Syrische Frauen und Kinder in einem Lager für Geflüchtete in Bar Elias in der Bekaa-Ebene, Libanon

Flüchtlingskrise Rund jeder sechste Einwohner ein Geflüchteter

Im Libanon waren Ende Juni 2020 knapp 900.000 syrische Flüchtlinge offiziell beim Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) registriert. Ihre Lebensbedingungen sind schlecht: Rund 70 Prozent der Flüchtlinge leben in Armut. Mehr als ein Drittel der syrischen Flüchtlingskinder unter 14 Jahren besucht keine Schule. Kinderarbeit ist weit verbreitet.

Die meisten syrischen Flüchtlinge kommen in den Nordlibanon – eine Region, in der die soziale Lage ohnehin schon angespannt ist. Im Libanon herrscht ein großes Wohlstandsgefälle. Es besteht daher das Risiko, dass es zu Verteilungskonflikten zwischen Flüchtlingen und lokaler Bevölkerung kommt.

Das Lager Bourj el-Barajneh für palästinensische Flüchtlinge in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Das Lager Bourj el-Barajneh für palästinensische Flüchtlinge in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Das Lager Bourj el-Barajneh für palästinensische Flüchtlinge in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Die libanesische Regierung versucht, den Zuzug von Flüchtlingen deutlich einzuschränken. Es wurden eine Visumspflicht und strengere Grenzkontrollen eingeführt. Der Genfer Flüchtlingskonvention aus dem Jahre 1951 ist der Libanon nicht beigetreten. Syrische Flüchtlinge können sich zwar im Land registrieren lassen, erhalten dadurch jedoch keinerlei juristische Vorteile. Unter anderem erhalten sie keine Arbeitserlaubnis.

Flüchtlingslager in Nigeria
An einem Haus in der Stadt Mafraq in Jordanien werden neue Trinkwasserleitungen verlegt.