Straßenszene in Vientiane, der Hauptstadt von Laos
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Soziale Situation Pandemie lässt Armut wieder ansteigen
Das Pro-Kopf-Einkommen ist zwischen 2009 und 2019 von umgerechnet rund 950 auf 2.600 US-Dollar gewachsen, bis zum Jahr 2024 aber wieder auf etwa 2.150 US-Dollar gefallen.
Vor Ausbruch der Corona-Pandemie lebten laut Weltbank rund 18 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Die Pandemie hat die soziale Situation in Laos deutlich verschärft. Aktuell leben wieder rund ein Fünftel der Menschen in Laos unterhalb der Armutsgrenze. Zudem gingen während Corona Arbeitsplätze verloren, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen.Wanderarbeiter kehrten zurück und konnten ihren Familien kein Geld mehr überweisen. Gleichzeitig trieben Unterbrechungen in den Lieferketten und die Abwertung des Wechselkurses die Lebenshaltungskosten in die Höhe. Hinzu kommen erhebliche Preissteigerungen infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. 2023 lag die Inflation in Laos nach Angaben der Weltbank bei rund 30 Prozent.
Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten beachtliche Fortschritte in den Bereichen Armutsbekämpfung, Zugang zu sauberem Trinkwasser und Verringerung der Kindersterblichkeit verzeichnet. Defizite bestehen insbesondere in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Bildung sowie beim Umweltschutz und bei der Gleichstellung der Geschlechter.
Weitere Auswirkungen der Corona-Pandemie
Die Corona-Pandemie legte auch die Schwächen im Gesundheits- und Bildungssystem sowie in der sozialen Absicherung offen. So sind rund 30 Prozent der ländlichen Bevölkerung, vor allem Kinder, mangel- oder fehlernährt. Dies zählt zu den Hauptgründen für die körperliche und geistige Entwicklungsverzögerung. Zudem hatten etwa 70 Prozent der Kinder während der pandemiebedingten Schulschließungen keinen Zugang zu Online-Unterricht. Die Regierung hat sich zwar zum Ziel gesetzt, den Zugang zu grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung drohen allerdings Kürzungen bei den sozialen Ausgaben.
Geschlechtergerechtigkeit und Teilhabe von Frauen
Laos belegt beim Gender Inequality Index Rang 120 von 170. Die Teilnahme am Arbeitsmarkt von Frauen nähert sich mit 61,5 Prozent der der Männer (70,7 Prozent) an, doch bleiben viele Frauen vor allem in informellen und gering bezahlten Jobs beschäftigt. Traditionelle Rollenbilder und eingeschränkter Zugang zu Bildung und Gesundheitsleistungen hemmen weiterhin die volle ökonomische und soziale Teilhabe von Frauen.
Stand: 05.12.2025