Syrische Frauen und Kinder in einem Lager für Geflüchtete in Bar Elias in der Bekaa-Ebene, Libanon

Flüchtlingskrise Mehr als jeder fünfte Einwohner ein Geflüchteter

Im Libanon waren im März 2022 knapp 840.000 syrische Flüchtlinge offiziell beim Flücht­lings­hilfs­werk der Vereinten Nationen (UNHCR) registriert. Ihre Lebens­be­din­gungen sind schlecht: Rund 90 Prozent der Flüchtlinge leben in Armut. Rund 60 Prozent der syrischen Flücht­lings­kinder im schul­pflichtigen Alter besuchen keine Schule. Kinderarbeit ist weit verbreitet.

Die meisten syrischen Flüchtlinge kommen in den Nordlibanon – eine Region, in der die soziale Lage ohnehin schon angespannt ist. Durch die akute Krisensituation im Libanon und der steigenden Armut auch der libanesischen Bevölkerung besteht daher das Risiko, dass es zu zunehmenden Verteilungskonflikten zwischen Flüchtlingen und lokaler Bevölkerung kommt.

Das Lager Bourj el-Barajneh für palästinensische Flüchtlinge in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Das Lager Bourj el-Barajneh für palästinensische Flüchtlinge in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Das Lager Bourj el-Barajneh für palästinensische Flüchtlinge in der libanesischen Hauptstadt Beirut

Die libanesische Regierung versucht, den Zuzug von Flüchtlingen deutlich einzuschränken. Es wurden eine Visumspflicht und strengere Grenzkontrollen eingeführt. Der Genfer Flücht­lings­kon­vention aus dem Jahre 1951 ist der Libanon nicht beigetreten. Syrische Flüchtlinge können sich zwar im Land registrieren lassen, erhalten dadurch jedoch keinerlei juristische Vorteile. Der in 2020 vorgelegte "Rückkehrplan" der libanesischen Regierung erhöht den Druck für eine Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien.


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