sahara. Mehr als drei Viertel der Bevölke­rung leben in extremer Armut, besonders hoch ist der Anteil der Armen in den länd­lichen Regionen. Dabei gibt es regionale Unter­schiede, der Süden ist besonders stark betroffen. Ein starkes Bevölke­rungs­wachstum erhöht zudem den Druck auf die wirt­schaft­lichen und natür­lichen Ressourcen.

Mehr als 40 Prozent der Menschen können sich nicht aus­reichend mit Nahrung versorgen, unter den Klein­kindern (bis fünf Jahre) ist fast jedes zweite chronisch mangel­ernährt. Fast die Hälfte der Bevölke­rung hat keinen Zugang zu sauberem Trink­wasser, nur zehn Prozent ver­fügen über eine gesicherte Sanitär­versorgung.

Nach Angaben des Kinder­hilfs­werks UNICEF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) muss fast die Hälfte der 5- bis 17-Jährigen in Mada­gas­kar arbeiten. Auf den Vanille-Plantagen und in den Stein­brüchen arbeiten Zehn­tausende Kinder unter teils sklaven­ähnlichen Verhält­nissen. Derzeit schließt etwa ein Drittel der Kinder nicht einmal die Grund­schule ab.